Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion

Transkript

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00:00:05: Nach draußen mit Klausen.

00:00:05: Ein Podcast von Johann-Hinrich Klaussen über Kultur und Religion.

00:00:18: Herzlich willkommen zur ersten Folge von draußen mit klausend nach dem Sommerferien, ich bin Johann-Rich Klauson evangelischer Theologe und Autor und habe heute ein Thema ausgewählt und einen Gast mir eingeladen.

00:00:34: dass beide passen wunderbar zum Thema des Ende der Schulferien und des Anfangs des neuen Schuljahrs, nämlich Religionsunterricht.

00:00:45: Was ist da gerade los?

00:00:48: Nicht nur in Deutschland, was passiert dort?

00:00:50: Vieles ist dort in Umwältung befindlich.

00:00:54: zu Gast

00:00:54: habe ich

00:00:55: einen alten Studienfreund Andreas Kubik Professor für Religionsbedingungen und Praktische Theologie in Osnabrück.

00:01:05: Wie schön dass du da bist.

00:01:06: Danke!

00:01:06: Ich freue mich aus

00:01:08: Genau, bevor wir gleich losgehen auf das Thema und schauen was an großen Umbrüchen im Religionsunterricht gerade passiert.

00:01:18: Und was das mit der religiösen Lage so in Deutschland und Europa zu tun hat?

00:01:23: Meine kleine Einschicksfrage die ich mich angewöhnt habe jedem zu stellen der mir hier beim Podcast vor die Flinte kommt nämlich Was war dein letztes Kulturerlebnis?

00:01:36: Ich bin jemand, der vor allen Dingen sehr gerne ins Kino geht und der Sommer ist für mich immer die Festzeit für Open Air Kino.

00:01:47: Da versuche ich also so oft wie möglich hinzugehen.

00:01:51: und zuletzt habe ich allerdings drin den neuen Spider-Man Film gesehen und draußen die

00:02:02: ODC.

00:02:03: Das muss ich kurz nachfragen.

00:02:04: Normalerweise stelle ich da keine Nachfragen, aber weil ich gerade Sonntag in der ODC drin war und immer noch davon ganz beeindruckt bin wie ist denn das die ODC draußen zu gucken?

00:02:15: Ja es hat ordentlich Wucht kann man schon sagen!

00:02:20: Okay okay also ich hatte so ein tolles Kino und der Sound von allen Ecken und Enden gekommen.

00:02:26: wo draußen ist natürlich nochmal ein anderes Erlebnis Religionsunterricht, der könnte man natürlich erst mal denken.

00:02:33: Das ist jetzt vielleicht ein bisschen langweiliger als Thema weil es nur die Schulen betrifft und

00:02:41: da geht's dann um

00:02:43: irgendwelche Details der Pädagogik oder auch das Verhältnis von Staat und Kirche.

00:02:47: aber ich glaube wir beide sind davon überzeugt dass an diesem Thema richtig viel liegt und richtig viel drin ist.

00:02:53: deshalb weil du dich viel besser auskennst.

00:02:56: warum interessierst Du Dich für das Thema Religion-Unterricht?

00:03:02: Also ich kann schon mal vorwegnehmen, dass es eigentlich keine großen biografischen Hintergründe hat.

00:03:07: Weil in der Schule das Fach nicht besonders toll fand.

00:03:14: Solides hinteres Mittelfeld in meiner persönlichen Rangliste.

00:03:19: Ich muss allerdings sagen im Nachhinein betrachtet, dass meine Lehrer das ziemlich gut gemacht haben.

00:03:26: Wenn ich mich jetzt versuche zu erinnern was wir da so gemacht und wie das ging... dann war das eigentlich ziemlich gut.

00:03:33: Also der Unterricht war gut, aber es hat mir persönlich jetzt trotzdem nicht so wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich hatte mich dann zwar entschieden Religionslehrer zu werden, aber das hatte eigentlich weniger mit meinen eigenen Erfahrungen aus dem Unterricht zu tun sondern weil mich einfach die Themen, dann die theologischen Themen sehr interessiert haben.

00:03:57: Und so ist es jetzt eigentlich auch, würde ich sagen das Fach selber ist ja für die meisten Leute subjektiv nicht wahnsinnig wichtig.

00:04:07: Trotzdem kann man sagen entzünden sich einfach an diesem Fach und zwar schon seit vielen Jahrzehnten eben die ganz großen Debatten im Verhältnis von Staat und Kirche, wie ist die religiöse Gesamtlage?

00:04:22: Und welche Integrationsprobleme gibt es in unserer Gesellschaft.

00:04:25: Das bündelt sich eigentlich fast alles irgendwie in den Debatten und dieses kleine unbedeutende Fach.

00:04:33: Genau das ist immer lustig, kann ich gut nachvollziehen.

00:04:37: Ich fand damals auch nicht so toll und muss im Rückblick sagen manchmal wird man der älter ungerechter.

00:04:43: Der Unterricht war gut gemacht.

00:04:46: Das ist wirklich ein winziges biografisches Detail, aber wenn man sich alle größeren staatskirchlichen Religionskulturellen Debatten anguckt hängt lässt sich ganz viel am Religionsunterricht festmachen und auch wie unterschiedlich er in Deutschland oder anderen europäischen Ländern gehandhabt wird.

00:05:06: Insofern ist dieses kleine Thema Religionsunterricht doch ein ziemlich großes.

00:05:10: Und jetzt im Moment ist richtig viel in Bewegung.

00:05:14: das war es zwischendurch, auch mal gab's verschiedene Fahden wo richtig sich was verändert hat.

00:05:19: Jetzt scheint sich das aber ein bisschen zuzuspitzen.

00:05:23: wir werden uns das mal so ein bisschen Stück für Stück erschließen.

00:05:28: Aber stimmt mein Eindruck dass obwohl das auch gar kein großes öffentliches Thema ist kein großes Öffentliches Thema da gerade jetzt ja Religionsunterricht vor bestimmten Scheidewegen steht

00:05:43: Ja es können Scheidewege werden.

00:05:47: Grundsätzlich würde ich sagen, haben wir hier Bewegungen die an sich schon etwas länger im Gange sind.

00:05:53: Die aber jetzt vielleicht sich eben wie eine Wellenbewegung vielleicht auch aufschaukeln in einer bestimmten Weise also ich denke mal die Hauptbewegungen die wir haben sind natürlich einmal die religiöse Pluralisierung in Deutschland einfach die schlichte Zunahme an Menschen die nicht christlichen Religionen angehören.

00:06:15: Also das ist das eine und das andere, die die Zunahme der Kirchen Austritte.

00:06:23: Und ich würde auch mal sagen so seit der ersten Austrittswelle in den späten neunzeitssechziger Jahren ist es eigentlich Thema und wird jetzt immer ein größeres Thema, die Veränderung im Religionsunterricht.

00:06:38: Deswegen haben viele in der Religionspädagoge dieses Thema Kirchenaustritte bzw.

00:06:44: Konfessionslosigkeit dann auch für sich entdeckt, ein schwieriges Thema.

