Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion
00:00:05: Herzlich willkommen zu einem Sommerspezial zum Thema Verbundenheit.
00:00:25: Ein besonderes Gespräch, ein Podcast als Live-Gespräch.
00:00:29: Herzlich Willkommen!
00:00:30: Ich bin Johann Heinrich Klausen und ich mache bei Reflab den Podcast draußen mit Klausens.
00:00:36: Und jetzt habe ich die Ehre und das Vergnügen anzukündigen.
00:00:40: Ein Gespräch, das geführt wurde beim Kind-Festival, dass im Juni in Zürich stattgefunden hat ein feministisches Kunstfestival in Kooperation mit Reflab.
00:00:51: Dann geht es los.
00:00:52: dann wird die Künstlerin Aktivistin Die Festivalleiterin Mara Rikli ein Gespräch mit mehreren Gästen führen.
00:01:00: Ich hab vor wenigen Wochen einen Podcast mit ihr geführt zum Thema Leben Mit Behinderung und das war für mich ganz toll eine schöne Erfahrung.
00:01:10: Und nun könnt ihr erleben ein Gespräch, dass sie führt mit Geneva Mosa, Hernan Salamat, Ivna Zitsch und Mara wird sich gleich diese Gesprächspartnerin gleich in Ruhe ausführlicher vorstellen.
00:01:26: und dann geht es über Kunst- und Gegenwartsanliegen, Existenzielleanliegen und eben das Thema Verbundenheit in den unterschiedlichsten Fassenden.
00:01:36: Ich wünsche euch Freude und Inspiration beim Zuhören.
00:01:46: Ja, herzlichen Dank von meiner Seite.
00:01:48: mein Name ist Mara Rikli und ich leite das Kinn Festival und ich freue mich sehr über diese Zusammenarbeit, über die Kooperation.
00:02:12: Wir hatten nämlich einen krassen Sturm hier in Zürich.
00:02:17: Jetzt hat sich gerade Ivna Sitschnäven nicht gesetzt.
00:02:20: Hallo,
00:02:21: so schön ist
00:02:22: sie da!
00:02:26: Schön sind Sie alle da und schön seid ihr da.
00:02:30: Wir lassen Ihnen einmal kurz ankommen in bequem Drehstuhl.
00:02:34: Es hat hier auch Wasser, du meldest dich wenn du noch was brauchst zum Ankommen.
00:02:39: Für die Höhrenden im Podcast werde ich kurz erklären, was hier passiert ist
00:02:45: Und zwar
00:02:47: hatten Sendoniten in einer
00:02:48: Hitzewelle.
00:02:49: Das hat mir heute eigentlich am meisten Sorgen bereitet, es kam der Zusammenbruch der Hitzewelle ein riesiger oder wirklich heftiger Sturm durch einen Sturm doch zürich was dafür gesorgt hat dass ganz viele Menschen im Publikum jetzt nicht hier sein können.
00:03:11: umso schöner das wir dieses Gespräch aufzeichnen können und auch meine Gästeinnen und die Gebärdensprachtung nicht schon durchaus verspätet eingetroffen sind.
00:03:24: Was uns gerade verbunden hat, glaube ich in dieser Situation dass wir alle doch recht ruhig geblieben sind dass angenommen haben, auch ein bisschen gelacht haben.
00:03:34: Dass das jetzt passiert
00:03:36: hier.
00:03:37: also ich möchte euch als erstes schon mal herzlich danken.
00:03:40: einen Applaus für euch, dass wir das so gut gemanagt haben.
00:03:51: Auch ich möchte noch danken und zwar einerseits allen Helferinnen hier im Raum ohne die es nicht möglich ist auch so ruhig zu bleiben.
00:04:01: Ich möchte danken dem Debattierhaus Karl der Große, der Stadt Zürich.
00:04:06: Hier sind wir nämlich auf der Bühne und sehr herzlich willkommen und unterstützt!
00:04:11: Ich möchte der Pro-Infirmis an Stiftung Denkang nicht danken dass wir die Gebärdensprachdollmetschung hier haben dem Finanzdepartement der Stadt Zürich und des Wisslos Kulturförderung des Kanton Zürigs danken, dass wir das KIN Festival realisieren konnten.
00:04:31: KIN von Kinship ein feministisches Kunstfestival für mehr Verbindung und das hat mich dazu veranlasst meine Gästen einzuladen weil sie alle traue ich auch für Verbindungen sich einsetzen künstlerisch in ihrer Tätigkeit, literarisch.
00:04:58: Ja ich würde euch als erstes gerade mal vorstellen.
00:05:06: Rechts von mir sitzt Irna Sitch.
00:05:09: sie ist Autorin und Theater Regisseurin und zuletzt erschien im Frühling, weil jetzt habe ich, nein das stimmt nicht, durch wahrscheinliche Herkünfte.
00:05:20: Genau, immer desseits verlagt.
00:05:23: Das Buch kann hier auch erworben werden.
00:05:25: Hinter euch im Publikum haben wir einen Büchertisch der Paranoia
00:05:29: City.".
00:05:30: Das Buch wurde nicht einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.
00:05:37: Herzliche Gratulation dazu.
00:05:39: Deine Theaterarbeiten sind oder waren unter anderem zu sehen am Theater Neunarkt, am Schauspielhaus Wien.
00:05:46: Am Luzerner Theater und im Theater Essen.
00:05:50: Und du gehörtest auch zum Leitungsteam des Theater Hohrau.
00:05:54: Herzlich willkommen ihr noch!
00:05:58: Wie geht's dir jetzt?
00:05:58: Bist du schon
00:05:59: gut angekommen?
00:06:01: Brauchst du noch
00:06:02: was?
00:06:03: Alles Gute.
00:06:05: Ich habe leider
00:06:05: meine Schuhe geschrottet, dann bin ich hier so ungehobt barfuß aber ansonsten geht es mir sehr gut!
00:06:12: Ich liebe Barfuß, das verbindet
00:06:14: mich
00:06:14: übrigens inner auch recht gut mit dem Boden.
00:06:17: Es fühlt sich sehr gut an.
00:06:18: tatsächlich Ja,
00:06:19: ich hab barfuße getanzt am der Vernissage des Kingfestius.
00:06:24: Ja, also lasst uns paar Füße innen sein.
00:06:30: Nicht nur auch getanzt.
00:06:32: an der Vernissage hat Hanan Salamat.
00:06:35: Sie ist Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin und Kulturschrategin.
00:06:40: Und arbeitet beim Zürcher Institut für inter- religiösen Dialog, kurz ZIID.
00:06:46: Sie wirkt an der Schnittstelle von Kulturpolitik und Bildung.
00:06:51: Ihre Projekte schaffen Räume für Dialog und neue Perspektiven.
00:06:55: Herzlich willkommen, Hanan!
00:06:57: Wie geht es denn dir?
00:06:59: Du hast
00:07:00: die Schuhe an.
00:07:03: Mir geht es hervorragend, wie du sagst.
00:07:06: Also gerade war noch Sonne und plötzlich ... Ich war wirklich zehn
00:07:09: Minuten von
00:07:10: hier und dachte, ja, ja easy!
00:07:12: Ich habe eine Stunde Zeit
00:07:14: und dann
00:07:14: ist alles gekippt.
00:07:15: Das ist okay.
00:07:17: Aber wir sind da, ich freue mich.
00:07:19: Ja, ich freu mich auch.
00:07:20: Bist du hier?
00:07:21: Mal schauen was alles noch passiert heute in diesem Raum und beim
00:07:25: Podium.
00:07:25: also
00:07:26: auf Überraschungen sind wir jetzt schon mal gefasst.
00:07:29: Neben dir sitzt Geneva Mosa.
00:07:32: Herzlich willkommen, Geneva!
00:07:33: Du hast literarische Schreiben, Philosophie und Gender Studies studiert und aktuell studierst du Berufsbegleitend rönisch-katholische Theologie.
00:07:44: Du schreibst frei beruflich an einem Buchprojekt
00:07:48: und
00:07:48: bist an der Hochschule Selsoa Gebärn angestellte der
00:07:52: Röhnisch-Katholischen
00:07:53: Kirche.
00:07:54: Genau... Ganz
00:07:56: viel
00:07:57: Interessant, dass es schon in dieser Biografie von euch zu hören gibt.
00:08:04: Wie geht's dir?
00:08:06: Ich freue mich sehr heute Abend hier zu sein!
00:08:09: Ich hatte das Glück diesen Gewitter irgendwie zu entgehen.
00:08:12: Ich bin vor Podien immer wahnsinnig aufgeregt und gucke dann immer, dass ich ganz früh da bin.
00:08:17: Das war jetzt mal mein Glück.
00:08:23: Ich finde es so schön, dass du das gleich in den Raum gibst.
00:08:26: Das ist ja auch Verletzlichkeit, die du gerade sagst oder aussprichst.
00:08:31: Wir
00:08:32: weiblich gelesenen Personen lernen sehr stark, wobei ich für zugehör also behaupte, männlich gelesene Personen oder allgemein.
00:08:41: in unserer Gesellschaft lernen wir, dass wir alles in Griff haben müssen und natürlich sprechen wir nicht aus wenn ihr nervös sind.
00:08:49: Ist das was, was sich gerade auch auszeichnet?
00:08:53: Ich weiss nicht, ob mich das auszeichnet.
00:08:55: Aber ich teile deine Einschätzung,
00:08:57: dass es etwas
00:08:58: sehr Wichtiges ist diese Idee.
00:08:59: wir haben alles im Griff Wir können alles wie stehen zu berähen über den Dingen die wir tun Die auch immer wieder zu brechen und sichtbar zu machen Wie darüber auch zu sprechen.
00:09:10: wie.
00:09:10: was für Gefühle habe ich gerade in dem Moment Und das ist auf jeden Fall ein großes Anliegen von
00:09:15: mir?
00:09:15: Ja ja so schön ich liebe es ja über gefühle zu sprechen Und das werden wir heute, zum Beispiel
00:09:24: über
00:09:24: das Gefühl des Verbundensseins.
00:09:27: Darf ich euch mal so einladen mit uns zu teilen?
00:09:33: In welchem Moment habt ihr euch in letzter Zeit das letzte Mal verbunden gefühlt?
00:09:37: Kommt ihr Geneva gerade in den Sinn?
00:09:40: vielleicht eine Situation oder eine Begegnung?
00:09:45: Ja gerne!
00:09:47: Ich muss ein bisschen wie eine Trigger-Warnung vorausschicken, weil es nicht unbedingt eine schöne Geschichte ist.
00:09:52: Aber ich möchte sie trotzdem erzählen!
00:09:55: Ich arbeite ja in der Hochschulseelsorge und der Begleitung von jungen Erwachsenen in der Studienphase und wir haben dieses Jahr auf studentische Initiative teilgenommen an der Aktion beim Namen nennen.
00:10:07: Vielleicht wisst ihr das morgen und übermorgen der Weltflüchtlingstag ist und die Aktion bei Namennennen benennt oder versuchten Namen zu nennen die auf den Weg, auf der Flucht nach Europa ihr Leben verloren haben.
00:10:20: Das sind inzwischen fast seventy-tausend Menschen seit der Zählung und um diese Menschen nicht einfach namenlos ins Vergessen geraten zu lassen werden, auf verschiedene Arten diese Namen in eine Riemerung gerufen.
00:10:34: Und wir haben mit den Studierenden zusammen uns daran beteiligt, indem wir so die Zettel beschrieben haben, dieses Stoffstreifen, die dann an verschiedenen Kirchen in der Schweiz hängen.
