Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion

Transkript

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00:00:05:

00:00:18: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge draußen mit Klausen.

00:00:21: Ich bin Johann Henrich Klauson, evangelischer Theologo und Autor, Leiter des Kulturbüros der Evangelischen Kirche Und bin heute besonders fröhlich, denn gestern hatte mein Podcast sechstem Geburtstag.

00:00:33: Bei Menschen ist das dann der Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule.

00:00:38: Insofern eine Zäsur.

00:00:40: Ich danke allen,

00:00:42: die

00:00:43: die Treue gehalten haben, die reingehört und mitgemacht haben vor allem meinen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen von RefLab, die meinen Podcast so schön begleiten und mit mir gestalten.

00:00:56: Heute habe ich zur Feier des Tages mir ein schönes Thema ausgewählt, wie ich finde.

00:01:01: Ein altes Wort aus dem Gebrauch gekommen aber es lohnt sich es wieder zu entdecken.

00:01:07: Ich meine das Wort Barmherzigkeit und darauf hat mich einen Schriftsteller gebracht Thomas Medikus.

00:01:13: er sitzt jetzt neben mir.

00:01:15: Hallo Herr Medikuss!

00:01:16: Ja

00:01:16: vielen Dank für die Einladung.

00:01:18: Wir kennen uns aus Berlin, sind wir uns immer mal wieder begegnet in der wunderbaren St.

00:01:25: Matthäus-Kirche und sie haben mich auf doppelte Weise zum Nachdenken über Barmherzigkeit gebracht.

00:01:32: Einmal weil Sie eine sehr schöne Kanzelrede in St.

00:01:35: Mathäus gehalten haben.

00:01:37: Mein Kollege Johannes Langbein und ich machen dort schon seit zehn Jahren zwischen Ostern und Pfingsten immer so ne Rede mit Kanzlreden.

00:01:45: also Der eine von uns beiden macht die Liturgie und wir laden Menschen ein, die jetzt nicht ordinierte Pfarrer sind um zu einem bestimmten Thema zu sprechen.

00:01:57: Und da haben sie unter der Überschrift, die wir dieses Jahr gewählt haben was gilt?

00:02:02: Haben Sie von der Barmherzigkeit gesprochen?

00:02:05: Das ist das eine.

00:02:06: Der eine Anlass an der andere Anlass ist dass sie gerade einen Buch veröffentlicht haben, dass sie einen Tatsachen-Roman nennen Vaterlos.

00:02:17: Auf beides kommen wir gleich!

00:02:19: Aber zum Einstich habe ich mir angewöhnt als Kulturbeauftragter meine Gäste und deshalb jetzt Sie zu fragen was war das letzte Kulturellepnis von Ihnen?

00:02:31: Das letzte Kulturerlebnis, das mich sehr beeindruckt hat, war ein Kinobesuch.

00:02:38: Ich sah gleich am ersten Tag, als der Film Medikinos kam.

00:02:44: La Grazia von dem italienischen Filmregisseur Paolo Sorrentino den ich sehr verehre und fast alle Filme kenne.

00:02:55: Den Vorletzten fand ich nicht so gut, er hat mich enttäuscht, hatte aber etwas über diesen Film La Grazie vorher gelesen und bin sofort hin.

00:03:06: In der Nachmittagsvorstellung war einer der wenigen Fans vermute ich unter anderem und den Film fand ich umwürfen gut.

00:03:16: Ich empfehle jedem, jeder diesen Film zu

00:03:19: besuchen.".

00:03:21: Genau!

00:03:21: Ich weiß nur wahre, dass das um einen großen politischen... ...iterimischen Politiker geht.

00:03:27: ein Präsidenten?

00:03:28: Ja.

00:03:28: Ich habe auch davon gelesen aber wie das so ist es mir nicht aufgeschrieben ums gleich anzuschauen.

00:03:34: Das hole ich nach.

00:03:36: Okay Lagrazia.

00:03:38: Sind wir ja schon fast beim Thema von der Gnade bis zur Barmherzigkeit?

00:03:42: Ja, das hat im Italienischen eine große Viehdeutigkeit.

00:03:45: dieser Begriff Gnate heißt es aber auch die Anmut und das ist sehr schillernd und gibt sehr schöne Bilder und auch... Es ist ein sehr tiefgründiger Film, wer einen sehr nachdenklich macht und der Hauptdarsteller ist begnadet finde ich

00:04:02: Bnade, Grazie.

00:04:03: Amut?

00:04:04: Beim Herzlichkeit ist nicht so weit weg aber doch noch mal was anderes.

00:04:08: Vielleicht zum Eintieg... Also wir hatten der Hannes Langbein und ich uns gedacht dieses Jahr müssen wir mal für Orientierung sorgen und bitten unsere Gäste etwas zu sagen zur Überschrift Was gilt wobei wir freigestellt haben, ob man was geht als Frage oder als Ausruf.

00:04:32: Sie haben sich das Thema den Begriff beim Herzlichkeit gegriffen?

00:04:37: Warum?

00:04:39: Als ich das Angebot bekam von Hannes Langbein eine Kanzelrede zu halten, da musste ich gar nicht lange nachdenken und habe auf seine Mail sofort geantwortet weil mir dieser Begriff sozusagen auf der Zunge lag, aufs viele Leihgründen und ich habe ihm das sofort angeboten.

00:05:03: Und es vielmehr, vielleicht klingt ein bisschen merkwürdig das zu sagen aber ist viel mehr sehr leicht diese Kanzelrede zu schreiben weil dort vieles ausgesprochen werden konnte was mir auf dem Herzen lag.

00:05:21: Man muss sich ja nicht immer zerquelen beim Schreiben, wie das Schriftsteller Klischee will.

00:05:29: Eine Sache ist mir in Erinnerung geblieben, dass sie es auch als ein Gegenimpuls genommen haben, nämlich zu dem was Sie als allgegenwärtigen oder sehr mächtig auftrumfenden Zynismus schreiben.

00:05:44: Also erklären Sie mal kurz, was Sie meinen mit diesem Gegensatz Zynismus bei Herzlichkeit?

00:05:51: Ja, dieser Begriff Zündismus.

00:05:53: Darauf kam ich auch in der Kanzelrede zu sprechen.

00:05:57: Der ... Wie sagt man heute?

00:06:01: Umgangssprachlich poppte hoch als sich ein Freund.

00:06:05: Zu Anfang dieses Jahres in einem Café traf einen journalistischer Freund.

00:06:11: Ich war früher mal Journalist und den ich gar nicht so gut kannte mit dem ich mich sehr gut verstand.

00:06:17: und na ja wieder so ist.

00:06:19: Wir klopsten uns sozusagen gegenseitig ab und kamen sofort in ein ganz interessantes Gespräch.

00:06:26: Und da waren wir uns ohne viel Worte zu machen, schnell einig.

00:06:32: die gegenwärtige politische Weltlage – auch der Zeitgeist wenn man das zuspitzen wollte ist mit dem Wort, den Begriff des Zynismus sehr, sehr gut charakterisiert.

00:06:51: Ja gut da haben wir dann nicht länger drüber gesprochen und musste ich mich aus Anlass der Kanzler rede.

00:06:58: Musste mir selbst Rechenschaft ablegen.

00:07:00: was ist denn nun eigentlich Zynismus?

00:07:02: Was ist damit gemeint?

00:07:03: wie kennen wahrscheinlich alle?

00:07:04: Wir

00:07:05: kennen den Spruch und am Anfang des Meisters Das sind eigentlich keine schlechten Menschen, also die historischen Antiken.