00:06:51: aber ich denke das hat im Grunde mit diesen beiden Bewegungen hauptsächlich zu tun dass eben auch in Bezug auf das Thema religiöse Bildung viele Änderungen im Schwang sind.

00:07:02: Da

00:07:02: kann ich wieder zwei Dinge nochmal nachhaken.

00:07:05: Das eine ist religiöse Pluralisierung, da denkt man immer an die Muslime, die in Sicht allerdings auch ziemlich plural sind und nicht einheitlich Das natürlich durch verschiedene Migration auch andere Formen von Christentum in Deutschland oder überhaupt insgesamt Europa präsent sind.

00:07:24: Also evangelisch und katholisch nicht mehr als das einzig bestimmte Dual, sondern es gibt eben auch viele aus orthodoxem Kirchen stammend Freikirchen.

00:07:36: all das wird mehr.

00:07:37: Und das zweite du sprachst von Kirchenaustritten.

00:07:41: was ich fast noch wichtiger finde also dieser bloßes harte ist das...

00:07:47: ja, das sieht vielleicht ein

00:07:48: bisschen eidertümlicher Begriff, aber dass so Familienfremdigkeit weniger wird.

00:07:53: Also, dass die häusliche familiäre Weitergabe von christlichen Traditionen weniger wird Das führt dann irgendwann zu einem Kirchenaustritt.

00:08:04: Aber dass man als im Religionsunterricht weniger davon ausgehen kann, dass Zuhause sowas wie Religion gepflegt wird Kannst du es nachvollziehen?

00:08:14: Ja, das ist auch auf jeden Fall sehr gut beschrieben in der Religionspädagogik.

00:08:18: Dass eben das was man religiöse Sozialisation nennt abnimmt oder zumindest in einer traditionellen Form stark abnimmt.

00:08:29: Das müsste jetzt nicht unbedingt für die Gesamtkonzeption vom Religionsunterricht gleich irgendwas bedeuten aber natürlich für die Art herangehensweise und worum es geht im Unterricht da spielt das natürlich eine sehr große Rolle.

00:08:43: Und vielleicht noch zu dem ersten Punkt, also die meisten denken ja wenn sie Religionsunterricht hören eben an evangelischen oder katholischen Religions-Unterricht.

00:08:53: Es gibt aber in Deutschland so, wenn man alle Formen zusammenzählt, fünfzig verschiedene Religions Unterrichter.

00:09:03: Also muslimische, jüdische und verschiedene Orthodoxe... aber auch buddhistischen und viele andere.

00:09:10: Also häufig ist es eben lokal ganz begrenzt, je nachdem wenn eben in einer Gegend eine bestimmte Religionsgemeinschaft sehr stark ist und dann eben schon länger mal nachgefragt hat ob das auch geht.

00:09:23: also insgesamt haben natürlich evangelische und katholische Evangelische und Katholische Religionen zu drichen eine gewisse Flächendeckung Aber Es gibt alles Mögliche.

00:09:35: Also, Fünfzig hatte ich noch nicht gehört.

00:09:38: Das finde ich erstaunlich!

00:09:39: Wir werden gleich auf das Thema kommen dass der alte Religionsunterricht ordentlich konfessionell eingeteilt in evangelisch und katholisch, da sich das in ganz vielen Bundesländern verändert.

00:09:50: aber vielleicht nochmal weil das nicht jeder drauf hat eine kurze geschichtliche Orientierung wie ist es eigentlich dazu gekommen?

00:09:56: Dass es in Deutschland an staatlichen Schulen die ja die meisten Kinder- und Jugendlichen haben ein Religionsunterricht gibt.

00:10:06: Das ist ja anders als in vielen, vielen anderen europäischen oder westlichen Ländern.

00:10:12: Kannst du das kurz diskutieren?

00:10:14: Ja!

00:10:17: In Deutschland war jetzt aus dem Mittelalter und der Reformationszeit her das Schulwesen traditionell sehr stark im kirchlicher Hand.

00:10:27: Es gab dann eben schon seit der Reformation immer auch so eine gewisse Konkurrenz, auch der städtischen Schulen zum Teil.

00:10:37: Aber man kann sagen also bis weit ins neunzehnte Jahrhundert hinein hatten im Grunde die Kirchen dann auch die Aufsicht über das Schulwesen und das hat es eigentlich erst in den letzten Jahrzehnten mit dem Ende des Kaiserreiches auch zum Schluss gekommen Und damals gab es eben in Bezug auf die weimere Verfassung eine starke Debatte.

00:11:05: Die Linken und die Liberalen wollten im Grunde den Religionsunterricht ganz und gar raushaben, vor allen Dingen auch den Einfluss der Kirchen auf die Schule raus haben.

00:11:15: Während die Kirchen sehr stark in die Richtung gingen, dass sie weiter möglichst großen Einflüsse auf das Schulwesen behalten wollten.

00:11:25: Und der Kompromiss, den man dann geschlossen hatte war eben zu sagen die Kirchen haben keine Aufsicht mehr.

00:11:32: Es gibt nur noch eine staatliche Schulaufsicht auch eine Fachaufsucht aber beim Religionsunterricht dürfen die Religionsgemeinschaften weiter bei den Inhalten mitreden.

00:11:43: das war sozusagen der für beide Seiten gangbare vernünftige Kompromisse und der ist der Sache nach dann auch ins deutsche Grundgesetz von neunundvierzig übernommen

00:11:54: worden.

00:11:55: Das ist interessant, weil das war ein Kulturkampf der sich gewaschen hatte.

00:12:03: Demgegenüber alles was heute so als Kulturkampf verkauft wird ein kleines Späßchen ist.

00:12:09: also da ging es richtig extrem zur Sache nicht ganz so extrem wie Deutschland in Frankreich.

00:12:15: Da gab's ja vergleichweise Kämpfe aber in Deutschland eben doch einen massiven Kampf zwischen den Linken und den Rechten, den Säkularen und den Kirchen um die Macht der Kirchen in der Schule.

00:12:28: Und dann gab es ein Kompromiss, der sehr vernünftig ausgearbeitet worden ist wo auch ein paar Theologen dran mitgewirkt haben und der dann mit Ausnahme dieser Zwischenzeit des Nationalsozialismus in Westdeutschland muss man immer sagen, nicht in der DDR weiter durchgeführt wird und nach der Wiedervereinigung auch für Ostdeutschtland gilt.

00:12:54: Eigentlich als Grundmodell.

00:12:56: eigentlich irre wie so ein Kompromiss gehält obwohl sich ja eigentlich fast alles verändert hat.

00:13:02: Vielleicht noch mal zur Einschätzung ist ja manchmal der Hilf der Blick über Landesgrenzen ganz interessant.

00:13:10: Wir haben nun hier wegen Raffles so einige Zuhörerinnen und Zuhürer aus der Schweiz.

00:13:16: Ist es in der Schweiz vergleichbar?

00:13:19: Gab's ähnliche Kämpfe, sie?

00:13:23: würdest du Deutschland und Schweiz im Blick auf Religionsunterricht unterscheiden oder vergleichen?

00:13:29: Also in der Schweiz gab es schon im Verlauf des zwanzig Jahrhunderts eine klare Trennung, dass es einerseits einen allgemeinen Unterricht gab.