00:10:44: Und das war einfach ein sehr berührender Moment, wie wir in diesem Sitzungsraum saßen.
00:10:49: Junge Menschen und uns
00:10:51: von diesen
00:10:52: Nahen haben berühren lassen und auch gemerkt haben, dass hat mit uns zu tun.
00:10:56: es ist nicht einfach eine ein Fakt den wir ignorieren können und wollen sondern Wir sind verbunden mit diesen Menschen.
00:11:04: genauso wie ich um meine Mutter traure die vor kurzem überraschend gestorben ist trauert jemand um die menschen die da gestorben sind.
00:11:14: Das sind Menschen mit Familie, mit Netzwerk, mit Geschichte und mit
00:11:18: Biografie.".
00:11:21: Du hast jetzt auch ein weiteres Gefühl angesprochen nämlich die Trauer.
00:11:24: Auch darüber werden wir noch sprechen.
00:11:30: Hast du eine Idee?
00:11:33: Nicht jeder Mensch engagiert sich ja so, wie du das jetzt schilderst.
00:11:38: Woher das kommt?
00:11:40: War das schon in deiner Jugend, in deine Kindheit auch schon so Verbundenheitsmomente?
00:11:48: Das klingt jetzt so, als würde ich nicht so wahnsinnig engagieren.
00:11:52: Es macht mich dann auch gleich wieder ein bisschen bescheiden.
00:11:55: aber also was sich aus Kind schon sehr stark hatte ist so ein Ungerechtigkeitsgefühl.
00:12:00: Also das... Ich erinnere mich gut, ich bin mal als Kent irgendwie hat dich das Gefühl die Lehrerin behandelt einen Mitschuler ungerecht und ich bin zu dieser Lehrerin
00:12:10: hingegangen
00:12:11: in den Promarschulen habe gesagt sie Frau wird!
00:12:13: Das ist Partei!
00:12:16: Und das ist schön etwas, was Wut auslöst.
00:12:20: So
00:12:21: ein Gerechtigkeitsin höre ich da auch sehr stark hangern.
00:12:26: Wann hast du dich oder in letzter Zeit dieses Verbundenseingefühl sehr stark empfunden?
00:12:33: Gibt es da auch so eine Anoktote?
00:12:36: Ja absolut!
00:12:37: Es gibt mehrere Geschichten... Freude ist natürlich auch ein Moment, das verbunden sein.
00:12:44: Das habe ich jetzt ... das Letzte wirklich wenn ich aktuelles Beispiel hab es ist Kinship.
00:12:48: Fast über die Eröffnung gewesen wo wir alle auf einmal in diesem Raum so über diese Freude und über das Tanzen und loslassen Und das war wirklich so einen Moment dass verbunden seien.
00:13:00: Ich würde aber trotzdem also das würde ich gerne erwähnen weil das wirklich das Aktuellste ist.
00:13:04: Aber Ich würde an Trauer gerne anschließen, weil ich fand einen Moment in diesem Jahr wo ich mich wahnsinnig verbunden gefühlt habe zu dem Ort in der ich lebe und man hört...ich komme aus Deutschland.
00:13:19: Ich bin seit neun Jahren hier.
00:13:22: Es war die Trauer um Kramontana Und also ich merke, dass ich sofort als ich dann diesen Moment sogar denke.
00:13:29: Dass ich gerade schon emotional werde.
00:13:31: Das Unglück ist
00:13:33: in Wallis Anfang des Jahres zu Silvester und ich war noch nie in diese Ecke der Schweiz... Habt niemand direkt gekannt.
00:13:44: Es war jetzt auch keine Gruppe, wo man sagt, man identifiziert ist eine ganz andere Generation.
00:13:50: Das war jetzt nicht.
00:13:51: natürlich fühle ich Empathie aber Ich glaube ihr wisst was ich meine so so ne Verbundenheit mit der eigenen Gruppe oder.
00:13:57: Aber es war so nem Absurd für
00:14:00: mich
00:14:00: in dem Moment so absurde Art Wo ich gemerkt habe als sich zum Münsterhof gelaufen
00:14:05: bin
00:14:06: und einfach dieses Bedürfnis hatte ihn kollektiv zu trauern.
00:14:10: Und gerade, warum mir nicht trauer?
00:14:12: Weil ich glaube Freude und so weiter haben wir wie so Rituale.
00:14:16: Aber bei Trauer fehlt uns ganz oft Begleitung.
00:14:21: also das ist auch ein Ergebnis dass Strukturen wie Religion oder religiöse Institutionen vielleicht ein bisschen weggefahren sind, Sekularisierung usw.
00:14:31: Wir all know!
00:14:34: Und da war ich sehr begeistert, dass wir in einer plurale Stadt zürich geschafft haben, trotzdem von den großen organisierten Religionen Jüdentum Christentum Islam in ihrer Vielfalt auch noch mal.
00:14:49: Dass da die religiösen Personen in der Lage waren eine säkulare Sprache Verbundenheit in der Kirchstesschaft und in der Frau Münster über Sprache und über etwas spirituelles aber ohne.
00:15:04: Also ich glaube, da waren sehr viele Menschen drin.
00:15:06: Die kriegen nie in die Kirche und sind überhaupt
00:15:08: nicht gläubig
00:15:09: aber sie konnten in dem Moment über diese Trauer und über die Sprache, die diese geübten Männer in diesem Fall
00:15:16: doch
00:15:17: halt über Religion dieses Medium den Menschen zu verbinden.
00:15:20: Ich würde sagen, so wie ich gerade auch selber merke.
00:15:23: Krass!
00:15:24: Ich reagiere immer noch auf diesen Moment.
00:15:26: Ich glaube es ging vielen Menschen in dem Raum so und das ist etwas was mir jetzt in den letzten zehn Jahren sehr geblieben ist.
00:15:36: Ja, es ging auch mehr so.
00:15:37: Ich war in den Ferien als ich diese Schlagzeilen auf meinem Handy las und natürlich total schockiert war trage ich mir erst nach, das nahe bewusst wurde und auch darin so mir noch mal klar wurde wie sich zuerst so abgegrenzt war.
00:15:59: So aus der Distanz über solche schrecklichen Neuigkeiten die wir über Medien erfahren und dann eben diese große Anteilnahme hat mich auch tief berührt und sehr viele Nachrichten die untereinander Waren, bist du okay?
00:16:16: Wie geht's dir ... Die Schweiz ist auch klein.
00:16:20: Schnell kennt jemand jemanden und die Spitäler, die dann ja auch Opfer aufgenommen haben, da war die Solidarität sehr groß.
00:16:30: Irna, wann hast du so einen Verbundenheitsmoment gespürt?
00:16:36: in den letzten vielleicht Monaten oder Wochen?
00:16:40: Ich wollte eigentlich so ganz weit ausholen und ich muss sagen, dass sich irgendwie gerade so im Moment bin durch diesen Sturm vielleicht auch und diesen Wechsel.
00:16:48: Dass ich etwas ganz Alltägliches und Einfaches habe.
00:16:53: Und zwar war das wirklich grad vorhin nämlich mit dieser und zwar eine Verbundenheit mit Zürich was für mich sehr ambivalent ist.
00:17:03: Ich bin hier zwar aufgewachsen und ich habe tatsächlich auf dieser Bühne mit neunzehn mein allererstes Theaterstück inszeniert, also es gibt so ganz viele emotionale Orte die ich sehr mag und ich war vor allem im Taxi und irgendwie war es so schön dass ich einfach trotz Stau und Regen und irgendwie alle Straßen waren gesperrt und man konnte nicht abbiegen.
00:17:28: Google Maps hat eigentlich nicht mehr gezeigt, wo man fahren kann.
00:17:32: Dass ich so im Taxifahrer den Weg zeigen konnte und ich meine das ist was Total Banales.
00:17:37: aber irgendwie dachte ich mir trotzdem es ist so schön weil dann bin ich wirklich durch den Regen gelaufen und dachte Ich weiß nicht in wie vielen Steppen ich das so blind tatsächlich könnte gerade wie in Zürich weil ich hier nämlich aufgewachsen bin Und so ambivalent dich dieser Stadt gegenübersteht, das geht halt nicht weg.
00:17:54: Dass sich sozusagen bei ihm das Chat GPT und Google Maps und alles versagt dann kann ich sagen doch doch vorne rechts oder nochmal rechts und dann runter und jetzt ist gut.
00:18:02: und jetzt gehe ich zehn Minuten zu Fuß und irgendwie habe ich das sehr lange mit dieser Stadt nicht mehr so gefühlt dass ich mich einfach so mit einem Ort und irgendwie so durch diesen Regen verbunden gefühlen habe.
00:18:14: Und ich finde auch Ruhe und Geduld.
00:18:17: Darüber dachte ich gerade auch, sind eigentlich auch so eine Art von Verbundenheit und ihr seid alle ruhig geblieben und der Taxifahrer ist irgendwie auch so ruhiggeblieben.
00:18:26: Der kennt Zürich nur über Google Maps und hat einfach wahrscheinlich viele Hintergründe und Lebenswege, die ihn hierhin gebracht haben.
00:18:37: Und wir haben uns super nett unterhalten und irgendwie dachte ich wow es ist ein Privileg in der Stadt zu leben zu dürfen und zu können indem man sich eigentlich so frei und so blind auch oder so bewegend wegen darf und das war jetzt einfach nur sein ganz Alltäglicher Moment.
00:18:55: Und dann dachte ich, und dann mich genau hier hingekommen... ...und dann hat Andrea mich gefragt ob ich jetzt schon mal war?
00:19:01: Und dann dacht ich bin du wüsst es!
00:19:04: Ich war hier mit neunzehn.
00:19:06: Und da dachte ich wow also ich bin vor fünf Jahren zurück nach Zürich gezogen.. ..und war sehr lange weg.
00:19:11: Und irgendwie wie gesagt ich habe auch unterschiedliche Gefühle dieser Stadt gegenüber.
00:19:19: Irgendwie dachte ich, es ist aber ein Privileg.
00:19:22: Ich glaube das Gefühl war wahrscheinlich so eine Art von Privilegg und ich bin irgendwie an meinem alten Fass da wo ich ins Gymnasium gegangen bin vorbeigefahren und dachte irgendwie verrückt, dass man in dieser, dass ich jetzt da wieder lebe und dass sich das so kennen darf.
00:19:38: Das war jetzt ganz klein und banal, aber irgendwie schön!
00:19:43: Aber Darin liegt ja auch eine große Tiefe.
00:19:46: Also das kleine und vermeintlich banale kann ja manchmal ganz viel sein, und ganz wichtig sein.
00:19:53: Und ich danke dir dass du das mit uns geteilt hast!
00:19:56: Ich habe mir das jetzt auch gerade so bildlich vorgestellt.
00:19:59: Es gibt auch diese Roadmovies, wo man im Taxi ist und dann irgendwelche Geschichten durch die Nacht der Stächte erlebt.
00:20:06: Und ich finde das ja immer so spannend.
00:20:08: wenn ich einen Taxi nähne muss sich öfters mit meiner Tochter, die mit einer Behinderung lebt weil es zu viele Eindrücke sind in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
00:20:18: Sie sucht ja immer bei allen Menschen gleich eine Verbundenheit, irgendwas wo sie connecten kann.
00:20:24: Zum Beispiel das Kreuz um den Hals, dann findet sich die Kette schön und kommentiert aus und will wissen von wem ist es?
00:20:33: Und dann kommen ganz viele Geschichten.
00:20:36: Taxifahrer, die Auserkennheit erzählen und so... Also mich holt er sehr ab.