00:07:12: Die Kyniker, das ist noch mal was

00:07:14: anderes?

00:07:14: Aber die Zyniker heute sind ja auch etwas anders als die Lysarkastisch sind oder die ironisch sind.

00:07:20: Was ist das Besondere an den Zynikern?

00:07:22: Der Zynika ist so wie ich es verstanden habe... ...die Verachtung und die Nedierung aller Werte des Lebens.

00:07:33: Das war meine Definition!

00:07:37: Man sieht zwar, wenn man das jetzt noch ein bisschen ausführen wollte als Töniger dass das nicht in Ordnung ist.

00:07:45: Ich kenne die Regeln aber ich schere mich nicht darum weil ich mich über den Regeln wähne und sie deshalb auch tatsächlich mit Füßen treten kann.

00:07:59: Das hat eine große Maß an Zynismus, an Verachtung der Werte des Lebens.

00:08:07: Das war eigentlich für mich immer noch ein ganz wichtiger Begriff, das Leben die Hinwendung zum Leben ein gutes Leben führen ja

00:08:20: hat vielleicht auch damit zu tun dass natürlich als Einwert für den Zyniker natürlich gibt und dass das da eigene ich oder der eigene Vorteil.

00:08:28: aber wenn sie werte des lebens sprechen dann ist damit hier immer verbunden die Aufmerksamkeit, das Interesse für der Respekt vor anderen.

00:08:38: Der Respekt von anderen?

00:08:39: Genau und wir müssen jetzt nicht unbedingt an den jedermann bekannten amerikanischen Präsidenten denken, denen ich natürlich auch im Sinn hatte als ich über Zynismus sprach sondern da gibt es eben ganz viele andere Beispiele wo man denkt ist das jetzt der Zeitgeist.

00:09:01: Das darf eigentlich gar nicht sein.

00:09:03: Es darf nicht sein, dass wir so mit den anderen, mit unseren Nächsten, mit den Werten des Lebens etc.

00:09:12: umgehen im Wissen darum das es falsch ist.

00:09:15: aber es uns egal Wir treten das jetzt in die Tonne.

00:09:22: Man soll ja auch nicht zu viel Aufmerksamkeit denjenigen geben, die immer unsere Aufmerksamkeit wie Vampire aufsauben.

00:09:30: Sondern sich lieber um das gucken kümmern was uns beschäftigt, was wir für Wichtigheiten.

00:09:36: und da haben sie bei dem Begriff beim Herzlichkeitsjahr mehrere Zugänge, die erstmal interessant sind.

00:09:42: erstens als Mensch mit ihrer Lebenserfahrung zweitens als Schriftsteller.

00:09:46: drittens Wir beide interessieren uns auch für die religiöse Seite von Barmherzigkeit.

00:09:52: Und dann gibt's aber auch noch ... Sie sind ja auch ein Augenmensch, und natürlich auch die Kunst das anschauen.

00:10:01: Fangen wir damit vielleicht mal an, wenn sie diese visuelle Seite vom BarmHerzigkeit bedenken?

00:10:07: Was gibt es da was Ihnen da einfällt?

00:10:10: Ja, natürlich!

00:10:11: Also ich denke an der religiöser Kunst Ich denke an Kreuzigungsdarstellungen, ich denke an Jesus Christus wie er gematert wird auf dem Weg zur Kreuzigung und ich finde das sehr interessant.

00:10:36: Wie über diese Bilder – wir haben jetzt alle, ich muss gar kein Bestimmtes nennen, vor Augen vermutlich nicht nur als Kirchgänger, sondern auch als Museumsbesucher.

00:10:48: Wie?

00:10:48: Und das ist glaube ich schon ein ganz wesentliches Bestimmungskriterium der... Nicht nur Christlichen, aber auch der abendländischen Kunst wie sie sich in der christlichen Ikonographie niederschlägt.

00:11:06: es ist ein Appell an den Betrachtern zur.

00:11:11: Der Begriff ist dann häufig Imitazio, also ich arme etwas nach.

00:11:17: Ich identifiziere mich mit dem Leiden bei Passionsdarstellungen vor allem natürlich um dieses Leiden eigentlich ja auch zu überwinden.

00:11:36: Es ist eine Art von Mitleiden die sich im Bild vollzieht.

00:11:41: Das finde ich einen ganz hochinteressanten Vorgang.

00:11:43: Das kann man vielleicht, muss man jetzt nicht nur in der christlichen Ikonographie und in den Altarbildern des Mittelalters und der Nachfolgenjahrhunderte suchen, sondern könnte man.

00:11:58: das finde ich immer sehr spannend.

00:12:00: wie lässt sich diese Ikonografie in verwandelter Form auch in der Gegenwartskunst zum Beispiel finden?

00:12:09: Ja, das finde ich insofern interessant.

00:12:11: Weil Sie darauf hinweisen, dass beim Herzlichkeit nicht gleich sofort etwas ist was man tut also ein moralisches Handeln sondern davor noch überhaupt erst einen Anschauen, einen Antlitz wahrnehmen, einen Gesicht angucken den anderen schauen gerade.

00:12:27: und die Herausforderung besteht ja dann wenn dieser im Moment der Schwäche des Schmerzes der Schande ist ihn anzuschauen zunächst zu respektieren und dann weiter darüber hinausgehend auch, sich ihm anzunehren.

00:12:44: Ein Künstler fährt ihn besonders ein...

00:12:46: Genau!

00:12:47: Wer ist das?

00:12:48: Das ist Damien Hurst.

00:12:50: Das ist ein skandal-trächtiger Künstlern und wird offensichtlich in abgelehnt.

00:12:58: Und ich sah letztes Jahr eine Ausstellung in Wien mit einigen seiner Kunstwerke und dachte Naja Guckst dir mal an, ich hatte auch Vorurteile.

00:13:11: Und dann war ich ... Als ich dort war und mir diese verschiedenen Werke von ihm ansahen, waren auch Zeichnungen oder es war auf das was man kennt, fand ich ... Man muss getroffen werden!

00:13:29: Das ist meine Haltung gegenüber Kunstwerken.

00:13:32: Ich kann natürlich vorbeigehen und ja, irgendwie ganz nett.

00:13:37: aber was nehme ich eigentlich mit?

00:13:40: Das ist, glaube ich die Frage.

00:13:42: Und das heißt eingetroffen werden und sie wurden getroffen von einem Kunstwerk von Damien Hurst?

00:13:46: Genau.

00:13:46: also ich meine es nichts gegen ästhetischen Genuss.

00:13:50: aber es gibt noch eine andere Dimension.

00:13:53: bei Damian Hurst ging's mir so als sich dieses Lamm sah dass in

00:14:02: das Form einfach hüte oder

00:14:05: Das ist, glaub ich so eine Art Hartwachs oder sowas Ähnliches.

00:14:10: Da dachte ich ... Es gab noch eine andere Darstellung.

00:14:15: Das war sogar eine, weiß ich jetzt nicht mehr genau?

00:14:19: Eine Art Kreuzigungs-Darstellung.

00:14:21: Aber nicht sofort als solche zu erkennen und musste man auch nicht wahrnehmen.

00:14:27: Dann gab es eine Fotografie, mit der bekannt geworden ist, das war ein ... Das ist ein Medizinschränkchen, wo nur Medikamente in den Dosen und Schachteln aufgerät waren.

00:14:43: Und das Ganze kriegte für mich so einen starken ... Wie soll ich das nennen?

00:14:49: Das war wie ein Tableau vivant!