00:13:40: Es war die eine Säule ein Unterricht im biblischer Geschichte oder im Allgemeinen Christentum.

00:13:46: das ist Eine.

00:13:47: aus der Aufklärungszeit stammt die Idee, die in Deutschland auch in Bremen beispielsweise umgesetzt wurde.

00:13:53: Da steht es heute noch in der Landesverfassung.

00:13:58: Nein ist das zunächst nicht Religionskunde sondern in der Landesverfassung in Breemen und so ist es in der Schweiz ähnlich auch steht wer Unterricht soll im auf allgemeinkristlicher Grundlage stattfinden.

00:14:10: Problem heutzutage ist, wer definiert das was eine allgemein christliche Grundlage ist?

00:14:15: Deswegen ist es also sowohl in Bremen als auch in der Schweiz eben so weiter bestimmt worden dass man gesagt hat Der Unterricht soll jetzt also dieser Allgemeineunterricht die erste Säule religionskundlich stattfinden.

00:14:30: Das aber eine Fortbestimmung dessen was früher Allgemein christliche Grundlage hieß, heute sagt man das ist nur dann sauber wenn es religionskundlich stattfindet.

00:14:40: und in der Schweiz ist sozusagen die zweite Säule dass die Kirchen auf freiwilliger Basis in der Schule noch einen konfessionellen Religionsunterricht anbieten können.

00:14:51: Der aber anders als in Deutschland dann eben kein ordentliches Fach ist.

00:14:55: Das ist die Besonderheit in Deutschland, dass der konfissionelle Religionsentricht wie es im Grundgesetz heißt ordentliche Lehrfach ist.

00:15:03: Das ist in der Schweiz nicht so, sondern in der Schweiz ist das ordentliche Lehrfach eben ein religionskundliches Fach.

00:15:10: und da gab es jetzt eben glaube ich im Jahr zwanzig-einenzwanzig große Lehrplanreform nochmal.

00:15:16: Der sogenannte Lehrplan Einenzwansich, der das dann fortbestimmt zu einem religionskundlich kulturellen ethisch orientierten Universalfach sagen wir mal.

00:15:27: Und haben die unterschiedliche Namen?

00:15:30: Weißt du Das eine ist dann Religion, das andere ist dann in Ostern würde man sagen Christenlehre.

00:15:39: Also in der Schweiz hat es jetzt eben unterschiedliche Namen also RKG glaube ich oder Religion, Ethik, Kultur... Also man musste eben bei diesen Sachen, weil eben gerade so viel Bewegung ist in Europa ändern sich auch die Namen permanent.

00:15:58: In Norwegen ist es besonders interessant, weil jedes Mal wenn die Konservative oder die linke Regierung wechselt, ändert sich der Name des Religionsunterrichts fach.

00:16:07: Die Konservativen wollen immer das Christentum ausdrücklich erwähnt wird im Namen während die Linken das wieder wegnehmen.

00:16:14: also das ändert sie sozusagen im vierjahres Takt.

00:16:19: Aber der Punkt in der Schweiz ist diese ganz klare, die erste Säule.

00:16:23: Es ist ein religionskundliches Fach und die Schweizer Didaktiker legen da eben auch sehr großen Wert drauf während das ordentliche Fach in Deutschland konfessionell ist.

00:16:33: Okay man könnte sagen die Schweitzer sind konsequenter und die Deutschen hängen noch länger an einem historischen Kompromiss der jetzt so langsam auch an seinen Ende kommt, beziehungsweise... Jetzt gehen wir mal wieder nach Deutschland.

00:16:51: An unterschiedlichen Orten sehr sehr unterschiedlich ausgefüllt wird.

00:16:56: Schule ist Ländersache bei uns also ein föderales Thema und ich kenne mich wirklich nicht gut aus.

00:17:04: aber was ich wahrgenommen habe das es zwischen Bremen Und Bayern, Niedersachsen, Hamburg Berlin, Württemberg ist schon extreme Unterschiede gibt.

00:17:17: Die könntest du jetzt alle aufführen?

00:17:18: Das will ich aber gar nicht!

00:17:19: Aber könntest Du so ein paar besonders wichtige Eckpunkte nennen oder die Ausreißer nach links und rechts oder oben unten oder die, die besonders wichtig sind, dass wir jetzt nicht alle Bundesländer durchgehen?

00:17:33: Ja Genau, ich werde das mal gleich auf zwei oder drei Typen zusammenfassen.

00:17:41: Möchte aber nur noch sagen vielleicht zu dem was du vorher sagtest also die Schweiz ist konsequenter Das ist richtig im Sinne einer europäischen Entwicklung Die tendenziell in die Richtung geht.

00:17:54: Also viele Länder haben umgestellt auf Religionskunde als ordentliches Fach.

00:17:59: Ich denke aber nicht dass Also das Religionskundemodell sei prinzipiell dem deutschen Religionsunterricht überlegen ist, sondern beide Modelle haben klar benennbare Vor- und Nachteile.

00:18:13: Da können wir vielleicht nachher noch mal drauf zu sprechen kommen.

00:18:15: Jetzt vielleicht nochmal einmal zurück.

00:18:17: also es gibt eine Ausnahmegruppe die vom Grundgesetz selber her vorgesehen ist nämlich die Länder, die in den Neunzehnten einen anderen Regelung hatten als die, die im Grundgesetz vorgesehen ist.

00:18:33: Die konnten ihren Religionsunterricht behalten.

00:18:35: das war also wie gesagt Bremen vor allen Dingen und dann nach der Wende haben auch Brandenburg und Berlin sich darauf berufen.

00:18:43: Also diese drei Länder haben von vornherein keinen konfessionellen Religions-Unterricht sondern religionskundliche Modelle.

00:18:52: Dann gibt es einige Länder sehr stark auf konfessionelle Kooperation setzen.

00:18:59: Das waren vor allen Dingen Baden-Württemberg und Niedersachsen, da sind jetzt einige noch dazugekommen Nordrhein-Westfalen und Hessen wo eben sehr stark also katholische und evangelische Kirche sich überlegt haben ist besser wenn wir kooperieren.

00:19:18: Und dann gibt es eben noch eine ganze Reihe von Bundesländern bei denen das einfach ganz normal So weiter läuft, wie es auch vom Grundgesetz in Artikel sieben vorgesehen ist.

00:19:31: Interessanterweise sind gerade die östlichen Bundesländer abgesehen von Brandenburg eben was das eigentliche Religions-Utrittsmodell angeht eher konservativ.

00:19:43: man hätte denken können dass nach der Wende da irgendwelche experimentellen Mittel und Wege gefunden wurden.

00:19:50: Es war aber nicht der Fall.

00:19:51: Das haben immer wieder welche dran gearbeitet Aber es hat sich nicht etabliert, deswegen sind diese Länder eigentlich strukturell konservativer in dem Sinne dass sie eben einen klar definierten konfessionellen Religionsunterricht haben.

00:20:07: Obwohl Sie die

00:20:08: wenigsten Kirchenmitglieder

00:20:09: haben?

