Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:05: Nach draußen mit Klausen.

00:00:05: Einen Podcast von Johann Hinrich Klauson über Kultur und Religion.

00:00:13: Reflab!

00:00:17: Herzlich willkommen zu draußen mit klausen.

00:00:20: ich bin johan hinrich klauson, ich bin evangelischer Theologe und Autor und betreibe diesen podcast zu den unterschiedlichsten Themen mit den unterschiedlichen Menschen Und habe mir heute eine gesprächspartnerin eingeladen Zu einem Thema das mich schon seit lange begleitet, wie viele Menschen eigentlich fast alle.

00:00:41: Nämlich was es heißt eine Behinderung zu haben mit einer Behinderungen zu leben und davon muss man noch unterscheiden oder damit in Beziehung setzen.

00:00:51: eine Behindern haben oder behindert werden das ist eine lebensfrage.

00:00:56: das hat was politisches natürlich.

00:00:59: meine gesprächspartnerin wird auch etwas davon erzählen was das mit der kunst zu tun haben kann.

00:01:04: mich interessiert es natürlich auch religiös.

00:01:08: Meine Gesprächspartnerin heute ist Mara Rikli.

00:01:11: Sie ist Autorin, Kuratorin, Aktivistin zu unterschiedlichsten Themen, Inklusion, Gleichberechtigung, Queerethemen, Feminismus gesellschaftlicher Wandel – Mutter von zwei Kindern und leitet das Kinn-Festival.

00:01:26: Das ist der Punkt, der uns zusammengebracht hat.

00:01:29: Wie schön, liebe Mara, dass wir heute miteinander sprechen können!

00:01:33: Ja danke vielmals Johan, dass ich hier sein darf.

00:01:36: Dankeschön.

00:01:39: Ich habe mir angewöhnt zum Einstieg.

00:01:41: Ich leite hier das Kulturbüro der Evangelischen Kirche, meine Gesprächspartnerinnen und Partner zu fragen – was war in letzter Zeit dein richtig schönstes, interessantes großes kleines Kulturerlebnis?

00:01:58: Ja ich hatte viele schöne Kultuerlebnisse weil Ja, an vielen Allgorten in der Kultur bewegen.

00:02:05: Aber besonders geblieben ist mir eine Soundlesung.

00:02:09: Das ist ein Konzept was noch nicht überall so bekannt ist.

00:02:12: Die Autorin Giannarovere hat Texte aus ihrem Buch Episoden von Alltagselefanten gelesen und die Musikerin DJ und Künstlerin Lea Luisa hat das musikalisch mit elektronischer Musik begleitet.

00:02:33: Und ich fand es eine unglaublich schöne Veranstaltung.

00:02:37: und auch das Buch Episoden von Alltagselefanten von Jean-Nacau Véry, das ist erschienen in einem kleinen Schweizer Verlag XXVII und das kann ich allen ans Herz legen nicht unbedingt All jenen die Elefanten mögen, sondern vielleicht all jenen, die feministische Literatur mögen und sich mit Kunst auseinandersetzen.

00:03:09: auch auf Menschen bezieht, also parallelen wie bewerten wir elefanten Körper.

00:03:14: Was für Narrative gibt es zu Elefanten?

00:03:17: Wie sie stampfen immer dabei gehen Sie eigentlich ganz leise oder man spricht ja von elefantem Beinen wenn Frauen nicht dem Schönheitsideal entsprechen.

00:03:28: und so das fand ich mega interessant hat mich total abgeholt und ich habe sie auch gleich eingeladen mit mir an meinem Festival eine Veranstaltung zu machen.

00:03:36: Sehr schön, also mir fällt schon gleich jemand ein dem ich das mal schenken könnte.

00:03:41: Jetzt sind wir schon bei deinem Festival.

00:03:43: Das ist ein feministisches Kunstfestival dass vom elften bis siebenzwanzigsten juni ganz schön lang für den festival in zürich stattfindet.

00:03:56: Ich bin drauf gekommen weil meine kollegen von reflet mich darauf aufwassern gemacht haben.