00:14:52: Also das Lamm spielt natürlich in der christlichen Ekonoktion.

00:14:56: Und es

00:14:56: war richtig so dann in einem Kass, im Fahrrad.

00:14:59: Lebensgroß, ein

00:15:01: echtes Lamm.

00:15:04: Und dann eingeschlossen

00:15:06: in diesen transparenten, haltbaren Medium sozusagen.

00:15:13: Und man kann da ein Kreiser davor stehen und sich fragen ja was ist das?

00:15:17: Aber Damien Hurst ist ein intelligenter Künstler der ich war jetzt vor vier Wochen in England und fuhr von London südöstlich um mir das Wohnhaus von Henry James anzusehen.

00:15:32: Das war ein ganz schönes Wetter, man fuhr durch eine flache Wiesn-Landschaft.

00:15:38: Es war ein Wolkenhimmel wie von John Constable und auf den Wiesen ... Was waren da?

00:15:45: Die Lämmerfärden!

00:15:46: Mit ganz vielen Lämmern.

00:15:48: Und dann sind es so eingeschlossen.

00:15:50: So etwas wusste natürlich Damon Hurst der Engländer ist oder... zumindest Britte ist.

00:15:59: Und der ist dieses Spiel mit einer sekularisierten christlichen Ekonografie, das hat mich sehr berührt, kann ich sagen.

00:16:11: Schön!

00:16:12: Sie haben vorhin noch einen Stichwort genannt und ich werde den nächsten Schritt gehen von der bildenden Kunst zur Sprache und zur Literatur beim Herzlichkeit und Mitleid.

00:16:20: Vielleicht auch nochmal das Wort?

00:16:23: Barm-Herzigkeit, wie klingt das eigentlich?

00:16:26: Auf mich klingt es weich und warm.

00:16:28: Das ist meine erste Assoziation.

00:16:31: Und dann hat das natürlich mit Erbarmen und dem Herz zu tun.

00:16:35: Es gibt Sprachwissenschaftler, die sagen, na, das hat noch eine andere Sprachstamm oder eine andere Geschichte als das Wort Mitleid.

00:16:44: Aber wenn Sie einfach jetzt nur so als Sprachmensch das Wort hören ... Was löst das bei Ihnen aus vom Klang?

00:16:52: dass eigentlich aus, was Sie auch sagen.

00:16:55: Es ist ein großes Wort finde ich, ein schönes Wort.

00:17:02: Im Zentrum steht das Herz Wie alle kennen die symbolische Bedeutung des Herzens aber auch die unmittelbare.

00:17:11: Das ist das Zentrum des physischen Lebens.

00:17:15: Das Herz muss flagen.

00:17:16: wenn es nicht der Fall wäre wären wir nicht mehr im Leben.

00:17:22: Erbarmen ist ein nicht ganz alltägliches Wort, aber wir gebrauchen es ja.

00:17:29: Und erbarm dich meiner – das sind die Wendungen, die wir alle kennen.

00:17:33: oder bitte habe, erbarmen mit mir – was heißt das am Ende?

00:17:41: Das heißt eigentlich du sollst mich nicht töten!

00:17:45: Du solltest mich am Leben lassen.

00:17:50: Natürlich kommen bei mir sofort theologische oder religionsgeschichtliche Assoziationen.

00:17:55: Also, beim Herzigkeit ist jetzt kein christlicher Sonderbesitz spielt eine große Rolle als Predikat Gottes.

00:18:03: Gott isst Barmherzig.

00:18:04: also erst mal ist es sowohl im Judentum wie auch in Islam.

00:18:10: Es ist erstmal nicht der Mensch der Barm herzig ist der soll barmherzig werden aber ist erstmal predikat Gottes.

00:18:16: Gott ist Barm-Herzig und dann stellt ich bei beiden die Frage wie verhält sich seine Barmherzigkeit zu seiner Gerechtigkeit.

00:18:24: Was ich interessant finde, weil das gegenläufig jetzt zudem wie wir das Wort hören ... Die berühmteste Geschichte im neuen Testament ist ja die Geschichte vom barmherzen Samaritan und da gibt es zum einen auch dieses Moment des Getroffenenwerdens aber was oft überlesen wird, ist dass das hier eine ganz nüchterne Geschichte ist.

00:18:46: also Es gibt dieses Moment des Getroffenseits, der Samariter sieht den oder die Räuber gefallen war und am Straßenrand verletzt liegt.

00:18:59: Und dann tut er das Entscheidende und er begegnet ihn oder nähert sich ihm an, erwendet sich ihm zu und wird einfach ganz nüchtern beschrieben, dass er handwerklich das tut was Sinnvolles zu tun.

00:19:12: Also es hat auch gar nichts furchtbar Emotionales?

00:19:17: Oder doch?

00:19:18: Das stimmt.

00:19:21: Aber ich finde, wenn man die Texte im Alten wie im neuen Testament liest, ja dann kann man das so sehen, da wird etwas geschildert.

00:19:44: aber die... Wie soll man das nennen?

00:19:49: Der semantische Raum, das ist ja glaube ich das was einen faszinieren kann.

00:19:54: Ist ja ungeheuerlich auch in diesem Gleichnis von Barmherzigen Samaritan.

00:20:03: Es ist ein

00:20:05: gleiches Geschichte.

00:20:07: Gut also... Das Gleichnis sagt er immer etwas über den unmittelbaren Wortlaut hinaus aus.

00:20:15: aber was?

00:20:16: Das ist das was wir uns ja dann fragen sollen.

00:20:19: Das ist ja auch die Großartigkeit dieser Texte gegenüber denen, die meist oder viele andere verblassen und man dann sehen kann was es eigentlich ... Die Literatur, die schätzenswert ist.

00:20:35: Und die im Gedächtnis bleibt.

00:20:37: also wir lesen ja auch viele Bücher, die uns unterhalten.

00:20:40: das ist ja gut so aber wir les sie bestimmt nicht nochmal.

00:20:47: Und das war's mir bei dieser Geschichte dem Gleiter von Barmherz, der Samarita immer wieder ein Auffällt.

00:20:52: Beim letzten Lesen war ich beeindruckt wie sachgerecht ihr das alles ordentlich macht ohne groß und auch ohne um auf Dankbarkeit zu rechnen und tut einfach was zu tun ist.

00:21:02: Das Entscheidende aber ist... Und das bewege mich jedes Mal ist dieser Moment wo die BarmHerzigkeit kommt und da ist es eben etwas, wo es dem Samarit als daneben an diesen

00:21:16: an dieses

00:21:17: Gewaltopfer kommen, so gegangen ist wie bei ihnen.

00:21:19: Als sie durch die Damon Hurst aussteigen gegangen ist.

00:21:22: Da hat es ihn getroffen ... Es hat ihn gejammert.

00:21:27: Genau.

00:21:27: Und da ist dieser Impuls und das ist nicht selbstverständlich.

00:21:31: Andere sind dran vorbeigegangen, haben den gesehen aber es hat sich nicht gejammert.

00:21:35: also sind sie dann auch weitergezogen.

00:21:38: Und diese Barmherzigkeit fängt mit diesem Moment an.

00:21:42: Ja.

00:21:42: Wenn der da ist, so die Geschichte läuft das alles andere und dramatisch ab.

00:21:49: Aber es kommt darauf an, dass es geschieht, dass man getroffen wird?

00:21:52: Ja also das ist ein gewisser Bedarf einer auch vielleicht nur kleinen Erleuchtung wenn man so will die man gar nicht als solche empfindet.