00:20:09: Genau und das ist auch sagen wir mal ein Zustand bei dem man erstmal auch sagen kann warum nicht also das Grundgesetz oder der Religionsunterricht wie er Ihnen das Grund Gesetz vorsieht taugt auch als Minderheitenschutz, wie es ein Kollege mal ausgesucht hat.

00:20:29: Also es hängt nicht daran dass die Mehrheit der Bevölkerung das wählt sondern man kann eben sagen ist es ein ordentliches Fach das dann eben von weniger Leuten gewählt wird.

00:20:40: eine Besonderheit was aus Deutschland angeht ist noch dass es dort nach der Wende zu einem wirklichen Boom christlicher Schulen gekommen ist also viele viele Schulgründungen christliche Schulen, die eben auch von vielen Konfessionslosen gerne besucht werden.

00:20:58: Es ist also eine ganz andere Art dann eben so etwas wie religiöse Vermittlung vorzunehmen.

00:21:05: Das ist

00:21:05: nochmal ein eigenes Thema, weil es echt interessant sind.

00:21:09: Es sind wirklich faszinierende Geschichten wie Hoanning Eltern selbst evangelische Schulen gegründet haben in nicht geringen Fällen deshalb, weil sie die alten SED-Lehrerschaften nicht mehr haben wollten oder für ihre Kinder eine demokratische Form von Schulkultur haben wollten, die eben mit der alten Lehrerschaft schwer umzusetzen war.

00:21:31: aber das ist ein anderes Thema.

00:21:33: Ich selber bin ja Hamburger und komme aus einer ganz besonderen Religionspädagogischen Situation.

00:21:40: Ich weiß gar nicht, wie einzigartig sie noch ist.

00:21:42: als ich anfing als VK und dann Pastor war man in Hamburg immer sehr stolz ganz besonders zu sein.

00:21:49: nämlich dort gibt es den Religionsunterricht für alle.

00:21:53: also eben nicht dass die Klassen aufgeteilt werden in unterschiedliche Gruppen sondern die Klasse bleibt zusammen.

00:22:00: Es gibt ein Religionsunterricht eben für alle Kinder, alle Jugendlichen und das ist ein faszinierendes Modell.

00:22:08: Gibt auch so ein paar Tücken

00:22:09: dabei.

00:22:11: Ist das noch so besonders oder kann man sagen dass sich doch andere Bundesländer jetzt in diese Richtung hin bewegen weil es nicht mehr praktikabel organisierbar sinnvoll ist?

00:22:24: die weniger werden in evangelischen katholischen Kinder auseinanderzusortieren und die anderen, die gar keine Religion von zu Hause her mitbringen dann

00:22:33: damit nicht zu

00:22:34: behältigen.

00:22:35: Also von meiner

00:22:38: Erfahrung

00:22:39: jetzt als Universitätslehrer kann ich sagen dass theoretisch die Situation in Hamburg immer sehr sehr attraktiv ist.

00:22:47: also die Studierende interessiert das immer außerordentlich Und wenn man dann etwas genauer hinguckt, dann merkt man dass es eben doch auch sich nicht so ohne weiteres übertragen lässt.

00:23:01: Also ich denke das hat in Hamburg eben eine längere Vorgeschichte.

00:23:05: Ich glaube auch dadurch, dass sich die Leute gut verstanden haben, die dieses Modell eingerichtet haben.

00:23:12: Also

00:23:12: protestanten Katholiken kamen später dazu Muslime...

00:23:16: Ja von Haus aus waren die Katholiken eben zum Beispiel lustigerweise gar nicht dabei sondern die kamen eben tatsächlich erst im einundzwanzigsten Jahrhundert dazu.

00:23:25: Also in dem zwanzigten Jahrhundert, als das also nach neunzehn und siebzig als das angefangen hatte in Hamburg da waren eben also Muslime, die jüdische Gemeinde ich glaube auch buddhistisch war dabei.

00:23:45: von daher man muss auch sagen Religionsunterricht für alle Stimmte von Anfang an nicht, also auch nicht nur weil die Katholiken nicht dabei waren sondern ich glaube in Hamburg gibt es einhundert sechs eingetragene Religionsgemeinschaften.

00:23:59: Davon waren sechs immer dabei.

00:24:02: Sondern man hat eben gesagt wir wollen die Klassen nicht aufteilen.

00:24:06: aber auch in Hamburg kann sich natürlich wie überall vom Religionzonericht abmelden und das machen auch viele.

00:24:11: Also auch von daher ist es nicht unbedingt für alle die, sagen wir mal, die konzeptionelle Überlegung zu sagen.

00:24:19: Man versucht ein kooperatives Modell nicht nur zwischen evangelisch und katholisch sondern auch mit anderen Religionen.

00:24:27: das hat natürlich seinen Reiz und seinen Charme.

00:24:32: aber ich sage eben gleich es hängt natürlich eben auch an Voraussetzungen die in einem Stadtstaat gegeben sind.

00:24:38: wenn man sich besprechen will kann man sich in einer viertel stunde dann treffen mit der S-Bahn Kaffee trinken, das wäre jetzt in Flächenländern wie Bayern oder Sachsen oder Niedersachsen natürlich schwierig.

00:24:49: Also

00:24:50: der Claim Religion unterricht für alle ist einfach toll und die gute Idee ist ja auch sinnvoll.

00:24:58: also dieses Aufteilen der Klassengemeinschaft ist erstens nicht praktikabel also jetzt noch gar nicht mehr Praktikabel Und ist natürlich an solcher Religions eine tolle Chance, Kinder aus unterschiedlichen Traditionen über dieses Thema zusammenzubringen und in den Austausch zu bringen.

00:25:19: Nun kommst du aber aus einem weitläufigen Flächenland Niedersachsen das jetzt dem Nicht-Religion für alle macht, aber einen großen Schritt getan hat nämlich evangelisch und katholisch zusammenzuführen.

00:25:36: denn da die ersten Wahrnehmung und Erfahrungen.

00:25:42: Das Ganze knüpft eben an, das Modell der sogenannten konfessionellen Kooperationen, die es seit den neunzehnt neunziger Jahren gab in Niedersachsen und in Baden-Württemberg.

00:25:52: Und man kann also das sich umfestig... Das kann man sich etwa so vorstellen du hast eben zwei Fächer, also evangelischen Religions oder nicht katholische Religionsunterricht, die für eine Weile kooperieren Aber dabei sozusagen als unterschiedliche Fächer erhalten bleiben, so wie wenn man sagt wir machen eine Weile für Physik und Chemie zusammen.

00:26:14: Das hatte bestimmte Vorteile, wenn wir eben da kooperieren dann gehen aber auch wieder auseinander und wir bleiben als separate Fäche erhalten.

00:26:21: So war die Situation in Niedersachsen.

00:26:25: bis vor Kurzem Und Anfang jetzt der zwanzig-zwanziger Jahre haben die Kirchen sich überlegt es wäre besser Fächer zu einem Fach verschmelzen.