00:20:43: Danke dafür!
00:20:45: Und ich habe jetzt auch überlegt, wann habe ich mich zuletzt verbunden gefällt.
00:20:49: Was ein bisschen komisch ist wenn ich das so überlege weil ich gerade mitten in einem Festival bin dass für Verbundung steht und ich eigentlich nicht jeden Tag im Moment sehr stark mit dem Kin-Festival und all den Menschen beim Kin-festival verbunden fühle.
00:21:08: Ich teile aber auch Verbundenheit mit vielen Menschen hier im Raum.
00:21:12: Du hast jetzt Andrea Areschina erwähnt, eine wunderbare Autorin die mich immer so unterstützt.
00:21:18: ich möchte dir danken Andrea dass du das machst und für deine Arbeit Und auch anderen Menschen hier in dem Raum Die mich immer unterstützen.
00:21:27: und ich habe jetzt auch überlebt dass sich zum Beispiel heute es war so einer Hitze ich weiß nicht genau vielleicht Schätze, in meiner Wohnung vielleicht
00:21:39: fünf und vierzehn.
00:21:40: Ich lag einfach nur
00:21:43: im angedunkelten Zimmer am Nachmittag um mich noch ein bisschen vorzubreiten.
00:21:48: Und dann habe ich ein Gespräch gehört mit Geneva, wo du erzählt hast über ... Du hast mit dem Gas-Kessel Bern gesprochen.
00:21:58: Das kann man auch noch nachhören und da hast du von deinem gemeinschaftlichen Wohnen und einer Solidaritätsgemeinschaftkommune, die du gelebt hast, erzählt.
00:22:09: Mit Herrn fühle ich mich sehr verbunden, immer auch im Austausch.
00:22:13: Du hast jetzt auch ein Buch mitgebracht, das ist sehr magisch.
00:22:17: Wir sind oft in gleichen Räumen und es ist immer so ein Verbundenheitsgefühl.
00:22:22: Und eben als Buch steht in meinem Wohnzimmer wirklich ausgestellt... Ich finde nicht so verbunden.
00:22:31: zu diesem Buch und auch, als ich dich angefragt habe.
00:22:34: Also ich merke so diese Runde ist wirklich schön über Verbundenheit zu sprechen weil irgendwie hab' ich das Gefühl dass wir verbunden sind Auch im Raum und auf dieser Bühne.
00:22:47: Geneva also ich diesen Podcast heute gehört habe des von zwanzig-einundzwanzig Damals hast du in dieser solidarischen Gemeinschaft gelebt.
00:22:59: Magst du uns ein wenig erzählen, wie das ist?
00:23:08: Was ihr geteilt habt, vielleicht nur ganz
00:23:11: kurz.
00:23:13: Das kann ich gerne ... Wie du es gesagt hast, ich wohne da inzwischen nicht mehr.
00:23:17: Aber ich bin in die Nachbarschaft gezogen weil ich mich mit den Menschen dort immer noch sehr verbunden fühle.
00:23:22: Es ist eine Gemeinschaft, die mit gemeinsamer Ökonomie lebt also die Einkonto Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger politischer Schritt.
00:23:33: Weil wir alle von Lohnarbeit vom Kapitalismus abhängig sind und um diese Abhängigkeiten die sehr viel Ungerechtigkeit auch hervorbringen einen wenig auszugleichen legen die Menschen dort ihr Geld zusammen Berechnen eben nicht, wer Kehrarbeit leistet kriegt weniger Geld.
00:23:54: Sondern alle die dort leben haben Zugriff auf das gleiche Konto.
00:23:59: Find ich eine sehr spannende Form, die nicht konfliktfrei ist und auch nicht einfach ist oder unemotional.
00:24:06: wie gerade jetzt beobachte ich oder bekomme mich viele schwierige Themen mit.
00:24:11: Aber das Grundmodell gibt es schon lange und habe verschiedene Gemeinschaften versucht und gelebt.
00:24:19: Es ist für mich schon ein Stück Utopie, auch wie wir in diesem Kapitalismus, der einfach eine Wirtschaftsform ist, die tötet.
00:24:26: Das ist ein Papst-Zitat im Übrigen ... Wie wir in dieser Wirtschafts-Form überleben können?
00:24:34: Ich glaube das ist eine Frage, die viele umtreibt, die sich mit den Tängen beschäftigen, mit denen Bier uns beschäftigen oder auch... Wissen, dass sie zum Beispiel ein Altersarmut leben werden oder Menschen die erkranken, die mit Behinderungen leben.
00:24:51: Abhängig sind von Kehrarbeit wenig Lohnarbeit
00:24:55: machen können.
00:24:58: Ich habe da immer so diese Idealvorstellung, dass das dann eine verbundene wunderschöne Gemeinschaft ist.
00:25:06: Wo wir alle zusammenlegen und alles ist in Ordnung.
00:25:10: So ist es ja dann häufig nicht.
00:25:13: Das hast du ja auch schon jetzt sehr klar ausgesprochen.
00:25:17: Was mich aber in diesem Protokolls noch sehr abgeholt hat oder ich hatte zumindest das Gefühl, dass es auch noch darum geht... hast erzählt von biologischen Lebensmitteln, die ihr miteinander eingekauft habt.
00:25:31: Das ist auch der Bezug zur Natur, dass es einen Respekt zur Natur und zum Tier oder nicht nur zum Menschen ausmacht.
00:25:40: Ist das etwas was dich auch umtreibt?
00:25:43: Die Verbundenheit in großen Ganzen nicht jetzt nur zu Menschen und in diesen Gemeinschaften und einerseits spirituell aber andererseits Zu Mensch und Tier.
00:25:57: Ja, sehr!
00:25:59: Mir ist es irgendwie wichtig zu sagen dass ich glaube das dieses Thema der Verbundenheit nicht etwas was wir erst herstellen müssen sondern eigentlich der Grundzustand.
00:26:10: wie sind als Subjekte?
00:26:12: Wir werden erst durch die Begegnung mit den anderen mit den Anderen mit geschöpfen
00:26:20: Abhängig,
00:26:20: die ganze Zeit.
00:26:21: So ein Gewitter zeigt es uns im Kleinen schnell und ich glaube das gilt für die ganze Mitwelt in der wir leben.
00:26:30: Ich bin nicht getrennt von dem was mich umgibt Und das ist eigentlich unser Grundzustand den wir schnell und gerne vergessen.
00:26:40: Also diese Isolierung auch dass wir uns immer isoliert und individuell Warnungen und auch Besprechen.
00:26:49: Ein großes Thema aktuell, Hannan ist ja auch dass wir sehr stark über Differenzen sprechen oder auch in feministischen Räumen in aktivistischen Räumen jetzt viele Jahre auch wichtig gewesen ist, über Differenzen zu sprechen.
00:27:05: Gleichzeitig ein Bedürfnis aber auch wieder mehr über das zu sprechen was uns eigentlich verbindet weil ja darin auch die Gefahr ist dass wir uns verlieren.
00:27:14: wie gehst du da und um oder was beschäftigt dich darin?
00:27:19: Jetzt auch was Geméva gesagt hat von dieser Isoliertei.
00:27:26: Also wir reden ja oft über gesellschaftliche Polarisierung und damit ist hier nicht einfach gemeint.
00:27:32: Wir haben verschiedene Meinungen umwählen unterschiedlich, sondern es geht ja um eine andere Form von Polarisierung, wenn wir die Existenz des Gegenübers, des politisch Andersdenkens, des Andersseins komplett ablehnen und sozusagen eine demokratische Basis verlieren.
00:27:49: Wir leben in einer pluralen Gesellschaft und viele Menschen verwechseln Pluralität leider mit Migration.
00:27:56: Also wir haben jetzt eine Abstimmung hinter uns, brauche ich überhaupt nicht ausführen.
00:28:01: Das Thema ist immer und immer wieder aktuell und alle verlieren eigentlich aber diesen Aspekt.
00:28:07: das plurale Gesellschaft Demokratie verursacht automatisch Pluralität, weil durch Freiheit können Menschen sein wie sie wollen.
00:28:15: Wie sie sind, wie ihre Natur ist, weil gewisse Strukturen wie patriarchale Struktoren, wie rassistische Strukturn die durch demokratische Struktur ersetzt werden nicht ganz beseitigt.
00:28:29: aber wir sind demokratisch.
00:28:31: also wir sind auf dem Weg dass es eine Gleichheit gibt zu haben Menschen Freiheit unterschiedlichste seien.
00:28:38: Während in der Autokratie Homosexualität verboten ist, verfolgt wird kann man in der Demokratie eben offen homosexuell leben.
00:28:45: Das ist das ist gemeint.
00:28:47: mit dieser Pluralität.
00:28:48: durch Migration haben wir eine Form von Pluralitet weil wir Asylrecht haben, weil wir Einwanderung brauchen und so weiter und sofort.
00:28:57: also dass das ist ein wichtiger Aspekt.
00:29:00: was aber passiert ist dieser Wunsch Bei Vereinfachung, es wird komplizierter.
00:29:05: Menschen werden unterschiedlicher.
00:29:07: Wir reden über Diskriminierungskategorien.
00:29:10: Damit wir über Diskriminerungen reden können müssen wir auch Identitäten benennen was jetzt in unseren Räumen oft passiert.
00:29:18: wie bleiben die so da stehen?
00:29:20: Also wir bleiben da so.
00:29:21: okay du bist eine Frau, du bist non-binär Du bist muslimisch, du wirst jüdisch and so on.
00:29:29: Das ist das Problem, wenn wir dann dort stehen
00:29:30: bleiben.
00:29:31: Wir
00:29:31: sind immer nur auf der diskriminierten Seite, also differenzierte Seite was in meiner Arbeit eine wichtige Rolle spielt.
00:29:38: wie schaffen wir aber Verbundenheit über dieses unterschiedlich sein?
00:29:42: und wie können wir dieses unterschiedliche sein?
00:29:44: heißt ja auch ich schaue mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt.
00:29:49: ganz einfache Sache Ich habe eine andere Perspektive ich sehe diesen Tisch von einer Seite Aber dieser Tisch hat auch eine andere Seite die ihr seht Und so muss man sich gesellschaftlich vorstellen.
00:29:59: So kann man unterschiedliche Perspektiven auf unterschiedliche Herausforderungen, wie zum Beispiel Klimakrise und gerade heute vielleicht auch noch mal
00:30:08: uns vor Augen geführt
00:30:10: unterschiedlichen Perspektive auf etwas einbringen Wenn wir darauf beharren, dass wir nicht handlungsfähig sind.
00:30:18: Weil ich bin ja als Frau nachtartig und bin auch noch Muslimin oder Deutsche in der Schweiz.
00:30:23: Dann bleibe ich handlungsumfähig.
00:30:25: Wie kann ich aber handlungswähig werden?
00:30:27: Und mit anderen auch eine Verbindung eingehen, indem ich sage... Ich habe einen deutschen Pass.
00:30:32: Ich hab Reisefreiheit.
00:30:34: Ich kann die Sprache.
00:30:35: Ich bin Bündungsengländering im
00:30:37: Deutschsprachengraum.
00:30:40: Ich habe meine Bühne, ich stehe hier, ich rede.
00:30:42: Also wie kann ich dir, der diese Bühne nicht hat oder diese Sprachfähigkeit nicht hat?
00:30:47: Oder diese Reisefreiheit nicht hat die Hand reichen und dich mitnehmen.
00:30:52: Und wenn wir auf diese Privileg schauen was habe ich wo bin ich handlungsfähig?