00:22:06: aber Wenn es nur so zu beschreiben ist Man muss getroffen sein Es muss etwas mit einem geschehen Sonst bleibe ich indifferent.

00:22:16: Also, Indifferenz finde ich eigentlich was ganz Furchtbares.

00:22:21: Nicht dass man das nicht auch dann wieder sein dürfte aber als generelle Lebens-Einstellung finde ich es problematisch.

00:22:32: Jetzt bin schon erfasst an dem Schritt wo wir von ihrer schönen Kanzlererde und unserem Allgemeinen nachdenken über die Herzlichkeit auf ihr neues Buch kommen.

00:22:40: denn die Frage stellt sich ja... Wie werde ich so, dass ich im entscheidenden Moment getroffen werden kann?

00:22:52: Ist das Erziehung ist das Kindheitserlebnis.

00:22:56: Ist das kulturelle Bildung?

00:22:58: also wie kann Ich so werden dass sich dann im entscheiden moment beim herzig handele?

00:23:06: Dazu habe ich gar keine Theorie und erkenntnis.

00:23:09: schwer sehr schwer zu beantworten.

00:23:12: Das ist glaube ich eine frage eine Sache der Erfahrung, dass sich einlassens das nicht Taubseins so etwas.

00:23:26: Aber eine bündige Theorie kann ich auch nicht

00:23:30: liefern.".

00:23:32: Jetzt kommen wir aber ... Das ist schon ein ganz guter Übergang glaube ich zu Ihrem Buch Vaterlos Ein Tatsachen Roman.

00:23:38: Sie erzählen darin eine Geschichte die Ihre einerseits ihre eigene Geschichte ist, aber eben auch als Roman.

00:23:46: Also es ist jetzt nicht eins zu eins die Wirklichkeit ihrer Kindheit und Jugend und dessen was daraus folgt.

00:23:54: Es ist die Geschichte, das sehen wir gleich ein bisschen ausführlicher des Suizids ihres Vaters.

00:24:01: Aber weil ich gerade noch hänge an dieser Frage wie wird man so dass man beim Herz sich sein kann?

00:24:07: Muss man als kind das viel erfahren haben.

00:24:11: Da hatte ich beim Lesen den Eindruck, der Tee in dem Buch hat eigentlich ganz schön wenig beim Herzlichkeit abbekommen oder erfahren im Umgang mit sich selbst und den anderen.

00:24:26: Und trotzdem ist er ja ein sehr beim Herzgeger Mensch geworden.

00:24:30: und hätte er dieses Buch nicht schreiben können?

00:24:34: Ja vielleicht zur Erklärung... Ich habe das Buch geschrieben, derjenige, der diese Erfahrung gemacht hat Suizid beziehungsweise ja sogar versuchten doppelt.

00:24:47: die Suizide seines Vaters nenne ich in den Buch T. Punkt.

00:24:54: Warum mache ich das?

00:24:55: Weil es mir sehr geholfen hat, die Geschichte überhaupt schreiben zu können.

00:25:01: In Ich Form wäre mir das vermutlich nicht gelungen oder nicht so dass ich es für gut befunden hätte.

00:25:08: Es war eine große Erleichterung mich selber als andere Person zu sehen Vielleicht schwierig zu sagen, vielleicht musste ich diese Erfahrung machen um irgendwann doch so etwas zu erfahren.

00:25:29: Wie die Notwendigkeit der Barmherzigkeit.

00:25:31: Das ist vielleicht auch das, wenn man so will einst der Ergebnisse oder vielleicht es ist auch das wichtigste Ergebnis dieses Buches.

00:25:40: Ich hatte sogar im Schluss Karn den habe ich dann abgeändert kam mal der Begriff beim Herzlichkeit zu Gas vor.

00:25:50: Weil ich dachte, ja was gilt?

00:25:54: Wie in der Kanzel redet die Frage oder auch Nichtfrage?

00:25:58: Ja eigentlich das!

00:26:00: Weil da haben sie recht Ich hatte über ganz ganz lange Zeit keine Barmherzigkeit gegenüber meinem Vater Sondern eigentlich Abwehr Vermeidung, Verleugnung.

00:26:19: Nicht wissen wie ich mit diesem Vater umgehen soll und das Buch ist eigentlich selber ein Prozess in dem barm Herzlichkeit jetzt nicht mehr genannt wird sondern im Schreiben vollzogen wird.

00:26:39: so kann man es glaube ich sagen.

00:26:41: Dann nehmen Sie mir meinen Schlussgedanken vorweg.

00:26:44: Das macht aber nichts, vielleicht erzählen wir nur ganz kurz damit alle die zuhören und wissen, worum es geht also Thomas Medikus Vaterlos ein Tag-Sachen-Roman.

00:26:53: Es erzählt die Geschichte von Tee, dessen Vater einen anerkannten wohnsituierter Mittelalterarzt in einer westdeutschen Kleinstadt mit Einem guten Leben, zwei Kinder, Frau.

00:27:13: Schönes Haus?

00:27:13: Schönes

00:27:14: House beginnender Wohlstand gelegentlich kleine Ausflüge ins Po-Hermierhafte.

00:27:19: Kunstsinnig entwickelt eine psychische Erkrankung, die wir mit unseren heutigen Begriffen nicht fassen können oder auch nicht müssen.

00:27:27: Also erentwickelt eine psychisch Erkrankung, das spitzt sich weiter zu und es culminiert in einem versuchten ... Doppelsuizid mit einer jungen Frau, die ... also beide versuchen diesen Suizid bei dem Vater.

00:27:47: Führt er zum Tode und der junge Frau nicht, die auch psychisch belastet ist?

00:27:53: Sie holt dann ihre Selbstschötung

00:27:57: nach!

00:27:58: Das ist total die eine Geschichte.

00:27:59: und was löst das aus?

00:28:02: Bei denen, die davon unmittelbar oder mittelbar betroffen sind?

00:28:06: natürlich Frau und Kinderfamilie, aber dann auch dieses ganze noch spießige Kleinstand erleben.

00:28:15: Und ein ganz wesentlicher Aspekt ist das es so scharmvoll also nicht nur schon überhaupt der Suizid und dann noch dieses Doppelte mit einer jungen Frau steigert das ja noch mehr dass man auch dazu Also ich kann das ja auch nachvollziehen, dass alle da die Worte gefehlt haben und es nicht zu besprechen waren.

00:28:38: Und das ist dann sozusagen die ... keine Therapeuten sprechen vielleicht vom zweiten Trauma oder so aber das müssen wir gar nicht hier psychologisch reden macht es so besonders schwer?

00:28:49: Ja

00:28:50: genau so war es.

00:28:55: Ich beschreibe ja diesen Vorgang oder diese Situation, um es so einfach zu sagen.

00:29:04: Diese verschiedenen Situationen in denen ich mich und meine Familie nach dem Suizid des Vaters beziehungsweise Ehemannes oder auf dem Sohn ist weil meine Großmutter auch nun lebte sich befunden haben.

00:29:22: was machte das mit uns?

00:29:24: Das machte einerseits mit jedem das gleiche nämlich Wortlosigkeit, Ratlosigkeit.

00:29:32: Große Unfähigkeit zu trauern wie wenn man über jemanden trauert der einen in den Rücken gekehrt hat freiwillig aus dem Leben beschrieben ist.

00:29:43: und es macht aber zur gleicher Zeit mit jedem irgendetwas anderes was man festhalten muss.

00:29:51: die Familie ist von einem auf den anderen Tag.