00:26:35: Das ist also durchaus neu, das hat es so in der Form noch nicht gegeben im Deutschland, dass evangelische und katholische Kirche gesagt haben wir wollen auf einen Religionszentrum hinwirken bei dem beide Traditionen sozusagen zu einem fach verschmelzten.

00:26:54: Und das bringt natürlich gewisse Schwierigkeiten mit sich weil man eben sagen kann die Lehre der beiden Kirchen immer noch so wie sie lange gewesen ist.

00:27:06: und dann kann ich davon sprechen, dass es im Grunde eine große Annäherung gegeben hätte unbedingt.

00:27:12: Natürlich ein gewisser Hinsicht aber im Großen und Ganzen bestehen beide Kirchen separat weiter.

00:27:18: Aber Sie haben eben einen Verfassungsrechtsgutachten eingeholt und war so ja, kann man machen?

00:27:25: So gerade noch gedeckt.

00:27:29: Und was verändert sich dadurch für den Religionsunterricht?

00:27:32: Einfach, dass die Klassen größer sind oder dass es auch noch mal mit einem anderen Schwung unterrichtet wird.

00:27:40: Ja man kann sagen es gibt einen neuen Schwung da durch das man natürlich viel Anpassungsleistungen vornehmen muss sich gegenseitig wie auch tatsächlich bei etwas besser kennenlernen Man muss überhaupt darüber mehr nachdenken und ins Gespräch kommen ist immer gut.

00:27:56: Also ich denke es ist schon eine Chance eben für einen innovativen Schub.

00:28:01: Ich glaube auch, dass das für viele eine organisatorische Vereinfachung ist bei den Schulen und dadurch eben eine größere Stabilität auch im Hinblick auf die Unterrichtsversorgung gewährleistet ist.

00:28:17: Ich will mal schätzen, dass doch ein Riesensprung Religionen sind richtig niederachsend, eine epochales Ereignis.

00:28:26: Eigentlich in Deutschland?

00:28:26: In Deutschland, ja!

00:28:30: Wenn wir mal partitisch sind... Eine große ökumenische Leistung.

00:28:34: Zugleich habe ich in den Medien darüber nichts wahrgenommen.

00:28:39: Du hast mich mit der Nase drauf gestoßen.

00:28:44: Habe ich das falsch wahrgenommen, dass da hier richtig was passiert ist und es die Öffentlichkeit nicht interessiert oder hat es doch nochmal auch andere Reaktionen gegeben.

00:28:56: Also das war jetzt ja ein längerer Prozess, ich glaube zwanzig-einundzwanzig.

00:28:59: wie gesagt ist er angestoßen worden.

00:29:02: und also die mediale Begleitung war zunächst, sagen wir mal einen freundlichen zur Kenntnis nehmen bis nicht zur Kennte nehmen, wie es jetzt eben meistens bei Religionsthemen, die jetzt nicht irgendwelche Aufreger beinhalten, ebenso ist man Man nimmt das zur Kenntnis und dann steht es auch mal irgendwo, steht mal irgendwie so zwei Spalten was darüber.

00:29:29: Aber im Großen und Ganzen ist das eigentlich relativ glatt- und geräuschlos durchgegangen bis es eben jetzt Anfang des Jahres also zwanzig sechsundzwanzig eine gewisse Aufregung gegeben hat in konservativen Blättern die vor allen Dingen sich an dem Lehrplan einen Zündetaten, der da jetzt eben vorgestellt wurde im Enforz?

00:29:53: Das muss man ja so immer bedenken.

00:29:56: Da sind die sehr großen Modelle und die staatsköchlichen Vereinbarung.

00:30:00: das andere ist der Religionsunterricht wie er dann eigentlich faktisch vorgenommen wird.

00:30:06: und da gibt es ganz tolle Modelle oder ganz schlechten Unterricht und umgekehrt.

00:30:10: dasselbe gibt es auch tollen Unterricht mit einem schlechtem Modell.

00:30:16: Was war die Kritik an den Religionen bei den Unterrichtsentwürfen?

00:30:23: Ja, interessanterweise war eben das in einigen konservativen Blättern.

00:30:32: Also ich nehme jetzt mal die neu aus einer Brücker Zeitung dazu aber dann auch die Bildzeitungen oder das Portal News und von dort dann in die Echo Kammern Von Social Media.

00:30:44: Da ging es eben vor allen Dingen darum, dass jetzt weniger.

00:30:49: der Unterricht ist ja immer noch separiert oder ist immer noch nicht modern genug sondern da ging es im Gegenteil darum, der Lehrplan enthält viel zu wenig Jesus.

00:30:59: Da ist viel zu wenig Jesus.

00:31:00: stattdessen ist die Rede von Klima und von sexueller Identität und von Auseinandersetzung mit dem Islam, und solche Sachen.

00:31:10: Und da kam also sozusagen aus konservativ christlicher Ecke dann eben der Vorwurf hier wäre ja am Grunde ein Ausverkauf des christlichen drinnen enthalten.

00:31:23: Das ist denke ich bei näherem Hinsehen schon von vornherein blödsinn gewesen weil Weil die Leute sind eben durchgegangen und haben geguckt, wie oft der Name Jesus fällt.

00:31:39: Und der fällt tatsächlich nicht besonders oft... Aber natürlich kann man sagen, wenn eben von Nächstenliebe die Rede ist oder von christlicher Zukunftshoffnung oder von Ostern oder so.

00:31:50: Natürlich geht es dann auch der Sache nach immer auch um Jesus.

00:31:54: Also von daher ist es von vornherein denke ich eine unsinnige Betrachtung sondern ich denke da Hintergrund war an dieser Stelle eher ja das bestimmte Formen einer konservativen Christlichkeit zurzeit sowieso in ein gewisses Aufwinsgefühl haben und das dann eben ganz gut verbinden konnten, sozusagen mit diesen kulturkämpferischen Talking Points.

00:32:20: zu viel Sharia, zu viele Islamen.

00:32:23: Zu viel Gequatsche um sexuelle Identitäten, zu viel Klimareligion – das war glaube ich der eigentliche Hintergrund.

00:32:31: Und dann war es noch zu einem Überfluss eine grüne Kultusministerin die den Lehrplan einführen musste

00:32:37: Okay, aber das ist ja dann das übliche kulturkönfrische Spiel.

00:32:41: Das kenne ich auch bei Berichterstattern über ein kriegender.

00:32:45: interessierte Journalisten.

00:32:47: Scannen das Programm

00:32:49: ruhig

00:32:50: nach Dingen die sie skandalisieren können.

00:32:53: Die sinnvolle Frage die man durchaus stellen kann inwieweit passt sich der Leerplan oder die Plassen sich die Unterrichtsentwürfe der faktischen Unchristlichkeit der Schülerinnen und Schüler an.

00:33:06: Und wie viel explizite Religion kommen vor, wie viele Niveau, wie viel Substanz?

00:33:11: Das sind ja... gar nicht jetzt konservative Punkte, sondern das sind ja sinnvolle Fragen in Stellung, die man an alle Religionspädagogischen in Würfel stellen kann.

00:33:20: Genau also das ist ja eigentlich würde ich sagen auch immer das Thema bei...also meistens haben auch solche Kulturkämpfe ja auch irgendeinen Punkt über den man sich sachlich unterhalten könnte.