00:30:56: dann können wir auf dieser Ebene Verbindung herstellen sagen hey Ich bin anders betroffen du bist anders betroffen aber am Ende des Tages Diskriminierung funktioniert In der Wirkung und in diesen Mechanismen sehr ähnlich.
00:31:12: Also können wir uns darauf einigen, wie haben verschiedene Realitäten?
00:31:16: Ich erlebe etwas ganz anderes als du aber wenn ich auf meine Handlungsfähigkeit gucke, können wir miteinander in Verbindung treten und können solidarische Räume herstellen.
00:31:26: Da gibt es wieder verschiedene Medien.
00:31:28: da kommen wir gleich darauf auch zu sprechen.
00:31:35: Ich würde da gerne ganz kurz auch anschließen.
00:31:37: Ich finde es sehr wichtig, was du gesagt hast.
00:31:40: für mich ist so das Stichwort, was mir in den Sinn kommt.
00:31:42: Auch das klingt jetzt etwas pragmatisch sind auch Blindness-Politiken.
00:31:46: also eine Freundin von mir hat beispielsweise eine Forschung gemacht zum auch zum.
00:31:50: Du hast die Klimakrise, Klimagatastrophe angesprochen.
00:31:54: wenn wir an unsere Straßen denken wer baut unsere Straßen und wie geht das im Moment unter diesen Temperaturen Straßen zu bauen?
00:32:02: Und dann gibt es parallel dazu gibt es die Klingerbewegung und bei den Straßenarbeitenden gibt es
00:32:10: die Gewerkschaften.
00:32:11: Und sie hat dann untersucht, was braucht es damit sich diese beiden Player zusammen tun?
00:32:16: Weil da sind auf beiden Seiten ganz viele Vorurteile, viel Klassismus auf der einen Seite, wie soll ich sagen so... Das sind so die woken Klingon-Aktivistinnen auf der anderen Seite.
00:32:28: Und was braucht es denn zu merken?
00:32:29: Wir haben doch gemeinsame Interessen, wir sind ungleich betroffen von den Klimakatastrophen aber wir sind betroffen und da müssen wir doch ansetzen.
00:32:38: Ich fand das ein sehr spannendes Beispiel zu sehen.
00:32:42: wo können wir uns verbinden auch?
00:32:46: Wie können wir für uns verbünden?
00:32:51: Jetzt haben wir ganz viel gehört.
00:32:55: Was holt dich darin ab?
00:32:57: Oder siehst du das anders als die zwei jetzt ausgeführt habe?
00:33:00: Das, was uns ja unterscheidet, ist wirklich der Mittel mit dem wir arbeiten.
00:33:08: Alle nicken!
00:33:08: Richtig
00:33:09: für den Podcast!
00:33:11: Weil zum Beispiel zu dem, was du Jennifer gerade gesagt hast.
00:33:13: Es gibt... Ich mache jetzt ein bisschen Werbung im Eigeninteresse aber einfach weil ich das so interessant finde dass du genau dieses Beispiel bringst.
00:33:20: es gibt gerade noch dieses Wochenende ein sehr tolles immersives Theaterstück am Kochareal Achtung Baustelle Was sich unter anderem mit diesen Fragen und wir haben viel darüber nachgedacht Und es ist tatsächlich ein Theaterstuck wo Menschen die Personen die tatsächlich an Baustellen arbeiten Mit Theatermenschen zusammen ein Stück gemacht haben Wo ich auch Texte geschrieben habe, aber wo ich auch irgendwann gemerkt habe.
00:33:43: Ich komme so an meine Grenzen dass wir auch Texten natürlich anders hergestellt haben weil ich hab schlussendlich keine Ahnung.
00:33:49: Aber es war natürlich wie Hannan sagt interessant sich dem anzunähern, aber ist auch wichtig das die andere Seite die eine Expertise hat Natürlich mir noch viel mehr sagen kann als ich durch irgendeine Form von Recherche herausfinden kann.
00:34:03: Und das greift diese, also ich bin da ganz bei dir.
00:34:06: Das ist natürlich das Thema und ich glaube die Mittel sind unterschiedlich oder?
00:34:11: Die Frage ist wie arbeiten wir und wie sehr?
00:34:14: Ich denke dann über Sprachen nach und ich habe zum Beispiel Ihnen Vorbereitungen dieses Podium sehr viel über
00:34:20: Verbundenheit
00:34:21: als Wort nachgedacht und war einerseits total bei dem was du gesagt hast dass wir natürlich alle vom Grund auf verbunden sind.
00:34:29: oder wie mein Tcm Arzt sagen würde Sie müssen nicht in die Natur gehen, weil sie sind Teil der Natur.
00:34:35: Und dann steht man so in der Stadt und denkt sich so ach stimmt ich bin ja eigentlich Teil der natur also immer wieder sich erinnern dass wir eigentlich alle teil sind und verbunden sind und manchmal geht es einen so verloren.
00:34:47: und was ich aber so dran Denken musstest, dass ich schon finde Verbundenheit für mich.
00:34:53: Wenn ich so über das Wort und die Bewegung nachdenke in all diese Richtungen persönlich politisch wie wir handeln was wichtig ist.
00:35:01: Verbundenkeit ist glaube ich so eine Bewegung und sogar dieses banale Beispiel dieses alltägliche mit züriches.
00:35:08: es ist eben trotzdem nichts fixes Es kann sich verändern.
00:35:13: Ich fühle mich mit sehr vielen Menschen und Bewegungen unter Welt verbunden.
00:35:18: Und trotzdem würde ich immer sagen, die Verbundenheit ist etwas, was ich selbst wähle.
00:35:23: Es ist nicht etwas mir auferlegt, dass etwas Gezwungen ist.
00:35:27: Ich bin nicht gebunden an etwas!
00:35:30: Ich bin vielleicht gebunden auf meine Ursprungsfamilie und an Herkünfte und irgendwelche Spar... Also es gibt ja Gebundenheiten.
00:35:39: Das ist auch einfach das, was man dann vielleicht je nach Theologie und Hintergrund- und Religionschicksal oder Zufall nennt.
00:35:46: Oder da wo man eben hineingeboren wird oder in den Glauben, in denen man hinein geboren wird.
00:35:50: Und die Verbundenheit glaube ich zu Menschen und zu Bewegungen, zu Richtungen, Zu Gedanken, zu Gefühlen, dass es glaube ich schon
00:35:59: der
00:36:00: Wille und um die Form sozusagen sich für etwas zu entscheiden so zu sagen.
00:36:05: Es ist für mich auch eine suchende Bewegung.
00:36:08: Also würdest du auch sagen, Verbundenheitsgefühle sind in dem Sinn eine Entscheidung?
00:36:14: Ich habe jetzt keine theoretische Abhandlung darüber geschrieben bevor ich hierhin gekommen bin.
00:36:18: Und es ist so eine Mischung aus einem Grundzustand oder wie du beschrieben hast vorhin eigentlich sind wir alle verbunden mit der Welt in der wir leben das heißt auch mit dem Klima, mit der Natur, mit irgendeiner Form von Ethik in uns, mit einer Form von Spiritualität mitten mit Menschen.
00:36:35: Eigentlich sind wir das doch!
00:36:37: von Natur aus, aber ja die andere Sache würde ich sagen.
00:36:41: Ich glaube es braucht eine Form von Entscheidung und ich glaube auch das was Hanan gesagt hat oder wie ich das sehe ist dass ich glaube Es braucht auch eine Entscheidung mit Menschen zu sprechen die nicht sofort gleicher Meinung sind und in einen Dialog zu gehen.
00:36:57: Ich weiß nicht, ob ich das immer Verbundenheit dann nennen würde in meinem privilegierten Bubble.
00:37:01: Weil dann fühle ich nicht so diese tolle Verwundenheit die ich jetzt mit euch fühle.
00:37:06: aber es ist eine Entscheidung.
00:37:08: ja ich glaube schon.
00:37:09: Das wichtigst du irgendwie zufügen?
00:37:12: Kannst du?
00:37:14: Ja ich finde das noch spannend weil ganz oft redet man ja eben so rassistischen Kämpfen.
00:37:21: also wirklich wenn es um wirklich Thema Asylmigration geht Es geht ja ganz oft darum, dass es in der Natur des Menschen vor dem fremden Angst zu haben.
00:37:32: So wird da Fremdenfeindlichkeit begründet.
00:37:34: Das Erste was aber eigentlich ein Baby lernt ist verbunden mit einer erwachsenen Person und das ist oft die Mutter.
00:37:43: Und
00:37:45: durch diese Verbundheit bin ich sicher.
00:37:48: Eigentlich lernen wir erstmals wie Lernens Und ich glaube, wir leben dann in Strukturen die uns beibringen eben vor dem Fremden musst du Angst haben oder es sind auch Evolutionstheorien.
00:38:01: Ich bin auch keine Expertin jetzt in diesem Bereich.
00:38:02: aber wenn ich über genau dieses Konzept das man immer wieder sagt ja aber der Mensch hat Angst vor den Fremd und ich bin im jüdisch-muslimischen Kontext Christen, Juden und Muslime haben jetzt wirklich die Jahrtausende bald Verbindungen zueinander.
00:38:18: Also wie lange bleiben auch fremde-fremde frage ich dann?
00:38:22: Ja also tausend siebenhundert Jahre jüdische Geschichte in europa.
00:38:25: Entschuldigung also woher kommt an dieser Antisemitismus?
00:38:27: also wenn man so denkt dann denke ich mir zu doch geht diese Erzählung geht einfach nicht auf.
00:38:32: was ich aber glaube
00:38:34: ist
00:38:34: dass verbunden, wieder sich zu verbinden.
00:38:38: Dass das wirklich eine Entscheidung ist?
00:38:40: So müssen wir aber vieles wieder verlernen damit wir wieder in dieses... Das was wir ursprünglich mal gelernt haben vielleicht kommen also auch die Perspektive dahingehend wechseln.
00:38:50: Ja ich glaube dass führt mich auch nochmals zum Begriff der Trauer weil das was du gesagt hast Den kann ich so zustimmen, weil ich glaube einerseits ist so viel in uns an Entscheidungen dass wir andere Wege gehen wollen oder dass wir das nicht mehr verdienen möchten.
00:39:10: Dass wir uns auseinandersetzen mit Gefühlen eben was jetzt zum Beispiel Hannan aufgebracht hat von Das macht mir Angst oder vom Wut bis zu Hass.
00:39:22: Warum empfinde ich das so und welches Gefühl möchte ich eigentlich?
00:39:27: oder Situationen?
00:39:28: Ich kann ein Beispiel geben.
00:39:32: Das ist wirklich sehr groß, es ist für meine Tochter.
00:39:36: Ein Karko-Bike hat eine riesige Kiste von mir.
00:39:41: Also ich bin ein großes Gefährt auf den Zürcher Straßen und ich habe mich dann gerechnet dass das ein Trickerthema ist!
00:39:50: Ich will das analysieren... Was es genau ist, die meisten schwierigen Begegnungen habe ich mit älteren Männern.
00:39:57: Das tut mir sehr leid auszusprechen aber sie sind in meiner Feldstudie.
00:40:02: Ich werde angeschrien.
00:40:04: Erst ich werde beschimpft überholt angegangen so gut.
00:40:09: und dann hatte ich einen schlechten Tag.
00:40:12: Und dann hab' ich eine Person angeschrieben.
00:40:17: Ich wurde so wütend.
00:40:20: Es war ein Fußgänger und ich bin von diesem Velo, also ich hab mein Velo parkiert.