00:29:54: Das war natürlich auch ein Prozess, aber sie ist im Grunde genommen von einem auf den anderen Tag zerbrochen.

00:30:02: Also jeder hat auf seine Weise die Flucht ergriffen also buchstäblich auch aus dieser Kleinstadt Die von außer der Großmutter Von meiner Mutter von mir meine Schwester verlassen wurde.

00:30:26: Mein Schwester und ich gingen in Großstädte, nach dem Studium zumindest.

00:30:32: Meine Mutter hat diese Abwendung und diese Grunde genommen auch Erniedrigungen, die es ja gewesen ist, dass mein Vater sich mit einer anderen Frau töten wollte oder getötet hatte, nie überwunden.

00:30:52: Und sie ist, also ich habe das immer sehr bedauert.

00:30:54: Sie wäre der nächstgelegene Großstadt gewesen.

00:30:58: Sie ist nicht nach München gegangen und was meiner Meinung nach es verhindert hat dass sie ein wenigstens den Versuch gebracht hat ein neues Leben zu führen.

00:31:10: Sie war ja erst forty-one Jahre alt.

00:31:14: Also eine junge Frau in Grunde genommen.

00:31:18: Sondern sie hat sich nach Oberbayern an ein Alpensee, so nenne ich das im Buch zurückgezogen.

00:31:26: Und ... hat dort einen manchmal Gutes und oft auch sehr, sehr schweres Leben geführt weil sie dort sehr einsam gewesen ist.

00:31:42: Sie konnte dann und wollte nicht darüber sprechen.

00:31:46: oder wir haben natürlich unsere Mutter.

00:31:49: Das waren immer schwere Besucher auch, weil wir in ihrer Wohnung kamen und da standen all die Dinge Gegenstände herum.

00:31:57: Die früher ... In unserem Elternhaus standen Und es waren das sozusagen stumme Zeugnisse dieses schrecklichen Ereignisses.

00:32:08: War sie darin?

00:32:09: Wieso eingegangen?

00:32:11: eingefroren, hatte ich beim Lesen fast so die ... Sie hat natürlich auch weiterentwickelt und das will ich jetzt nicht zu eindeutig festsetzen.

00:32:18: Aber bei dem Lesen hatte ich mal den Eindruck, dass es so als ob sie in dieser Situation geblieben ist, zwar an einem anderen Ort aber keine weitere Entwicklung daraus hat nehmen

00:32:29: können.".

00:32:30: Kann man tatsächlich so sagen?

00:32:32: Weil es gab dann immer mal wieder die Überlegen, ach geh' ich doch nach München!

00:32:40: Großstadt muss man schon sagen, bedeutet eben auch keine soziale Kontrolle.

00:32:45: Niemand hätte da von dem Ereignis erfahren müssen und vielleicht auch ein paar vertrauenspersonen gefunden mit denen sie das dann hätte besprechen können.

00:32:53: Das war nicht der Fall und das gelang ihr nicht Selbst dann nicht als es klar war je älter sie wurde.

00:33:04: Es ist sehr beschwerlich die Treppe hoch zu gehen.

00:33:08: Wir haben das Problem dadurch geregelt, dass wir eine sehr, sehr sympathische vierundzwanzig Stundenpflege hatten.

00:33:17: Das war eine polnische Frau mit der sich meine Mutter dann auch sehr gut verstanden hat.

00:33:24: Aber der Weg ... in ein gutes, wo wir jetzt gekümmert hatten schon.

00:33:30: Altersheim nach München, der war ja versperrt und sie hat immer gesagt ich hab nie in einer Großstadt gelebt.

00:33:36: das will ich nicht, ich habe Angst davor.

00:33:39: Ja,

00:33:39: aber dadurch ist sie eben in dieser

00:33:40: ... Dadurch ist sie

00:33:43: in diesem Schockzustand im Grunde geblieben?

00:33:47: Sie ist...ja, sie verstummte auch am Ende.

00:33:51: also die Immobilier, sie auch körperlich wurde Dass du Immobilier wurde sie dann auch mental.

00:34:02: Und ich hab den Anblick vor Augen, dass wenn ich in ihren letzten Jahren ... Sie ist fast zwei und neunzig Jahre alt geworden.

00:34:12: Wenn ich in den letzten vier Jahren, sagen wir mal, vier, fünf Jahren in die Wohnung kamen, dann saß sie in der Tat wie sie sagen, wie versteinert in ihrem Ohrensessel bleiches Gesicht?

00:34:27: Also eine depressive Physiognomie.

00:34:32: Und dann ... war es schwer, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

00:34:35: Aber sagen wir mal nach zwanzig Minuten merkt ... Es ist so einfach, jemanden wieder in so ein bisschen Vitalität zu bringen.

00:34:46: Ging's dann?

00:34:48: Das ist gelungen!

00:34:49: Dann, wenn ich sage dass sie aufblüte aber sie kam in einen anderen Zustand Das war schon der Fall.

00:34:59: Aber eine grundlegende ... Ein Grundlegend-Bewältigungsversuch dieses Traumaß, da vorher ist sie zurückgeschreckt aus welchen Gründen auch immer?

00:35:14: Ja, Sie sind ja in Ihrem Buch sehr vorsichtig.

00:35:16: Also Sie beschreiben sehr gut nachvollziehbar sowohl wie es mit dem Vater, mit Erkrankung und dann Suizid gewesen ist.

00:35:27: Bei Ihrer Mutter deuten Sie an.

00:35:28: Das malen sie nicht breit aus, dass es eben auch noch einmal das Thema Flucht und Vertreibung in Ihrer

00:35:37: Frage

00:35:37: gegeben hat?

00:35:38: Ja!

00:35:38: Das spielt bestimmt auch eine Rolle?

00:35:40: Große

00:35:41: Rolle.

00:35:42: Ich spiele große Rolle.

00:35:43: Ja

00:35:44: also aufs meiner Perspektive.

00:35:47: Ich habe so immer bedauert, dass sie zu alt war nach Berlin zu kommen als das Dokumentationszentrum Flucht und Vertreibung eröffnet wurde, weil ich wäre sehr gespannt darauf gewesen was das in ihr auslöst.

00:36:03: Sie hat da tatsächlich Gedächtnisverlust gehabt.

00:36:06: also sie wusste noch dass sie in Hinterbrummern an der Küste irgendwann auf eine Fischkutter wie sie behauptete gehen musste und der hatte sie ja dann ja bald von den sowjetischen Truppen besetzten Zone weggebracht.

00:36:26: Sie wusste nie wohin.

00:36:28: also ich muss dann irgendwo, weiß nicht zwischen Strahlsund und Kiel angekommen sein und dann kam wohl ein bisschen Erinnerung zurück dass sie dann zu Fuß irgendwann in der Lüneburger Heidel landeten und da war dann klar Wie schrecklich diese Furcht und der vorher unmittelbar fast vorhergehende Tod des Vaters war.

00:36:55: Weil sie, ja das muss man schon auch sehen solche kriegerischen Ereignisse zerstören Biografien Und auch die Wünsche Individuelle Wünscher Erwartungen an das Leben.

00:37:08: Das heißt Sie hätte gerne Medizin studiert Konnte sie nicht Es gab kein Geld da.

00:37:16: ihre Mutter nähte dann, weil sie das gut konnte.

00:37:21: Und dann musste sie von der Schule abgehen nach dem zehnten Schuljahr auch bei sie ... Ja, man kann es dir vorstellen ein vierzehnjähriges Mädchen muss sich in diese Verhältnisse einfinden darüber ist ja viel geschrieben worden die sie gar nicht kannte, der sesshaften sozusagen, das ist immer schwierig für nomaden sich dann in die Kultur des Sesshaften einzufinden.