00:33:31: und hier es ist natürlich so dass man eben sagen muss alle religionsleer Pläne haben jetzt seit den letzten fünfzig Jahren eigentlich zwei Pole nämlich einmal eben die Lehre der Religionsgemeinschaft Und der andere Pole sind eben die Interessen der Schülerinnen und die Fragen, die sie mitbringen usw.

00:33:51: Wie man diese beiden Pole ausgewichtet austariert, das ist im Grunde heutzutage die Kunst.

00:34:02: Die Wette, die wir gleichsam eingehen mit unserem Religionsunterricht, ist ja immer dass die Fragen und Interessen bedient werden können, sozusagen mit den Mitteln eben die Einredigungsgemeinschaft zur Verfügung stellt.

00:34:17: Du selber machst das ja nicht sondern du bist Wissenschaftler und du beobachtest das und erforscht es.

00:34:24: Hast du eine Einschätzung was Schülerinnen und Schüler die Lehrkräfte wirklich interessiert?

00:34:32: Sind jetzt solche großen Modellfragen oder orientieren sie sich eher an ganz konkreten Fragen wie Unterricht gestaltet, mit welchen Themen verhandelt werden?

00:34:43: oder ist es doch auch ein Wunsch zum Beispiel bei den Lehrkräften dass das nicht mehr separiert wird.

00:34:50: Was nimmst du da wahr?

00:34:53: Also bei den Schülern würde ich mal sagen gibt es an sich nach wie vor eine große Bereitschaft sich auf religiöse Themen einzulassen und zwar also ich benutze jetzt mal dieses Fremdwort tentativ Das heißt, sozusagen Probe halber mit der Möglichkeit auch Abstand wiedernehmen zu können.

00:35:17: Zu sagen vielleicht ich interessiere mich dafür aber ich will mich da runter nicht verkaufen lassen.

00:35:23: also das wichtigste ist eigentlich dass man nicht verschluckt wird oder missioniert wird kann man sagen.

00:35:29: Aber wenn das sozusagen gewährleistet ist und das ist es auf jeden Fall in jedem heutigen Religionsunterricht dann gibt es nach wie vor eine große Bereitschaft bei Schülerinnen und Schülern sich auf religiöse Themen einzulassen, eben in dieser tentativen probehaften Weise zu sagen ich gucke mir das mal an.

00:35:49: Ich probiere das mal aus.

00:35:50: Ich denke mich da mal rein Und das finde ich eben auch weil wir ja darüber anfangs sprachen die große Chance des Modells in Deutschland dass man eben sagen kann auf diese weise kann Religion eben auch als etwas präsentiert werden, was zu der eigenen Sache werden kann.

00:36:09: Das ist im religionskundlichen Modell eigentlich ausgeschlossen, also programmatisch ausgeschlossene.

00:36:15: In einer Religionskunde geht es gerade nicht um die persönliche subjektive Religiosität sondern da geht das eben wirklich nur darum zu sagen ich will Kenntnisse vermitteln und Das

00:36:29: Tentative heißt ja, es kann zu meiner eigenen Sache werden.

00:36:32: Ich nehme Stellung dazu entweder indem ich mir dieses oder jenes religiöse Modell aneigne.

00:36:39: Oder eben auch dann ist das meine eigene Sache weil ich mich dagegen entschieden habe jetzt nicht nur bestimmte Götterwelten im Hinduismus kennengelernt sondern mich damit beschäftigt und mich gefragt hat das was wir mit tun und je nachdem wie ich mich entscheide Wird es meine Sache beziehungsweise wird das dann auch dadurch, dass ich mich davon abwende?

00:37:00: Ja und da ist natürlich ein möglichst kooperativer Religionsunterricht der doch aber so eine Spitze hat.

00:37:09: Schon auch ganz interessant, dass man unterschiedliche Modelle hinbekommt vorgestellt bekommt nicht nur normalen Protestantismus oder normalen Katalizismus.

00:37:17: ja

00:37:18: also ich sage mal in der In der Theorie sind kooperative Modelle sowieso toll das ist klar.

00:37:25: Und in der Praxis ist es eben so, dass schon die Kooperation zwischen evangelischer und katholischen Religionsunterricht nicht überall komplett reifungslos läuft.

00:37:36: Was sind die Probleme?

00:37:39: Naja, die Probleme sind also einmal natürlich eine Ausbildung, somit In Grunde ja auch noch dann eben die Dinge aus der anderen Tradition gut kennenlernen muss.

00:37:50: Das nimmt natürlich zu, wenn man andere Religionen mit dazu zählt.

00:37:54: Also das Ausbildungsthema ist nicht ganz zu unterschätzen.

00:37:58: Ich würde sagen unsere Studierenden haben am evangelischen Christentum schon genug zu lernen.

00:38:03: in der Regel aber dann eben auch die Frage der persönlichen Stellungnahme und der Positionierung der Lehrkraft.

00:38:13: Wie kann man die Waage zwischen einer nicht beeinflussenden Haltung und trotzdem einer persönlichen Positionierung halten?

00:38:23: Das sind auf der Ebene die Probleme, aber im großen Maßstab ist natürlich die Frage, wer sind eigentlich die Kooperationspartner.

00:38:32: Und können sie wirklich auf Augenhöhe miteinander kooperieren?

00:38:36: Also ich sag mal so, die jüdische Gemeinde beispielsweise hat in der Regel gar kein Interesse daran mit den anderen zu kooperieren, weil sie einfach nur untergehen würden.

00:38:46: Viel zu

00:38:46: klein ist?

00:38:47: Viel zu

00:38:47: Klein und dann würden in einem kooperativen Setting einfach untergehen und sagen, daran haben wir gar kein Interesse.

00:38:54: Beim Islam ist man so etwas hin- und hergerissen, weil man einerseits sagt dadurch wären wir sozusagen stärker am Tisch aber auf der anderen Seite bietet natürlich eben die Möglichkeit einen eigenen islamischen Religionsunterricht anzubieten auch viele Vorteile.

00:39:11: Da fleckt immer eine Rückfrage.

00:39:13: Evangelisch und katholisch ist natürlich nicht so schwer eigentlich für eine Kooperation unabhängig von unterschiedlichen institutionellen Interessen oder keine Ahnung persönlichen Unverträglichkeiten, weil man mehr oder weniger ähnlich groß ist und ähnlich strukturiert ist.

00:39:29: Man ist eine ordentliche Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat also seine Behörden und so und seine Fachleute.

00:39:36: das ist ja aber im Islam schon ganz anders.

00:39:39: da gibt es zwar oft Schulklassen, die vielleicht mehrheitlich muslimisch geprägt sind.

00:39:44: Aber sehr unterschiedlich.

00:39:45: und ja wer sind da eigentlich die Kooperationspartner?

00:39:50: Und wie sind sie aufgestellt?

00:39:51: Sind das Moscheevereine?

00:39:54: Sind es Islamverbände?

00:39:57: Das ist gar nicht so leicht zu beschreiben!

00:39:58: Genau also ich würde sagen beim islamischen Religionsunterricht gibt es zwei Hauptprobleme.