00:40:26: Und bin vom
00:40:28: Velo abgestiegen
00:40:29: und punkte diese Person hin und habe gesagt es reicht mir das ihr mich anschreit wegen diesen Velo?
00:40:34: Ist es so schlimm in einem Fahrstil?
00:40:36: und soweit okay gut und da bin ich auch mir selbst erschrocken.
00:40:41: dann habe ich gedacht nein ich möchte nicht der Mensch sein dafür seinen Kabelvelo steigt und einen anderen Menschen
00:40:51: weil
00:40:52: nein, ich möchte anders mit Gaunt umgehen.
00:40:55: Natürlich
00:40:57: haben wir Wut und wie sonst wären.
00:40:59: aber nein!
00:41:00: Ich möchte eigentlich infragen was hat dich heute so traurig gemacht dass du nicht anschreien musst?
00:41:06: So oder ich möchte infragen Was haben wir gemeinsam?
00:41:11: natürlich kann ich das Idealistisch jetzt sagen und manchmal geht das einfach nicht.
00:41:16: Manchmal ist es ja auch gut, wenn man für sich einsteht.
00:41:22: Deshalb, ich glaube, es ist auf eine Art eine Entscheidung aber darin ist eben auch diese Trauer dass es mir oft nicht gelingt, dass mich so auszurichten, dass es immer funktioniert, dass ich den gemeinsamen Nennersuche.
00:41:39: oder
00:41:40: jetzt in dieser Situation von diesem Beispiel, vielleicht hätte ich keinen gemeinsamen Nenner gefunden.
00:41:46: Und das brennt mich auch so.
00:41:49: nochmals zu diesem Thema vom feministischen Räumen und der interreligiösen Räume wo was machen wir?
00:41:57: Oder wie geht ihr damit um in eurer Arbeit aber vielleicht auch in eure Kunst dass wir gewisse verbinden nicht
00:42:07: herstellen können,
00:42:08: egal wie sehr wir uns dafür entscheiden.
00:42:12: Vielleicht um darauf zu antworten das verstehe ich aber die Trauer ist ja vielleicht nicht immer nur so groß ob man es selber schafft oder nicht sondern die traur ist ja oft auch da strukturell dass es einfach den Willen auf der anderen Seite nicht gibt.
00:42:26: oder warum wirst du angeschrien?
00:42:28: Das liegt jetzt nicht so sehr an dir.
00:42:30: Und sogar wenn du den schiefsten Fahrstil hast, solange du niemanden überfahren hast ist es okay sozusagen dann darfst du halt schief Kargowäle oder gerade ausfahren und ich glaube die einen Trauer ist einfach dass es vielleicht der Wille woanders fehlt.
00:42:44: also ich glaub uns zwar strukturell in allen Bereichen über die wir gerade sprechen.
00:42:50: Jetzt habe ich vor lauter Wille den zweiten Gedanken verloren aber er kommt dann vielleicht wieder.
00:43:03: Das geht mir auch so, weil wir hatten ja einerseits den Sturm aber es wird jetzt auch sehr warm hier drin.
00:43:08: Also von denen her ich gebe die Frage oder das Thema gerne noch muss zu Jennifer und Hannan Wie geht ihr da nicht um?
00:43:16: Wenn ich dieses also wenn ich quasi auch wie dieses Rettungs- oder dieses Seil auswärfe und Es wird nicht gefasst oder es gibt diese Verbindung nicht oder ich merke, ich habe diese Person vielleicht jetzt auch wirklich verloren.
00:43:36: Ich weiß nicht ob mich eine Antwort darauf habe wie ich damit umgehe aber ich hab so ein konkretes Thema...
00:43:41: ich
00:43:41: bin wieder in einer Mission hier!
00:43:44: Nein, so ein konkreten Thema wo ich das immer wieder spüre.
00:43:49: Nein, ich habe mich viel in so linken, linksautonomen Kontexten bewegt.
00:43:54: Ich bewege mich aber gleichzeitig auch in religiösen Kontexte als queere Personen- religiösem Kontext und ich spüre immer wieder dass das ein Zwiespalt ist, einen Riste im Grunde ein bisschen durch mich durchgeht.
00:44:11: Du hast mir vorhin immer eine sehr schöne Metapher gegeben mit Zürich, fast ambivalente Gefühle zu Zürch und bist aber trotzdem... du hast es so beschrieben.
00:44:20: Du kennst dich hier aus wie in deiner Hosentasche und das geht nicht weg!
00:44:24: Und das ist eigentlich mein Bezug zur Religion.
00:44:26: Ich werde Ihnen nur wieder gefragt warum bin ich als queere Personen der römisch-katholischen Kirche?
00:44:31: Warum trittest du mich einfach aus?
00:44:33: Als würde ich Züri ablegen können.
00:44:37: Als würde sich das wegbringen.
00:44:38: all die Orte Ich fühle Verbinde, wo ich mit vierzehn war.
00:44:42: Mit neunzehnt war und mit dreizehn war die mir wichtig sind und lieb und kursbar und mein Ingles das betreffen!
00:44:50: Ich kann mich nicht entscheiden ob ich plötzlich nicht mehr Katholikin bin oder ob ich plötzlich nicht mehr Queer bin und ob ich nicht mehr links denke.
00:44:58: Das gehört zu mir.
00:45:01: So dieser Schmerz irgendwie mit diesen, das sind so viele Vorurteile auf allen möglichen Seiten und ich
00:45:08: merke,
00:45:08: ich verbringe
00:45:09: sehr
00:45:09: viel.
00:45:09: Also wie vermutlich auch viele andere Berufsmuslimas sind in unserer Gesellschaft und diese Brückenarbeit leisten.
00:45:16: Merk' ich auch, ich bin manchmal ein bisschen berufsqueerkatholikin however-so.
00:45:22: Und das ist ein Schmerzz!
00:45:24: Es ist auch eine Kraft aber es ist auch ein Schmärz.
00:45:28: Aber wo findest du Erholung von diesem Schmerz?
00:45:33: Weil Schmerzen kosten auch Energie.
00:45:37: Trauer kosten uns auch, diese Gefühle zu erleben.
00:45:41: Ist das die persönlichste Frage oder gibt es da wie ... vielleicht auch für den Raum?
00:45:46: oder wir suchen ja, wir haben hier keinen zehn Punkteplan wie wir jetzt mehr verbunden sind und wie wir in einer positiven Energie bleiben.
00:45:54: Aber vielleicht kann man eine Idee davon gewinnen?
00:45:57: Oder vielleicht magst du teilen wie du dann auftankst oder wo dass du wieder Trost findest.
00:46:03: auch
00:46:05: Ja.
00:46:06: Also das eine sind sicherlich Räume, die das zusammenbringen.
00:46:09: Ich bin zurzeit an einer Forschungsarbeit,
00:46:12: die sich mit dem
00:46:13: religiösen Sozialismus in der Schweiz beschäftigt – eine Strömung der christlichen Glaubensgemeinschaft ja auch immer, die es zusammengebracht hat.
00:46:23: also wirklich radikale Machtkritik und ein christliches Leben
00:46:29: so.
00:46:29: Das ist
00:46:30: diese historischen und aktuellen Orte, die bedeuten mir sehr viel auch feministische Theologie, kreere Theologie.
00:46:37: Das sind für mich Kraftquellen und das andere ist dass für mich Religion nicht etwas ist was in erster Linie Trost und Geborgenheit oder Zuflucht ist sondern es ist viel mehr weil mein Gottesbild nicht so ist dass da oben ein allmächtiger weißer bärtiger Mann wie man ihn so auf schönen alten Darstellungen findet ist sondern diese Kraft auf mich angewiesen ist, nicht nur ich auf Gott.
00:47:06: Und das ist ein ganz anderes Gottesbild, den mich in der feministischen Theologie zum Beispiel begegne.
00:47:12: und es gibt Kraft weil das heißt Ich bin gefragt darin dieses, dieses göttliche in dieser Welt werden zu lassen existieren zu lassen.
00:47:23: wir alle sind gefragt damit zu schöpfen und das gibt kraft finde
00:47:36: Ich kann sehr viel jetzt da eigentlich anknüpfen.
00:47:39: Lass uns mal irgendwann über Religion und Sozialismus austauschen, ich habe dazu im islamischen Sozialismus meine Masterarbeit geschrieben.
00:47:47: genau deswegen hat es bei mir mega viel gerattet.
00:47:51: aber was gibt Niel Kraft?
00:47:57: Ich hab die Erfahrung gemacht die letzten zwei Jahre.
00:48:00: ich bin eben sehr stark im jüdisch-muslimischen Dialog nicht auf eine theologische Ebene, sondern wirklich auf diese.
00:48:08: wie wollen wir eine gerechtere Gesellschaft für uns alle.
00:48:10: Auf diese Bündnis-Ebene an die ganzen Ebenen und nach dem siebten Oktober zwanzig dreiundzwanzig war es natürlich sehr hart also sehr viele Ängste, sehr viel Unsicherheiten, sehr viele verschiedene Perspektiven auf verschiedene Menschen sehen.
00:48:24: Die Welt ist wirklich sehr unterschiedlich.
00:48:28: Ein Moment, der Verbundenheit geschaffen hat war wieder über Trauer.
00:48:32: Das war das einzige was man eigentlich machen konnte.
00:48:34: in dem Moment war so okay.
00:48:36: ich glaube wir sind uns einig dass wir alle Angst haben und alle irgendwie traurig sind und irgendwie über diesen Kanal gleich also zusammen bleiben
00:48:44: wollen.
00:48:45: und es gibt gleichzeitig Menschen die einfach absolut nicht bereit sind auf diesem Boden zu kommen.
00:48:51: und für mich waren das ein wahnsinniger Prozess zu merken.
00:48:57: Okay, manchmal muss man auch loslassen und sagen.
00:49:00: It is how it is.
00:49:01: die Menschen sind geradezu zu sehr in ihre Angst, zu sein ihre Unsicherheit, zu sehen ihre Traumatisierung.
00:49:07: Menschen kommen von verschiedenen Orten.
00:49:09: ist es
00:49:10: auch okay
00:49:10: dass ich mal sage hey ich lasse los
00:49:14: aber
00:49:14: Ich bleibe also das ist eine sehr Basic Haltung bei mir Dass ich ihnen diesen Räumen sag
00:49:22: Ich
00:49:22: bin da und was das verursacht.
00:49:25: Und man kann es jetzt religiösen, spirituell sind, Schicksal, whatever... Was Dachs verursachte hat.
00:49:32: vielleicht sind auf dieser Seite Bündnisse geplatzt aber auf einmal sind auf einer anderen Seite Menschen gekommen und die haben Verbindung
00:49:40: gesucht
00:49:41: in diesem Moment.
00:49:42: Das fand ich sehr spannend dass Auf der einen Seite eben Menschen, die eigentlich seit Jahren in diesem Dialog, in dieser Allianz arbeiten und diese politische Arbeit.
00:49:53: Und ich rede oft wirklich von linken Räumen, wo sehr viel Zerfaserung passiert ist, sehr viel Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit.
00:50:03: Aber gleichzeitig mega viele Menschen, Die vorher gar nicht in diesen Räum waren, gar nicht für sie vielleicht
00:50:08: ihre religiöse
00:50:09: Identität überhaupt nicht so in dem Vordergrund stand aber plötzlich gemerkt haben und doch das macht was mit mir.
00:50:15: Doch ich bin doch muslimisch oder ich bin jüdisch.
00:50:20: Ich bin doch engagiert, will nicht engagieren und diese Leute sind plötzlich gekommen.