00:37:50: Das war ja ihr Problem.

00:37:52: und dann machte sie eine Buchhandelslehre dort in der Lüneburger Heide, das hat er auch gut gefallen ging nach München um dort Verlagsbuchhändlerin zu lernen und da lernte sie dann ihren Mann kennen.

00:38:09: in München im Theater hieß es immer

00:38:12: Ja, interessant.

00:38:12: Wir reden jetzt ganz viel über ihre Mutter und woher das Buch vaterlos heißt?

00:38:16: Vielleicht hätte es Eltern los auch heißen können, weil der Handel des auslösenden Unglücks ist der Suizid des Vaters.

00:38:26: aber das was dieses Buch ja beschreibt muss gar nicht so vielen Seiten.

00:38:31: Das ist vergleichsweise schlank.

00:38:35: also man kann das gut an einem Tag durchlesen.

00:38:37: Ich breite das ja nie aus, aber es hat eben immer Vater und Mutter zu tun.

00:38:44: Jeweils mit den Hintergrundgeschichten ... Sie haben das schon angedeutet.

00:38:51: Ich hatte den einen, ob dieses Buch nicht etwas nachholt was sie selbst in dieser Zeit vermisst haben nämlich dass ist eine Art Werk der Barmherzigkeit ist.

00:39:02: ich habe mal nachgeguckt.

00:39:05: Es gibt ja die klassischen Werke der Barmherzigkeit.

00:39:08: Es gibt sieben in der katholischen Theologie Traditionen, sieben Leibliche.

00:39:12: Rundlich Speisen,

00:39:13: Dostigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, nackte Kleiden, kranke Pflegen.

00:39:19: gefangene Besuchen ... Die Mutter besuchen?

00:39:22: Tote Bestattung!

00:39:24: Also gefangene Besuchen in ihrer Depression, gefangener Besuch und Tote bestatten.

00:39:27: Das sind die Leiblichen.

00:39:28: und dann gibt's sieben Geistlichen.

00:39:30: Das musst du ja auch noch mal nach, jetzt haben wir es nochmal aufgeschrieben.

00:39:33: Unwissende Lehren, zweifelnde Beraten, trauerndetrösten, sünder zu Rechtweisen, beleidigern, gern verzeihen, lästige, geduldig ertragen.

00:39:46: für lebende und verstorbene Beten.

00:39:49: Fand diese Aufstellung sehr schön

00:39:51: als ein...

00:39:51: ein tolles, ja mittelalterliches auch Erfahrungswissen.

00:39:56: Also hier Buch Lars das ja ganz unpartidisch daherkommt.

00:40:01: Dachte ich ist es nicht auch ein warmen Werk der Barmherzigkeit in dem Sinne bübis schon besprochen haben.

00:40:08: sie schauen sich das an Sie schauen sich den Vater an Sie schauen sich die Mutter an Sie versuchen deren Geschichten zu verstehen ohne sie jetzt deutend festzulegen.

00:40:20: Sie erklären das ja alles nicht, sondern sie geben so Auskunft wie die Sebastian erfahren und sie beschreiben dann auch ihren eigenen Weg den sie ja dann auch genommen haben zu einem nicht depressiven Menschen.

00:40:36: So wirken sie jedenfalls auf mich!

00:40:40: Das ist Ihnen, jetzt können Sie nicht stimmen die Dortung oder das ist ja Ihre eigenes Verständnis vielleicht dieses Buches dass sie nach vielen vielen anderen Büchern jetzt geschrieben haben.

00:40:49: Ja also meine anderen Bücher Mein letztes war ja eine Biografie von Klaus Mann.

00:40:57: Das Buch davor war eine Doppelbiographie über Götz und Heinrich George waren im Grunde genommen Vorbereitungsetaten für dieses Buch, das ich dann über meinen Vater geschrieben habe.

00:41:12: Warum?

00:41:12: Weil beide Darstellungen die von Klaus Mann wie von Götz und Heinrich Georges.

00:41:19: ohnehin sind Vaters Sohn Geschichten.

00:41:23: Klaus Man ist derjenige, der sich das Leben genommen hat nicht der Einzige in der Familie Mann.

00:41:33: Aber sozusagen den ganzen Familien-Roman, das hätte auch ein Odertitel sein können.

00:41:39: Jetzt auch durchaus im freudschen Sinn aber auch im Gattungs ... Im Sinne einer literarischen Gattung hätte man es auch so nennen können.

00:41:52: Das war ... Da hab ich mich vorgearbeitet sozusagen.

00:41:56: Also das ist ganz ... Unbewusst

00:41:57: wahrscheinlich oder ungeplant?

00:41:59: Genau!

00:41:59: Unbewusst, ungeplant.

00:42:02: Man kann oft ganz selbst über mir ging es so.

00:42:06: Wenn man sich so eine Sache widmet ... Ganz schwer beschreiben was eigentlich in einem selber oder mit einem selbst vorgeht Also wie man etwas beiseite schiebt Wie ist dann doch wieder hochkommt?

00:42:20: Wie man sich endlich einer bestimmten sache stellen muss.

00:42:25: also ich in diesem fall meine vater.

00:42:30: Es gibt ja ein Kapitel, wo ich dann endlich die polizeiliche Ermittlungsakte ganz genau lese.

00:42:41: Diese Akte habe ich mir schon vor über zwanzig Jahren schicken lassen und ich hab die an dem Tag, an dem sie dann bei einem Tag, ich konnte die nicht direkt dort einsehen, wo sie lag musste geschickt werden.

00:42:56: Ganz kurz angeschaut das Unangenehme war dass da Ja, sogenannte Tatortfotos mit dabei waren.

00:43:03: Das heißt ich sah meinen toten Vater in diesem Hotelzimmer liegen aus verschiedenen Positionen und ich kann gar nicht beschreiben was das für ein Schock in mir ausgelöst hat.

00:43:17: Und ich habe diese Dokumente oder diese Akte die wahnsinnig umfangreich war, dreißig Seiten vielleicht.

00:43:26: Die hab ich dann in einen DINA IV-Umschlag gesteckt, zugeklebt und irgendwo hingesteckt.

00:43:32: Wo ich die auch erst mal gar nicht mehr wieder fand.

00:43:37: Das meinte ich vorhin, dass irgendwas an die Oberfläche kommt.

00:43:41: Dann ist es wieder da ... Ich mochte da nicht reinsehen so.

00:43:46: Und dann war natürlich der adäquate Umweg um mich dann an diesen Vater dessen ... Suizid, also dessen Verschwinden aus unserem Familienleben mich so tief getroffen hat wie ich es erst beim Schreiben des Buches verstanden habe dass sich mit diesem Vater annähern konnte auf eine Weise die ihn nicht abgeurteilt hat.

00:44:17: Das hab' ich ja vorher im Grunde genommen immer gemacht.

00:44:19: Also wenn das überhaupt mal um mein Vater ging Und insbesondere, was diesen versuchten Wöppel und Suizid angeht.

00:44:30: Dachte ich mein Gott wie konntest du nur?

00:44:34: Ich hab in der Ausgefunden durch die genaue Lektüre dieser polizeilichen Ermittlungsakte.

00:44:40: es war alles ganz anders als ich mir das vorgestellt hatte.

00:44:43: Zumindest gibt's dafür ganz starke Indizien.