00:40:04: Das eine ist der politische Wille vonseiten der jeweiligen Landesregierung.

00:40:09: Also wollen die das wirklich in Angriff nehmen?

00:40:12: Das ist in den Bundesländern sehr, sehr unterschiedlich ausgeprägt.

00:40:17: aber das andere Problem ist tatsächlich eben auch etwas Haus gemacht dass eben der Islam sozusagen keine Kirchenstruktur in dem Sinne hat.

00:40:27: Das wäre an sich auch nicht weiter schlimm, aber es müsste irgendwie gelingen von Seiten der Muslime.

00:40:33: Irgendeinem Gremium, irgendeinen Verein oder was auch immer zu finden, der sozusagen der Ansprechpartner für die anderen Religionsgemeinschaften und eben auch für die Politik sein könnte.

00:40:47: Und das ist nach wie vor im Grunde nicht wirklich geklärt.

00:40:51: Es gibt in jedem Bundesland dafür andere Ansprech-Partner, andere Vereine Dachverbände und so weiter.

00:40:58: Zum Teil, wie bei der DiTip haben eben die Leute auch politisch Sorgen dass der türkische Staat möglicherweise großen Einfluss nehmen könnte.

00:41:08: Ob das plausibel ist steht auf dem anderen Blatt.

00:41:10: Das kann ich letztlich auch nicht wirklich beurteilen.

00:41:12: aber die Frage sozusagen wer macht es eigentlich?

00:41:15: Wer ist der Ansprechpartner?

00:41:16: Das ist ein großes Problem.

00:41:18: Und manche Neigen dann zu dem Ausweg zu sagen na ja dann schaffen wir sozusagen den von Staatswegen.

00:41:25: Aber das ist gerade wirklich der schlechteste aller...

00:41:28: Ein staatlich gebildeten...

00:41:29: Ein staatsisch gebildeter Partner.

00:41:31: Ja, genau ein Staatsislam, der dann im Grunde aber auch die Religionsgemeinschaft gar nicht wirklich vertreten kann.

00:41:38: Aber dass es immer noch eine offene Frage seitdem es muslimische Migration nach Deutschland gibt, ich kenne mal so diese Tendenz Sobald von uns christlich geprägter Mehrheitsreligion bei diesem Thema den Islam zu verkirchtlichen, organisiert euch doch mal ordentlichen und macht doch mal eine innermuslimische Ökumele.

00:42:00: So richtig voran geht es nicht obwohl ja gerade beim Religionsunterricht ne tolle Chance wäre dann eben auch Christendom in Islam in einen Sinn von das Gespräch zu bringen oder Kinder auf unterschiedliche Herkünfte einfach andere kennenlernen zu lassen und mehr Verständnis in Wirken zu lassen.

00:42:19: Okay,

00:42:20: offenes Problem!

00:42:22: Ja

00:42:22: muss man vielleicht auch gar nicht... Obwohl das wäre noch mal eine Frage eigentlich du bist ja jetzt auch jetzt nicht so der Prinzipienreiter habe ich jedenfalls nicht wahrgenommen.

00:42:30: aus deinem veröffentlichen und äußern zum Thema Du würdest jetzt auch nicht sagen da musst jetzt eine prinzipielle Lösung gefunden werden sondern Man kann auch Dinge mal ausprobieren.

00:42:41: oder ist das im deutschen Schulwesen schwer denkbar?

00:42:45: Es wird tatsächlich ganz viel ausprobiert.

00:42:49: Häufig ist es so, dass die Schulen auch jetzt nicht mit allen Einzelheiten der Rechtslage gut vertraut sind und machen dann einfach irgendwas.

00:42:57: Das ist natürlich aus der Perspektive des Forschers ein gefundenes Fressen wenn man sich das anguckt wie das zum Teil in einzelnen Schulen gehandhabt wird.

00:43:07: Manchmal denkt man, das ist aber im Sinne des Erfinders Aber aus der Forscherperspektive ist es natürlich immer erstmal wahnsinnig interessant.

00:43:16: Deswegen finden in Wahrheit also viele, viele kleine Mikro-Experimente in Sachen Religionsunterricht in Deutschland statt und das ist auch sagen wir mal im großen Ganzen eben unschädlich weil die große Struktur weiterhin ja auch erhalten bleibt.

00:43:34: Das finde ich eben auch den großen Vorteil dass eben die Struktur flexibel genug ist, sich nicht von solchen Experimenten immer gleich ins Boxhorn jagen zu lassen.

00:43:45: Ja dann kann man ja auch mal gucken.

00:43:49: Ein ungewohnter Gedanke in Deutschland.

00:43:51: aber deshalb meine Rückfrage du musst keine Namen und Orte nennen.

00:43:56: fällt dir so ein Experiment ein das du besonders interessant findest?

00:44:01: spontan Du sagst, da entwickelt sich irgendwie was.

00:44:05: Es muss jetzt nicht die große Lösung sein aber es hat mich irgendwie angesprochen.

00:44:09: Also was für mich zum Beispiel ganz neu war als ich in Osnabrück angefangen habe Ich kannte das eigentlich gar nicht so von Haus aus ist eben der Religions- und Richt an berufsbildenden Schulen.

00:44:20: Und dort weil eben die meisten Berufsschulen sowieso vernachlässigt und unterversorgt sind, findet dort in der Regel der Religionsunterricht sowieso im Klassenverband statt.

00:44:35: Niemand fragt danach welche Religion die Schülerinnen haben, sondern die evangelische oder katholische Religionslehrkraft macht dort sozusagen wirklich einen Religionsentricht für alle, der aber eben Grunde jetzt gar nicht konzeptionell groß vorgedacht ist, sondern sie machen das irgendwie Und man kann sagen, das ist dann faktisch eigentlich so etwas wie eine christlich grundierte Lebenskunde für Berufsschülerin.

00:45:04: Das wird als solches eben auch sehr gut akzeptiert.

00:45:08: also die gehen da gerne hin und weil eben die Frage sozusagen ist es missionarisch oder so was oder konfessionell?

00:45:14: die stellt sich überhaupt nicht weil das eben angesichts davon, dass wenn es in den drei evangelischen vier katholische acht konfessionslose fünf muslimen zwei buddhisten oder so also die frage stellt sich da gar nicht ob das konfessionell ist sondern es ist im grunde eine art wie gesagt christlich grundierte lebenskunde die als solche eben von eigentlich auch von allen wertgeschätzt wird.

00:45:39: und das finde ich zum beispiel ein sehr sehr interessanter entwicklung.

00:45:43: Das freut mich, weil ich vor kurzem mit Berufsschulen zu tun hatte, die ganz oft überhaupt nicht im Blick sind.

00:45:50: Und wir haben eine schöne kleine Aktion gemacht und da habe ich so einen winzigen Einer davon geworden was an Berufssschulen, Pflegeschulen und was es noch so gibt, was dafür tolle Leute und Themen unterwegs ist.

00:46:03: also vielen Dank für diesen Hinweis!

00:46:04: Ich gucke so ein bisschen dass wir das Gespräch am Ende zuführen.