00:50:27: und ich glaube wenn man einfach den Raum mal hält und sagt ich bin da dass das
00:50:33: auch
00:50:33: andere Menschen reinholt und was mir Hoffnung
00:50:37: gibt
00:50:38: und da können wir glaube ich auch connecten.
00:50:40: ich habe in meiner Arbeit irgendwann gemerkt es ist nicht Es sind nicht die verschiedene Identitäten, die wir haben.
00:50:47: Sondern Haltung, die uns zusammenbringt.
00:50:50: und in den letzten Jahren waren ganz oft Menschen sehr unterschiedlicher Weltanschauungen, die für mich eine religiöspirituelle Heimat waren und nicht unbedingt Menschen, die wie ich so keine Ahnung
00:51:06: muslimisch-feministisch
00:51:07: dies das waren sondern eher einfach Menschen, der da war und in dem Moment gesagt habe Ich bin da
00:51:13: In dem Sinn auch die gleichen Werte vertreten oder einen an der Raum geben, sich halten dann wenn man es braucht.
00:51:22: Immer du hast ganz fest auch genickt das haben wir jetzt auch noch.
00:51:26: was für den Podcast?
00:51:31: Was holte ich so ab?
00:51:33: Darin oder wo hast Du Zustimmung und was möchtest du noch ergänzen?
00:51:37: Ja auf vielen Ebenen ist schon interessant wie sich so die Netze spannen.
00:51:42: Genickt bei Geneva, weil ich tatsächlich ... Ich bin auch katholisch aufgewachsen.
00:51:46: Oder ich bin auch weiterhin katholisch, denke ich.
00:51:49: Bin jetzt nicht irgendwo ausgetreten oder so weiter.
00:51:52: Auch wenn ich die Institution nicht so oft besuche und ich hab darüber nachgedacht, dass ich tatsächlich die Person, die mich abgeholt hat und die vielleicht wie du gerade gesagt hast da war oder den Raum gehalten hat, war als ich meine Firmung gemacht habe hier in Hünk.
00:52:09: Und das war eine queere Person!
00:52:12: im katholischen Kontext und das ist mir damals als sechzehnjähriger natürlich zum allerersten mal passiert.
00:52:18: Und das hat mich tatsächlich zum allererst Mal wieder so wach und dachte irgendwas, dass interessant achso wo ich schon eigentlich war.
00:52:25: okay ich mache jetzt diese Firmung und dann mal schauen irgendwie reicht es mehr auch und ich komme aus einer sehr katholischen Familie für die ich auch sehr viel Respekt hatte.
00:52:33: aber ich glaube mit Sechzehnten was wirklich so an der Kippe und das war schon spannend dass diese Person eigentlich genau in diesem, was du sagst für die Institution erst mal widersprüchlichen aber eigentlich total lebendig da sein.
00:52:53: Ich weiß nicht wie ich es auch noch sagen soll.
00:52:55: das war für mich so die Verbindung wieder und das war die Verbindung zu etwas was ich nicht bin Aber was mir wie gezeigt hat Es gibt Räume.
00:53:04: Und dann aber musste ich gerade so viel über das Wort verbundenheit nochmal denken weil ich es schon interessant finde.
00:53:10: Ich weiß nicht, ob es stimmt.
00:53:11: Aber ich habe darüber nachgedacht, dass das eigentlich interessanterweise wird ja eben im feministischen in unterschiedlichen wieder so ein bisschen marginalisierten Räumen gebraucht und ich glaube Es ist der so ein bischen der bewegte und bewegende Begriff eben.
00:53:27: vielleicht komme ich zurück zu dem wo ich am Anfang war Zu einem starren Wieler zu diesem Wielter Mehrheitsgesellschaft weil die Mehrheits gesellschaft die sogenannte braucht ja keine Verbundenheit erst mal außen rum, weil es gibt ein Wir.
00:53:43: Eben ich nehme jetzt so ein bisschen also und das kann man glaube ich jetzt gerade an allen Beispielen die wir gesagt haben durchgehend sehen.
00:53:49: und ich glaube die Verbundenkeit so sehe ich sie dann manchmal eben denke immer so alle irgendwie nicht umgeben so viele Verbundenheiten und Menschen die das suchen.
00:53:59: aber andererseits sind das auch Kontexte in denen ein Wir nicht per se garantiert ist In denen ist eben nicht diese starke, große, egal weiße Männliche.
00:54:10: Auch meine Verbundenheit mit Zürich war heute... Ich bin in Züricher aufgewachsen und ich bin trotzdem nicht hundert Prozent Zürcherin und ich habe meinen Ambivalenzen.
00:54:17: Und dann ist es so schön, diese Verbundenkeit zu spüren weil die ja auch nicht immer per se garantiert ist auf vielen Ebenen Herkunft, Wäge usw.
00:54:26: Und ich glaube das verbunden
00:54:28: hat.
00:54:28: schon wenn man's ein bisschen rausnimmt aus so einem Vielleicht manchmal romantisierten Begriff, dann ist es schon einfach die Gegenbewegung zum großen statischen Vier zur Gebundenheit an eine Mehrheit zu der man einfach dazugehört.
00:54:44: Und das ist einfach die andere Form von einem Vier und nicht hat in diesem Moment plötzlich etwas wieder mit der katholischen Kirche verbunden aber eben nicht über ein klassisches Vier was mir immer so ein bisschen gepredigt wurde wie das so sein sollte wenn man katholisch vielleicht oder neunzig Prozent der Leute leben, aber es war da und das war die Verbundenheit wieder.
00:55:06: Und das sind schon so diese wirklich tiefen Momente glaube ich wo man merkt dass man dazu gehört dass jemand da ist dass man bleiben kann dass man auch dabei sein kann auch wenn man nicht das Ganze macht wie die Mehrheit.
00:55:19: Jetzt gibt es aber schon auch Menschen, die natürlich diese Zugänge nicht so finden oder auch sehr schnell vergessen werden.
00:55:27: Oder ausgelassen werden und auch sehr scharke Einsamkeit- und Isolationsgefühle darin passieren.
00:55:34: Und Ilna, du hast ja mit dem Theater Hora unter anderem gearbeitet.
00:55:38: Das Theater Hore arbeitet mit Menschen mit Behinderungen zusammen in kulturellen ... Berei oder jetzt im Kultursektor sind wir vielleicht Schritte weitergekommen, wo Diversität mehr gedacht wird.
00:55:51: Aber auch da sind wir erst in den Anfängen.
00:55:54: In ganz vielen anderen Bereichen ist das überhaupt noch kein Thema.
00:56:01: Ein Thema dieses Podiums ist ja auch die unterschiedlichen Stimmen.
00:56:06: also wenn ich vielleicht kurz hinbogen nochmal schlafen darf zu Hanan eben du hast auch gesagt In vielen linken Räumen, wo wir immer über Differenzen gesprochen haben.
00:56:17: Ich mache auch die Erfahrung in meiner Arbeit dass wenige Stimmen sehr laut sehr aggressiv kommen und auch Vögel suchen zum Teil auch konstruktive Kritik kommt finde ich sehr wichtig aber zum teil auch wirklich
00:56:31: so dieses
00:56:33: den kleinsten Millimeter kritisieren sehr groß wird, nur über diese Differenz irgendwo überhaupt eigentlich herangetreten wird.
00:56:45: Ich für mich habe darin einen Umgang gefunden weiß aber auch dass das sehr vielen schwer fällt und eben sehr viele auch schon leise und vielleicht auch unsichere Stimmen vielleicht eh schon überhörte Stimmen dann ganz zum Schweigen bringt.
00:57:03: Magst du da uns ein bisschen mitnehmen, vielleicht auch wie man leisen stimmen oder wie man inklusiv damit umgehen kann?
00:57:15: Du kannst ja auch noch einen Moment Zeit nehmen.
00:57:18: Ich kann die Frage sonst auch noch weiter tragen.
00:57:22: Alles gut, alles genau einmal ganz sicher.
00:57:28: Ja, das ist eine sehr große Frage.
00:57:29: Ich meine ich glaube sie schließt natürlich wahrscheinlich an was sich vorhin gesagt habe dass eben Verbundenheit dort gesucht wird wo was marginalisiert wird während des allen anderen leichter fällt wir zu sagen auf einer bestimmte Art und Weise.
00:57:43: Ich mein wie das genau geht?
00:57:46: Das ist wahrscheinlich etwas was man immer weiter lernt sozusagen in den Disability Formen und Nachdenken darüber.
00:57:56: Ich finde es sind ja keine, also wenn man zum Beispiel als Theater-Hora nimmt dann sind das ja gar keine Leisenstimmen im Gegenteil.
00:58:02: Nein
00:58:03: aber auch oft stereotypische
00:58:04: Stimmen.
00:58:05: Genau das ist ja das Problem.
00:58:06: Also die Perspektive...
00:58:07: Wie ernst mir wird diese Stimmen da?
00:58:09: Und das hat auch Annan vorhin gesagt, also sozusagen die plurale Gesellschaft Man wird sehr schnell mit einem Du hast so Begriffe vorhin gesagt und man wird so schnell Wie du sagst, schuplatisiert.
00:58:22: Oder ich meine es gibt das Paradox wenn man vom Hora zum Beispiel spricht ist und dass es ja wirklich ein paar... Das führt so einen krassen Widerspruch unserer Gesellschaft auf.
00:58:33: Ist das zum Beispiel viel öfter?
00:58:35: Also nicht jetzt hundert Prozent aber erst mal die Personen mit Down-Syndrom sehr gerne gekastet werden für Theaterstücke während es auch Personen im Hora gibt mit unterschiedlichen Formen von Beeinträchtigungen denen man das nicht sofort ansieht Also eine unsichtbare Beeinträchtigung.
00:58:52: Und die sind dann weniger spannend, also es gibt ein Stigma von außen das will auch dass die Sachen sichtbar sind, dass sie abgestempelt werden können und dass man dann so ganz klar ist.
00:59:02: Das ist aber nur eines von vielen Beispielen.
00:59:05: und ja ich glaube die Verbindungen zu suchen da oder überhaupt Türen zu öffnen isst ja auch etwas wo man noch anders denken kann.
00:59:17: Wenn da weißt du wahrscheinlich so viel mehr, auch als ich durch deine persönlichen Erfahrungen.
00:59:22: Es ist so unterschiedlich.
00:59:23: also ich bin da ganz frisch hineingekommen und manchmal ist das ja auch total gut.
00:59:27: und es ist ja das Schöne am Theater-Horat dass immer Künstlerinnen so geholt werden und dass eben nicht immer nur SozialarbeiterInnen sind, dass Menschen reinkommen die einfach quasi auf Augenhöhe Kunst machen und man sitzt aber da und denkt Ich habe eigentlich keine Ahnung.
00:59:40: und das ist das Schönste weil es dann wirklich eine Begegnung auf Augen Höhe gibt wenn man gar keine Zeit zum Nachdenken hat.
00:59:47: Aber es ist natürlich eine harte Frage in unserer Welt, die so stark auf Leistung und Funktion auf körperliche Unversehrtheit ausgelegt ist.
00:59:58: Frauen, die schwanger sind vorher wissen können falls etwas kommen könnte.
01:00:04: Was macht man das?
01:00:05: Und immer weniger Menschen mit Down syndrome geboren werden.
01:00:08: aber auch wenn also einfach finde in dieser Gesellschaft in der wir leben im diesem ich mensch wirklich mittlerweile Postkapitalismus.
01:00:14: Ich weiß nicht ob das stimmt.