00:44:48: Das polizeiliche Protokoll ist sehr detailliert.

00:44:53: Ja Es war eine Annäherung an diesen Vater, den ich unbewusst immer vermisst habe.

00:45:08: Und vor allem der mich ganz wichtig... ...der mich veranlasst hat.

00:45:17: Ich hab heute schon den Begriff Flucht gebracht.

00:45:20: Wir sind nicht nur aus unserer Kleinstadt geflogen sondern ich hab eigentlich die Flucht.

00:45:25: Ja, ich kann sagen bis vor wenige Wochen fortgesetzt.

00:45:33: Also immer die Suche, wo kannst du zu Hause sein?

00:45:36: Ganz schlimm für mich ganz schlimm plötzlich nicht mehr zuhause sein weil ich mochte diese Gegend aus der ich komme und die Landschaft an der habe ich sehr gehangen tue ist auch immer noch.

00:45:48: aber es ist natürlich mit einer unglaublichen ambivalenz befrachtet Und diese Annäherung war einfach notwendig, weil ich sonst nicht

00:46:02: ...

00:46:02: Ja, ich kann auch sagen zu einer barm Herzlichkeit gegenüber meinem Vater gekommen wäre.

00:46:07: Sondern auch noch nicht mal mir gegenüber!

00:46:11: Das ist glaube ich der Schritt für den ich jetzt, ähm ja, den ich so allmählich nachzeichnen kann oder mir eingestehen kann oder wo ich irgendetwas merke.

00:46:24: also Leute fragen mich natürlich, bist du jetzt befreiter als vorher?

00:46:30: Man konnte erst mal gar nichts zu sagen weil ich dachte ja was ich sagen konnte.

00:46:36: Ich musste dieses Buch schreiben.

00:46:39: Es hatte so viel Vorarbeit geleistet auch in anderer Form nicht nur die zwei erwähnten Biografien das ging immer wieder in meinen anderen Büchern.

00:46:48: was passierte eigentlich in der Gegend in der Kleinstadt aus der ich komme In den dreißiger Jahren, insbesondere während des Nationalsozialismus, kam da auf ganz schreckliche Vorgänge wie einen vielleicht sogar in Deutschland einzigartigen anti-Jüdischen Pogrom.

00:47:11: Solche Dinge, das spielte dann auch mein Großvater der, das haben wir noch gar nicht gesagt, doch haben wir schon gesagt, der wie mein Vater auch Landarzt war eine große Rolle.

00:47:23: Also es war im Grunde genommen ein zwanzig Jahre langes schreibendes Herantasten an diesem Mann, den ich – das ist vielleicht eine gute Gelegenheit, dass gerade in Ihrem Podcast zu sagen so lebendig vor Augen habe.

00:47:44: Das ganz merkwürdig wie man durch so intensive Beschäftigungen mit einer Person….

00:47:51: Ich will jetzt nicht von Halluzinationen sprechen, das ging hierzu weit aber eine plastische Vorstellung und auch Nähe spüre.

00:48:00: Ich kann es kaum beschreiben, aber so etwas Ähnliches.

00:48:03: Und dann doch immer wieder noch die Frage habe ... die niemand beantworten kann?

00:48:11: Warum?

00:48:13: Also... Die uralte Frage!

00:48:16: Warum hast du mich

00:48:16: verlassen?".

00:48:17: Kann ja auch sein dass diese Frage etwas an Bedeutung verliert im Sinne das sie nach einer Erklärung fragt.

00:48:27: Ähm ... Als das in den Vordergrund rückt, ein beim herziger Blick auf den Vater die Mutter.

00:48:34: Die Schwester und sie selbst ist jetzt möglich.

00:48:38: Und darin zeigt sich eine Nähe, die Sie lange vermisst haben?

00:48:43: Ja!

00:48:43: Also ich glaub auch die Nähe hab' ich mir erschrieben.

00:48:47: Schön.

00:48:48: Anders kann man es glaube ich nicht nennen.

00:48:52: Diese innere Spannung dieses Suchen-und-Vermissen Das musste irgendwann mal aufgehoben werden, nicht in dem Sinne von annuliert werden.

00:49:05: Sondern es musste eine andere Qualität

00:49:08: finden.".

00:49:10: Jetzt habe ich zum Schluss noch zwei

00:49:11: ...

00:49:13: verzeihen Sie mir, theologische Assoziation.

00:49:17: Einmal kommt ja tatsächlich das Wort, Felders Stichwort beim Herzlichkeit in Ihrem Buch und zwar Passt auch wiederum beim Herziger Samariter.

00:49:28: Es gibt die Begegnung mit zwei Kollegen, einem Pfarrer der unbarmherzig.

00:49:36: So scheint es die Biedigung verweigert, weil sie zu skandalös ist und eben von ihm moralisch verurteilt wird.

00:49:44: Und dann aber sagt er Dekan, also der Vorgesetzte ... Das mach ich!

00:49:50: Das ist ein Akt der Barmherzigkeit so wird das auch beschrieben.

00:49:56: Und seine Predigt, die ich natürlich noch mal als Kollege ... das kenne ich ja mit dem Thema Suizid-Berehring.

00:50:07: Vor allen Dingen als eine Wiederrede gegen die Klatsch und Urteilsucht der Kleinstadt.

00:50:13: auf was sehen wir uns?

00:50:14: Das, was Sie davon beschreiben, dass das eine oder hat jemand versucht beim Herzen zu sein diesen Tod einen Ort, eine Anerkennung auch dem Vater einer Anerkennung der Annettin-Bruder zu teilwerden zu lassen.

00:50:35: Sie schreiben mir nicht das Recht Erinnere dass sie sich daran aber kann ich erinnern?

00:50:39: Ja!

00:50:40: Das ist auch ein interessanter und auch bezeichnender Vorfall, dass sich das Typoskript dieser Rede oder dieser Predigt Und ich mich überhaupt nicht erinnern kann, auch nicht.

00:50:53: Wurde die am Grab gehalten?

00:50:54: Wurte die in der Kapelle vermutlich gehalten ... Das Typuchskript fand sich im Nachlass meiner Mutter!

00:51:03: Also, die hatte diese Rede aufgehoben und wahrscheinlich nie wieder reingeschaut, uns aber nichts davon erzählt.

00:51:13: Meine Schwester und ich waren sehr glücklich darüber.

00:51:17: Denn dieser Dekan Also mir sehr gut in Erinnerung gebliebene knorrige Gestalt, unverwechselbarer starker Charakter.

00:51:32: Der hat ein kruhes Maß an Zivilcourage bewiesen an diesem Tag der Beerdigung und er hatte auch ein persönliches Verhältnis zu meinem Vater, weil mein Vater ist in seiner Qual muss man sagen, in der Qual seiner Depression immer wieder zu ihm gegangen.

00:51:52: Und deswegen ...

00:51:54: Gab's da diese

00:51:56: Verständnis?

00:51:57: Genau, gab es da das Verständnissen.

00:51:59: Leider ist der Dekan natürlich schon vor vielen Jahren verstorben und da ich diese Predigt tatsächlich vergessen hatte wie ich diesen ganzen Beerdigungstag nicht mehr erinnerung habe Das ändert mich ein bisschen an.

00:52:19: Das ist natürlich, weil es traumatisch war.

00:52:21: Jeder dachte dieser Tag, hoffentlich ist er bald vorbei.

00:52:26: Es gibt die unterschiedlichsten familiären Traumata in dieser ganzen Geschichte.

00:52:35: Ich hätte ihm gerne dafür gedankt ... das kann ich jetzt nicht mehr ... aber ich war sehr glücklich darüber!