00:46:08: Wir wollten ja eine Schulstunde oder hatten wir uns vorgenommen ungefähr?

00:46:13: Nun bist du Forscher und als Forscher ist man natürlich vollkommen wertfrei.

00:46:16: Und erforscht nur, du bist aber auch selber ja Lehrer.

00:46:19: Du bildest religionszukünftige Religionslehrer aus.

00:46:24: Gibt es etwas was du da willst oder was du den mitgeben willst?

00:46:28: Oder zu was du die ausbilden möchtest?

00:46:32: Hat das eher was mit so einem Modell zu tun oder mit bestimmten Inhalten oder Grundhaltung?

00:46:40: wie würdest du das für dich selbst beschreiben?

00:46:42: Also, ich gehe ganz stark aus vom Grundrecht auf Religionsfreiheit und ich verstehe auch den Religionsunterricht eigentlich als Artikulation dieses Grundrechts auf Religionfreiheit.

00:46:55: Und nach meiner Auffassung setzt eigentlich das Grundrecht Auf Religions Freiheit bei uns vor Haus.

00:47:02: dass Religion grundsätzlich auch etwas sein kann was man gut finden kann ist jetzt etwas verschraubt ausgebrückt, aber ich sage es sehr

00:47:13: vorsichtig.

00:47:14: Ganz bewusst so weil eben viele ja auch sagen der eigentliche Sinn der Religionsfreiheit ist dass man keine Religion haben kann.

00:47:21: das gehört natürlich auch dazu ganz klar.

00:47:23: aber ich würde sagen die der positive Sinn der religionsfreiheit heißt eben zunächst mal religion kann subjektiv eben etwas Gutes sein.

00:47:32: Das ist die Voraussetzung und in dem Sinne würde ich eben also versuche, den die Religionslehrkräfter, die Angehende nach auszubilden.

00:47:40: Eben zu sagen das es Teil des Religionsunterrichtes eben zu suchen was eben an der Religion gut ist im Allgemeinen oder auch für mich persönlich.

00:47:50: Und Ich finde eben dass das deutsche System diesen persönlichen Aspekt eben auch sehr stark ermöglicht.

00:47:56: Das finde ich hier ein Grunde sehr wertvoll.

00:48:00: Wie gesagt, auch Religionskunde hat große Vorteile.

00:48:03: Aber gerade dieser Aspekt sozusagen der persönlichen Religiosität um den soll es eben in der Religions-Kunde programmatisch grade nicht gehen.

00:48:11: Dann würde ich sagen das zweite wäre so weil es ja auch konfessionelle Identitäten dann sein sollen.

00:48:19: bei den Religionslehrkräften also in meinem Fall sozusagen evangelischer Religions lehrkräfte ist mein Anliegen dass sich eben sage so hab Mut zu euch habt Mut zu eurer eigenen Religiosität und glaubt nicht, dass ihr euch irgendeine fake christliche besonders superchristische Identität zulegen müsst.

00:48:40: Sondern so wie ihr euer eigenes Christentum, eure eigene evangelisch sein versteht.

00:48:45: das wird in aller Regel gut klappen und auch das Richtige sein und eine Möglichkeit sein eben für Schillerinnen, dass sie sich damit auseinandersetzen und daran sich selber bilden.

00:48:58: Ja, und das Dritte wäre ein Prinzip zu sagen.

00:49:00: Der Religionsunterricht ist eben auch Teil der großen religiösen Bewegung, auch der Kirchenreform die wir heute haben.

00:49:11: Das ist sehr spannend und dafür wünsche ich mir im Grunde mehr Öffentlichkeit.

00:49:16: Auch Schulinterne-Öffentlichkeit, dass man in der Schule sagt Religion ist kein... Thema über das man am besten schweigt, damit ist glaube ich heutzutage überhaupt nichts gewonnen.

00:49:26: Sondern Religion soll ruhig ein Thema sein, über dass man sich auch gerne sehr kontrovers auseinandersetzt.

00:49:33: aber auch dafür muss man eben erstmal was wissen.

00:49:37: Sehr schön kann ich gut nachvollziehen.

00:49:39: vielen Dank.

00:49:40: zum Schluss denke ich meinen Gästen immer freie Werbezeit für eine Sache die selber gemacht haben oder bald machen und etwas eine Sache von jemandem.

00:49:48: Was fällt dir dazu ein?

00:49:49: Ja also Das eine ist, ich habe in Osnabrück Kontakt zu der Gruppe Scientist for Future.

00:49:59: Die eben jetzt seit vielen Jahren im Ringvorlesung machen.

00:50:05: das sind in der Regel natürlich dann Biologen oder Geologen und sonst wie Leute die aus einer wissenschaftlichen Richtung kommen.

00:50:14: und ich habe jetzt aber auch zweimal gesagt Ich möchte mich da gerne einklinken und auch Vorträge jetzt aus der kulturwissenschaftlichen und theologischen Brille zum Klimathema anbieten.

00:50:29: Und die kann man leicht finden, wenn man Scientist for Future und meinen Namen eingibt in eine Suchmaschine dann findet man die sofort die entsprechenden Vorträge, die ich da gehalten habe.

00:50:39: Die sind also per Video öffentlich zugänglich.

00:50:43: Das finde ich schön, wenn jemand Lust hätte, sich anzuschauen.

00:50:48: Und das andere ist, ich habe eine sehr skurrile musikalische Vorliebe.

00:50:55: Meine Lieblingsband ist Barclay James Harvest.

00:50:59: Oh Gott!

00:51:00: Wirklich?

00:51:01: Das ist die übliche Reaktion.

00:51:03: Es ist ein guilty pleasure aber ich möchte doch an dieser Stelle die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen auf dieses letztes Jahr erschienene Album Relativity hinzuweisen.

00:51:14: ein großartiges Album und wahrscheinlich aus altersgründen auch das letzte.

00:51:18: Und das war nicht jetzt ein Bandjubiläum?

00:51:21: Ich glaube, irgendwas war in der Zeitung.

00:51:23: Park de James Harvest kam in die Zeitung...

00:51:26: Sechzigjähriges

00:51:28: Band-Jubilän und Andreas Kubik ist ein Fan!

00:51:31: Das werde ich mir nachher, wenn ich im Zug sitze doch nochmal, überprüfen und mir mal anhören.

00:51:38: Vielen Dank sehr gut.

00:51:40: Ich danke es für die Gelegenheit.

00:51:41: Ja vielen dank lieber Andreas.

00:51:43: alles Gute Religion zu Unterricht, das kann gut sein.

00:51:48: Vielen Dank!

Über diesen Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion – ob es einem gefällt oder nicht. Das Gute daran: Es schafft Anlässe, mit ganz unterschiedlichen Menschen Gespräche zu führen. Über überraschende kulturelle Entwicklungen, tolle neue Kunstwerke oder aktuelle Konflikte. Nicht als journalistisches Frage-Antwort-Spiel, sondern als gemeinsames, ernsthaft-unterhaltsames Nachdenken. Alle zwei Wochen mit Johann Hinrich Claussen und immer einem anderen Gast.

von und mit Johann Hinrich Claussen

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