01:00:16: Das ist mein Begriff wie es wirklich so fühle wo wirklich Leistung und die Gesundheit wird ja so komisch hochgehoben.
01:00:24: Nicht mal nicht die gute Gesundheit dass man morgens aufsteht, wenn man das Glück hat und Sport machen kann.
01:00:31: Und sich freuen kann dass man in den See springt oder so sondern ich meine diese Leistungsgesundheit und die wird ja eigentlich von der Gesellschaft abverlangt weil wir in dieser Gesellschaft funktionieren müssen.
01:00:43: Die wird ja nicht für uns ab verlangt.
01:00:45: Das Schöne wäre ja wenn sie für die tatsächlich ehrliche Gesundheit egal dann wäre sie ja auch relativ, weil Gesundheit bedeutet für jeden Menschen etwas anderes und hat nicht immer den Marathon-Grad und den acht Stunden Arbeitstag-Grat.
01:01:00: Und dem mache ich noch meine Bankokreise grad sondern sie ist individuell.
01:01:04: aber ich glaube so lang der Blick einfach so fast totalitär auf die Frage von Gesundheit gelegt wird und immer mehr umso verletzlicher bleibt das Thema.
01:01:15: natürlich.
01:01:18: Wir haben, ich macht auch ... nicht auch.
01:01:23: Die Leisen stinnen in.
01:01:25: einerseits wir haben nicht mehr die Zeit auch über die Pandemie zu sprechen wo das auch sehr stark zum Thema wurde sehr viel Isolation und sehr viele Zugänge nicht mehr da waren.
01:01:36: jetzt spüren wir aber immer noch auch die Nachwirkungen.
01:01:41: ja auch die Zugänge sind vielleicht Okay, wir zeichnen jetzt auf als Podcast oder wir streamen mehr Formate.
01:01:48: Die Räume versuchen inklusiver zu werden aber eben in Großen und Ganzen hat es sich nicht verändert.
01:01:56: Wie findet ihr Geneva und Hanan?
01:01:59: Wir können leise stimmen Stimmen, die jetzt nicht immer so wie das was ich beschrieben habe im Vordergrund sind.
01:02:08: Die lautesten, die meist gehörtesten, meist ausgesprochensten Stimmen?
01:02:16: Wie können wir den anderen Raum geben?
01:02:17: Was können wir oder wir sind ja schon auch alles Personen, die auf die Bühne gehen und ich würde sagen Wir sprechen aus oder wir haben die Haltung.
01:02:29: Wir machen unsere Haltung klar in unseren Texten, in unseren Talk-Formaten und Büchern.
01:02:36: aber wie können wir Raum geben?
01:02:39: Oder wie können Menschen mehr Zugänge geben?
01:02:43: Wie können wir da verbinden?
01:02:48: Also ein Weg wo ich gesehen habe in den letzten Jahren funktioniert ist, dass man wirklich nach dieser auch das was du sagst, diese kapitalistische
01:02:59: Logik
01:03:00: zum Beispiel wir haben alle englische Plattformen und können Brünen schaffen.
01:03:05: Die neue Wege
01:03:06: z.B.,
01:03:07: als Magazin ist eine Plattform.
01:03:08: es ist ein Raum.
01:03:09: ich habe Natyo Babbel als Projekt Ein Weg, was ich gemerkt habe, dass es wirklich funktioniert ist.
01:03:17: Dass ich von dieser eine Bühne musklart gebügelt sein für diese Logik wegkomme.
01:03:23: Wir haben heute mega improvisiert und wir haben uns alle darauf eingelassen.
01:03:27: Und ich kenne aber trotzdem Menschen die würden dann sagen, ich hab diesen Ablauf erwartet und jeden Ablauf erwartet und das ist aber nicht passiert.
01:03:35: Und das ist wieder diese logisch zahlen Ticket.
01:03:38: Ich gehe hin, ich kriege eine Dienstleistung, ich erlebe ABCD Und was viele Bühnen auch in den letzten Jahren versucht haben zu machen, ist so eine Verschiebung von warum denken wir das diese Struktur für Theater?
01:03:52: Für ein Museum?
01:03:53: Für einen Event nur dieses Struktur richtig ist.
01:03:56: Wir vergessen dass viele Strukturen ja gar nicht Natur gegeben sind.
01:04:00: und wie schafft man auch einen Raum wo Menschen, wo man eine Grundlage schaffen sagt hey Das ist die Basis, auf der wir schauen.
01:04:09: Wir sind respektvoll und benutzen keine diskriminelle Sprache.
01:04:12: Wir schreiten ein wenn jemand auch aus Versehen etwas sagt usw.
01:04:18: Gedanken dürfen auch mal unausgebacken, zum Beispiel in so ein Debattierformat auf eine Bühne kommen.
01:04:24: Und da sind ganz oft Menschen die z.B.
01:04:27: nicht geübt sind und nicht die perfektesten Texte geschrieben haben oder nicht die perfektesten Poetry Snaps haben oder schauspielende sind weil sie im Prozess sind.
01:04:35: Weil sie am Anfang sind und vielleicht sich gar nicht trauen.
01:04:39: Da habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht über Aufrufe zu sagen Wir schaffen diesen Platz, wenn du ganz oft auch in der Community arbeiten.
01:04:50: Also wenn du mal einen Text geschrieben hast sei es in der Muttersprache was halt oft keinen Platz bekommt in unserer Öffentlichkeit Sei es eben du brauchst vielleicht Unterstützung.
01:05:00: wie schreibe ich überhaupt irgendein lyrischen Text oder whatever?
01:05:05: melde dich komm nachher melde Dich.
01:05:08: wir gucken uns an und da habe ich wirklich mega starke Personen hinterher aufbüllen gesehen, weil man den überhaupt das erst mal ermöglicht hat und einen Zugang geradezu Kultur geschaffen hat.
01:05:23: Danke dafür!
01:05:26: Vielleicht hier kann ich, wir sind ja im Debattierhaus Kaldergroße auch auf das Festival Inkluvision verweisen.
01:05:32: Man kann die Formate, die wir hier gestreamt haben nachschauen und es hat Gebärdensprachdolmetsch und Untertitelung und wir haben genau das gemacht.
01:05:42: Wir haben Jugendliche und junge Erwachsene auf die Bühne geholt noch nicht so binnen erfahren sind und ganz unterschiedliche Bedürfnisse sind zusammen auf die Bühne gekommen.
01:05:53: Und es gab auch Pannen, das durfte einfach sein.
01:05:57: Ich finde, es darf einfach sein eben, dass auch mal jemand ... Ja ich habe auch schon moderiert und jemand der Neurodivagentismus zur Toilette und dann haben wir halt unterbrochen.
01:06:08: Es ist Kultur, nennt man das auch?
01:06:14: sind Prozesse, die da am Laufen sind.
01:06:16: Also danke, dass du das noch eingebracht hast, Hannah.
01:06:20: Geneva, was denkst du?
01:06:22: Wie können wir auch mehr Raum geben denen, die jetzt nicht so viel Raum haben?
01:06:29: Ich nehme ganz viel nicht von dem, was du gerade gesagt hast und diese Pannenkultur ruf ich mir selber wieder in Erinnerung.
01:06:41: keine, jetzt eine Frage die mich auch ein wenig überfordert muss ich sagen immer wieder.
01:06:47: Vielleicht so ein Beispiel was ich mir selber so vorgenommen habe?
01:06:50: Ich merke dass das immer wieder so in mir kollidiert wenn ich in einem Raum bin und dann sind irgendwie lauter wichtige Menschen die irgendwie wichtige Gespräche führen und dann merk ich so ich möchte dazugehören.
01:07:02: Ich denke so ich hab doch auch etwas zu sagen ich möchte dazu gehören.
01:07:06: Ich hab irgendwann mal gemerkt, dass es so ein Struggle ist.
01:07:10: Wie soll ich sagen?
01:07:11: Ein Kampf in Patrachat finde ich so.
01:07:13: Die Männer bündeln die, wo ich sauer werde und denk, hey, hört nicht auch machen!
01:07:19: Aber
01:07:21: irgendwann habe ich mir wie gesagt ... Wenn ich jetzt mal die Machtfrage stelle und schaue, wer ist die Person in diesem Raum, die am wenigsten Redenmacht hat, am wenigstens gehört wird.
01:07:33: Und ich gehe einfach mal gezielt dahin dann entstehen eigentlich die interessantesten Gespräche.
01:07:39: Und das ist wirklich etwas, was ich irgendwann mir vorgenommen habe so aktiv zu versuchen.
01:07:44: Ich finde die Machtfrage, dass jetzt vielleicht eher wieder auf der analytischen Ebene für mich ganz entscheidend.
01:07:50: Es ist nicht unbedingt ... Ich weiß nicht, ob die Stimme-Videos auch von gesagtes zu leise sind?
01:07:55: Das ist eher die Frage wie viele Menschen hören Sie, wollen sie hören und wer hat wie viel?
01:08:02: Wie soll ich sagen?
01:08:02: Anerkennung, Credibility.
01:08:05: Welche Redemacht wird eine Person gegeben?
01:08:08: und das kann ich ja entscheiden!
01:08:10: Ich kann eine Person redemacht geben.
01:08:12: Ich kann nicht zuhören.
01:08:15: Danke vielmals.
01:08:17: Wir sind eigentlich jetzt am Schluss also in den letzten fünf Minuten Und ich habe mich jetzt entschieden während diesem Gespräch was Das Gespräch könnte noch sehr lange dauern, aber in Anbetracht dessen dass wir einerseits auch inklusiv sein möchten und die Aufmerksamkeit und auch die eigenen Ressourcen hier einteilen möchte ich wirklich pünktlich auch hier schließen.
01:08:45: Aber in diesen letzten fünf Minuten würde ich das eigentlich gerne machen, wie ich das in meinem Deep-Talk Format auch mache.
01:08:52: Was ich im Comedyhaus mache, wo ich eben auch unterschiedlichste Menschen, die ein bekannter andere weniger einlade und vertieft
01:09:02: über
01:09:03: Themen spreche, dann nehmen wir immer zum Schluss etwas
01:09:06: mit.".
01:09:07: was uns mit dem Thema verbindet und teilen das noch mit dem Raum in den letzten fünf Minuten.
01:09:13: Und wenn ihr einverstanden seid, weil das ist jetzt nicht im Konsens entstanden wird, fände ich es mega schön, wenn Jennifer und Ivna noch paar Sätze aus den Texten lesen mögen die ihr mitgebracht habt und wir würden dann ganz zum Schluss einen Song anspielen, den Hanon mitgebracht hat.
01:09:38: Wenn ich das mit der Technik dann hinkriege ... Aber ich glaub schon!
01:09:43: Wir machen ja jetzt eben Binnen die Pallen zulassen dürfen.
01:09:48: Seid ihr damit einverstanden?
01:09:50: Ist es für euch okay hier?
01:09:54: Max, du magst aus deinem Buch vorlesen zum Schluss dieses Bodiums.
01:10:01: Danke, das mach' ich gerne.
01:10:02: Es ist auch... Eine kurze Stelle, oder ich kann sie noch kürzer machen.
01:10:10: Wenn ich Sie richtig einen Moment nur, dass sich vielleicht ein bisschen abkürze... Okay!
01:10:25: Auch in der Panenlogik improvisiere ich, lese einfach los und dann hört sich vielleicht hinterm Mitte ab.
01:10:32: Genau damit es nicht zu lange ist.
01:10:34: Ich glaube das ist selbsterklärend auf allem nach unserem Gespräch.
01:10:40: Und das ist aus diesem Essay.