00:52:44: Eine zweite Assoziation kam, weil in diesem Buch Kirschräume eine große Rolle spielen.

00:52:52: Also Kirschräume für sie sind jetzt gar nicht so kirchennah erzogen worden Sie gehen aber in... und das beschreiben sie sehr schönen Passagen.

00:53:04: Das sind so Lichtpunkte im Roman So was Helles Orte an denen sich aufgehoben fühlen wo sie etwas Schönes vor sich sehen, wo sie stille und auch sowas wie Trost erleben.

00:53:18: War das damals schon ihr Leben oder ist es etwas was sich Ihnen erst so bewusst im Schreiben darüber gezeigt hat?

00:53:29: Ich würde sagen beides!

00:53:32: Ich bin immer gerne in Kirchen gegangen Und zwar hauptsächlich mit meiner Großmutter also der Mutter meines Vaters die sehr Kirchen nah war, ich würde sagen.

00:53:46: Das war eine sehr fromme Frau, die ... Ich meine den Suizid ihres Wohnes nur dadurch halbwegs gut überstanden hat.

00:54:00: Also sie hatte auch die Nähe zu diesem Dekan.

00:54:05: Sie war Kirchgängerin, sie las das evangelische Sonntagsblatt und so weiter und sofort.

00:54:10: Sie waren auch in diesen in den christlichen Geist ertogen worden.

00:54:17: Und die machte da kein großes Aufhebens, also verlor der auch wenige Worte.

00:54:22: aber ich ging eben oft mit ihr mal in die Kirche und das fand ich schön.

00:54:28: warum?

00:54:28: weil immer Kerzen brannten hat mir als Kind gut gefallen, das gefällt mich heute noch.

00:54:34: man konnte eine Münze in den Opferstock werfen und das klingelte klapperte so schön.

00:54:42: Und ich glaube, das was mir schon immer gefallen hat und auch bis heute der Fall ist, dass es die Stille.

00:54:49: Das finde ich etwas ganz Großartiges.

00:54:53: Ich interessiere mich sehr für Architektur.

00:54:56: Und ich dachte immer... Die größte Herausforderung für einen Architekten muss eigentlich ein Sakralbau sein.

00:55:04: Nennen wir es mal ganz neutral so, Sakralbauch also eine Kirche.

00:55:11: Wie gelingt das?

00:55:12: Also wie gelingt es, in einen weltlichen Raum eine sakrale Atmosphäre zu schaffen?

00:55:22: Die Unendlichkeit in die Endlichkeit dieses Raumes zu holen.

00:55:28: Das finde ich eine ganz faszinierende und interessante Sache.

00:55:32: Ja... Ich vermisse das im Übrigen in Berlin Dass das nicht zum Alltag gehört.

00:55:38: Wenn man in Italien ist oder in Österreich Süddeutschland ist es ja, finde ich wunderschön.

00:55:47: Ganz normal dass man halt so ... Ich gehe einkaufen, ich bin auf dem Markt also ich bin oft in Wien und dann geh' ich halt da steht die Rochuskirche Dann gehen die Leute halt mal kurz daran setzen sich zehn Minuten hin sind schweigsam und hören auf die Stille.

00:56:14: auch schön, wenn man dann hinaus tritt auf die Straße.

00:56:18: Dann ist man wieder im Leben.

00:56:19: das finde ich was ganz Wunderbares!

00:56:23: Vielen Dank Thomas Medikus.

00:56:26: wir haben über dem Herzlichkeit gesprochen und sein Werk der Barmherzigkeit nämlich seinen Tatsachen.

00:56:30: Roman Vaterlos vielen dank für dieses Gespräch.

00:56:35: zum Dank gebe ich meinen Gesprächspartnern immer noch freie Werbezeit auf etwas Aufmerksam machen, was von ihnen ist.

00:56:47: Das Buch ist ja klar vielleicht eine Lesung oder was anderes.

00:56:50: und noch ob sie auf etwas aufmerksam Machen wollen was von wem anders

00:56:54: kommt?

00:56:57: Ja ich möchte vielleicht bei dieser Glegenheit auf meinen guten Freund Thomas Hetche aufmerksammachen der wie Ich finde sehr schöne Bücher tatsächlich ein Belletrist wirklicher Schriftsteller, schreibt und vielen Hörern ist vielleicht sein Roman Pfaueninsel in Erinnerung.

00:57:24: Aber er hat vieles andere geschrieben was ich unbedingt für Lesenswert heute.

00:57:29: Ich hatte gerade einen neuen Roman Liebe

00:57:31: heißen.

00:57:32: Ich habe sehr gerne gelesen seinen Roman

00:57:36: auch eine

00:57:36: Art Tatsachen-Roman über die Augsburger Giste.

00:57:39: Ja genau das war der Vorher.

00:57:42: Der ... vorher gehende große Roman, der hatte dann dazwischen noch ein kleineres Büchlein.

00:57:48: Was ich auch sehr gerne mochte.

00:57:50: Da beschäftete er sich auch auf eine ganz subtile Weise mit seinem Vater und einem Haus, dass er zusammen mit Vater und Familie in der Schweiz als Junge besucht hat.

00:58:04: Das fand ich ganz großartig.

00:58:07: Thomas Hetsche!

00:58:07: Und haben Sie vielleicht bald noch Lesungen-Buchvorstellungen?

00:58:11: Man sie erleben kann?

00:58:14: Ja, ich bin da dran am Arbeiten.

00:58:16: Ich muss dazu sagen es ist nicht einfach weil vor dem Thema schrecken viele zurück

00:58:23: und wir sprechen hier zu zweit haben das Mikro können entspannt sein.

00:58:28: also von so dankbarer war ich dass mich mein buch in der st.

00:58:31: Matthäuskirche vorstellen konnte.

00:58:33: das fand ich Großartig hatte davor auch selbst, ich muss mich da selbst korrigieren.

00:58:42: Ich hatte auch schwerste Bedenken.

00:58:44: Es ist ja immer wie ein Buch eigentlich noch und das ist jetzt auch ein Prozess der mir hilft.

00:58:53: Ich muss immer Schamschwellen überschreiten.

00:58:56: Also jeder Satz den ich dahin geschrieben habe war eine Überschreitung von Scham-Schwellen.

00:59:02: Jetzt darüber zu reden ... ist auch nicht so ganz einfach.

00:59:06: Geholfen hat mir mein Sohn, der wird jetzt in wenigen Wochen fünfundzwanzig.

00:59:12: Der sagte dann... Mensch Papa, du musst das machen!

00:59:17: Unter uns jungen Menschen ist mentale Gesundheit ein riesiges Thema.

00:59:23: Du solltest wirklich öffentlich darüber sprechen und das hat mir auch sehr geholfen.

00:59:29: Vielen Dank an Ihren Wohnen?

00:59:30: Ja Und vielen dank für unser Gespräch, Thomas Medius.

00:59:34: Dann geh noch!

Über diesen Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion – ob es einem gefällt oder nicht. Das Gute daran: Es schafft Anlässe, mit ganz unterschiedlichen Menschen Gespräche zu führen. Über überraschende kulturelle Entwicklungen, tolle neue Kunstwerke oder aktuelle Konflikte. Nicht als journalistisches Frage-Antwort-Spiel, sondern als gemeinsames, ernsthaft-unterhaltsames Nachdenken. Alle zwei Wochen mit Johann Hinrich Claussen und immer einem anderen Gast.

von und mit Johann Hinrich Claussen

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