01:10:43: Das Buch liegt dann auf dem Tisch, genau auf den Büchertisch.
01:10:49: Ich wünsche mir eine neue Selbstverständlichkeit in der Literatur im Leben.
01:10:55: Eine Selbstverständigkeit, in der mehr als meine oder deine Biografie zählt.
01:11:00: Eine neue Selbstständlichkeit um mich und dich und dich möglich zu machen.
01:11:06: Um die Gleichzeitigkeit der Perspektiven, Orte- und Sprachensicht und Hörberzumachen, die viele Menschen schon lange Leben kennen in und mit sich tragen, den sie nicht nur dauernd legitimieren sollen müssen, die einfach da sind, die selbstverständlich sind?
01:11:24: Was bleibt ist eine Frage hatten wir heute auch schon warum eigentlich nicht alles aus mindestens zwei Richtungen lesen um vielleicht etwas mehr zu lesen, mehr Leben, mehr Beweglichkeit und weniger Stillstand.
01:11:39: Ich nehme zum Beispiel den Namen einem Namen der hier erst mal eher fremd klingt vor jene von hier aus diesen Sprachräumen für die der Name fremt klingt ist dieser Name häufig eine Kategorie steht schnell für eine Erzählung dem nicht ihre eigene ist.
01:11:55: Und dann gibt es alle anderen Die auch hier sind Für die der name aber Nicht Fremd klingt Die Geschichte dahinter nicht fremd ist.
01:12:03: Im Gegenteil, für diese Personen ist die Geschichte nichts anderes.
01:12:08: es ist der Normalzustand, der beschrieben wird in dem sie leben indem Sie sich bewegen?
01:12:14: können nicht beide Lesarten als neue Selbstverständlichkeit gelten ohne gegeneinander ausgespielt zu werden ohne darüber zu sprechen von welcher Art des Lesens der Leserinnen mehr da sind welche leseweise gilt oder überwiegt?
01:12:31: können nicht immer mindestens zwei Blickrichtungen gelten.
01:12:37: Die zwei Lesapen, die zwei Blickrichtungen unterscheiden sich deutlich in ihren Textverständnis und den daraus gezogenen Erkenntnissen.
01:12:45: Erst zusammen erzählen sie aber wirklich.
01:12:48: erst zusammen können Sie Kategorien auflösen und nicht mehr über Minderheiten oder Nähheiten nachdenken.
01:12:55: Zusammen erzählen Sie von einer Welt, die sich täglich im Haus, im Bus, im Büro auf der Probebühne ereignet – die da ist draußen vor der Tür und zu Hause gleichzeitig.
01:13:09: Es ist die Perspektive des Und-und-und, das dazu nicht ein oder aus, nicht wir oder ihr, nicht entweder oder.
01:13:18: Vielleicht ist das die neue Perspektiv, die gelten sollte.
01:13:21: Lesen aus mindestens zwei
01:13:23: Richtungen.".
01:13:25: Danke vielmals immer!
01:13:27: Ich denke,
01:13:28: es soll kein Applaus sein.
01:13:33: Vielen Dank.
01:13:36: Tineva du hast uns auch antext?
01:13:39: mitgebracht, nochmals von einer ganz anderen Richtung und ich bin sehr dankbar dass du dieses Thema auch einbringen.
01:13:49: wir es jetzt zum Schluss.
01:13:50: Wir werden das hoffentlich in einem anderen Format dann auch nochmals vertiefen.
01:13:55: aber hört doch selbst!
01:13:57: Ich habe ihn schon gekürzt, ich hoffe ich kann ihn nicht spontan noch kürzen, das schaffe ich leider nicht, aber ich glaube es geht von der Länge her.
01:14:07: An meinem Arbeitsweg liegt eine Schafweide.
01:14:10: Manchmal halte ich an, steige vom Rad und beobachte
01:14:14: die Tiere.
01:14:15: Sie liegen da, kuscheln sich aneinander, schlafen, steigen auf einen Stein- und halten Ausschau Essen blöken – sie blicken mich an!
01:14:25: Mit ganz unterschiedlichen Gesichtern mit breitem Kiefer oder schmaler Nase dunklen oder helleren Augen neugierig oder müde.
01:14:34: Sie sind Individuen Individuen, die mit Zukunft rechnen.
01:14:38: Sonst wurden sie nicht essen – sich Fortpflanzen soziales Verhalten
01:14:43: zeigen.".
01:14:44: Wie man sie schlachten und essen kann ist mir ehrlich ein Rätsel!
01:14:49: Ich erinnere mich an einem Gespräch das ich an der Uni mit einem meiner Professoren führte.
01:14:54: Ein Tieretiker den ich auch heute sehr schätze.
01:14:57: Ich lebte damals vegan, verzichtete also auf alle tierischen Produkte und setzte mich intensiv mit der Tierbefreiungsbewegung auseinander.
01:15:05: Der Vegetarismus meines Professors war mir zu inkonsequent, zu mau.
01:15:10: Konfrontativ fragte
01:15:11: ich ihn Was
01:15:13: ist mit den geschwollenen Äutern der dauerschwangeren Milchkühe Mit den massenweisen getöteten männlichen Küken?
01:15:20: Woher kommt wohl das Leder an ihren Schuhen?
01:15:22: Haben sie schon einmal einer Mutterkuh gehört, der das Kalb weggenommen
01:15:25: wurde?
01:15:27: Natürlich waren all die Fragen dem Experten nicht unbekannt.
01:15:30: Er fragte mich schlicht zurück ob ich ihm sagen wolle er solle doch vegan leben.
01:15:35: Genau das wollte ich.
01:15:38: Jetzt, zehn Jahre später liebe ich selber einen solchen Mauen-Vegetarismus.
01:15:44: Dass ich tierische Produkte konsumiere ist ehrlicherweise einzig eine Frage der Bequemlichkeit des Geschmacks der Vorlieben.
01:15:52: andere Argumente dafür sind mir ausgegangen.
01:15:55: Zeit daran etwas zu ändern Denn sie lässt mich nicht los.
01:15:59: die Frage nach dem Tierleid.
01:16:01: Tiere
01:16:02: sind wunderbar, faszinierend.
01:16:04: Manchmal nervig oder eklig und gefährlich und brutal.
01:16:09: Immer sind sie Individuen wie diese Schafe.
01:16:13: Sie fühlen Schmerz spielen manche trauern oder sind eifersüchtig.
01:16:19: Natürlich kann man sagen, dass wir in diesen Zeiten wichtigere Probleme haben als über Tierleid nachzusinnen.
01:16:25: Das Menschenleid in dieser Welt ist enorm der erstarkende Faschismus bedrohlich die Zukunft ungewiss.
01:16:33: Ist dann die Frage ob Fleisch oder ein Spiegelei auf meinem Teller liegt nicht eine Luxusfrage?
01:16:39: Im Vergleich mag sie das sein aber gibt es da nicht im Kern einen Zusammenhang?
01:16:46: habe ich Empathie?
01:16:48: Lasse ich den Schmerz an mich heran.
01:16:52: Halte ich mich
01:16:53: für wichtiger besser als das andere Lebewesen?
01:16:57: Gestehe ich den anderen ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit zu?
01:17:02: Kann ich staunen lernen kümmern hegen und pflegen Das Herz weich halten Respekt kultivieren genau hinschauen Nicht aufgeben, zur Veränderung beitragen zu wollen.
01:17:19: Gerade im globalen Norden, wo mir die Wahl offen steht wie ich mich ernähren und kleiden will.
01:17:24: Das Sterben nicht
01:17:26: hinnehmen.".
01:17:38: Am Kin-Festival hatten wir den Trackkünstler Insoya de Kau, der einen Input gehalten hat genau auch, wo es darum ging Und es war einerseits manchmal unangenehm, aber es hat mich auch einfach so tief berührt und dass wir auch in Verbunden sein immer wieder darüber sprechen.
01:18:04: dass wir mit jeglichen Lebewesen verbunden sein können und wie wir respektvoll miteinander umgehen.
01:18:11: Gut, ich versuche hier die Technik zu überbrücken indem das ich spreche und gleichzeitig geht es aber irgendwie nicht weil jetzt fragt mich nämlich das Gerät ob ich mit dem
01:18:22: Kopfhörer
01:18:23: oder anderen Geräten verbinden will.
01:18:25: also ich mache mal anderes Gerät und schaue was passiert Weil Han hat uns einen Son mitgebracht.
01:18:32: Magst du was dazu sagen, warum du diesen Son mit gebracht hast?
01:18:37: Ganz zum Schluss, den wir jetzt zusammen einspielen werden und alle natürlich frei sind dann auch sich zu bewegen.
01:18:46: aber wir werden den einfach bis zum Schluss hier im Raum noch laufen lassen.
01:18:52: Ich habe Das Buch von Kay Tempest mitgebracht, eine Person die Musik macht.
01:18:59: Eine Person, die aus dem Poetry-Slam-Spoken-Word kommt und das Buch ist in Pandemie geschrieben worden auf Englisch On Connection, auf Deutsch verbunden sein.
01:19:13: Und ich habe sehr viel Inspiration aus diesem kleinen Büchlein geholt gerade in dieser Zeit wo ja Kultur lahmgelegt wurde, wo verbunden sein über Kultur nicht möglich war.
01:19:28: Wo alle eigentlich die Bedeutung das wir Kultur brauchen so sehr gemerkt haben?
01:19:34: Das war so ein Riesenthema und als ich hier jetzt noch mal reingeguckt habe wegen diesem Titel Verbundensein bin ich verschrocken dass wir eigentlich sechs Jahre später so sehr die Kultur gerade zusammenstampfen wenn Ressourcen knapp werden.
01:19:51: Ich bin wirklich verschrocken, weil wir waren uns vor sechs Jahren noch einig dass Kunst und Kultur Medien sind der Mensch Kreativität genutzt hat um in Verbundenheit mit sich selbst mit seinem Umfeld mit anderen Menschen zu sein.
01:20:05: und nur sechs Jahre später haben mir schon wieder alles vergessen.
01:20:09: deswegen habe ich diesen Song mitgebracht hold your own
01:20:14: Danke vielmals.
01:20:15: Und mit dieser Sonne verabschiede ich mich von euch, Geneva Hain und Iwa.
01:20:20: Ich danke euch vielmals, dass ihr in diesem Sturm trotzdem den Weg hierher gefunden
01:20:25: habt!
01:20:26: Ich bedanke nicht bei allen Kooperationen und beim Publikum, bei allen Zuhörenden und auch bei den Gebärdensprachdoll-Matchenden Ramona und Vera.
01:20:37: Der Song wird nicht gedolmetscht, der Text liegt aber auf dem Stuhl auf und man kann den so verfolgen.
01:20:46: Ich möchte mich einfach nochmals bedanken, dass wir das brechen, dass alles zusammenbricht und dass wir gemeinsam für Verbundenheit sorgen.
01:20:58: Danke schön!
01:21:04: Vielen Dank für euer Interesse und bitte bleibt Verbunden, bleibt auch gerne mit uns von RefLab verbunden.
01:21:12: Schreibt uns wenn ihr Kommentare Gedanken Anregungen Kritik habt an contact at reflab.ch oder was immer ihr denkt zu diesem Gespräch und zu dem Thema Verbundenheit in unsere Kommentar leisten.
01:21:27: Und gerne wenn ihr mögt abonniert den RefLab Newsletter dann bleibt die immer auf dem laufenden Wenn wir etwas neues euch anzubieten haben, eine Veranstaltung ein Podcast was auch immer.
01:21:39: alles Gute und euch einen erfreulichen Sommer.