00:04:00: die sind damit auch verknüpft und Die sagten das wäre doch interessant.

00:04:06: Kin-Festival in Zürich, Elbterg, siebenzwanziger Juni.

00:04:10: Was ist das?

00:04:10: Was hast du vor und was erwartet diejenigen, die

00:04:13: kommen?".

00:04:15: Ja es freut mich natürlich, dass du darauf aufmerksam gemacht wurdest weil das ein Projekt ist, was eigentlich sehr klein entstanden ist.

00:04:25: also Vladislava Savic eine Künstlerin und ich haben die Fotopasteil besucht.

00:04:30: Das ist ein mehrstöcklicher Kunstraum in Züri.

00:04:34: Wir wollten uns da einfach treffen und dann kam die Idee auf, dass wir mehr Frauen oder sogenannte Flinterpersonen, also Frauen lesben internonbinär Trans- und Agenda Personen in der Kunst zeigen möchten.

00:04:51: Weil wir auch da, als wir die Ausstellung besuchten feststellten das immer noch meistens Männliche Künstlerinnen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

00:05:00: Also das ist schon mal so wie der Beweggrund.

00:05:03: und jetzt dieses Festival, genau elfter bis siebenundzwanzigster Juni-Sechsunzwanziger in Zürich.

00:05:09: am vierzehnten Juni ist in der Schweiz ein sogenannte feministisches Streiktag.

00:05:15: die Frauen, die Menschen gehen auf die Straße.

00:05:19: Und das Festival findet also vorwährend und diesem Streik stattbringt einerseits die Themen, die auf die Strasse getragen werden in die Kunsträume, in die Events, andererseits setzt sich das Festival mit den unterschiedlichsten Perspektiven von Frauen auseinander, auch von queeren Menschen mit Behinderungen zeigt Werke.

00:05:47: Zum Beispiel einer chronisch erkrankten Künstlerin, die sich sehr stark mit Körper auseinandersetzt, zeigt Werken.

00:05:55: Von migrantischen Frauen zeigt Werke von noch wenig Beachteten zum Beispiel POC Perspektiven zur Bewegung von Black Lives Matters.

00:06:07: Es war uns sehr wichtig, sehr vielfältig zu sein sogenannt intersektional zu sein also auch unterschiedliche Betroffenheiten sichtbar zu machen, die noch nicht so viel Raum bekommen.

00:06:21: Das Festival ist einerseits während diesen sechzehn Tagen eine Kunstausstellung von zwanzig mittlerweile fast zwanzik Künstlerinnen.

00:06:30: Die Ausstellungen kann vom Mittwoch bis Sonntag besucht werden zu den Öffnungsseiten der Fotobastei und es finden diverse Veranstaltungen einerseits in der Fotopastei statt.

00:06:40: Die hosten wir selbst sondern gibt's Über dreißig Kooperation mittlerweile in der ganzen Stadt Zürich von linksautonomen Räumen wie der autonomen Schule, über die rote Fabrik bis hin zur Kirche.

00:06:57: Johanneskirche A und W ist dabei.

00:07:03: Im Reflap erholt auch eine Veranstaltung mit uns zusammen.

00:07:06: also ganz spannend einfach dieses von ganz unterschiedlichen feministischen Räumen, das war uns wichtig zu erfahren.

00:07:16: was beschäftigt euch und wie schaffen wir mehr Verbindung in einer Zeit wo man überall liest die Frauen sind gespalten es gibt nur noch rechts oder links usw.

00:07:28: Das war mir sehr wichtig.

00:07:31: Ihr habt eine tolle Website, da kann man wirklich auch jetzt, ich komme hier nur aus Berlin, sich einen Eindruck dafür und verschaffen was alles passiert.

00:07:42: Wir selber haben jetzt nicht sechzehn Tage Zeit mit diesem Podcast sondern eben so ne gute Date.

00:07:48: Ich

00:07:48: kenne gut mit ihr sechzen Tagen Gespräch.

00:07:50: du musst mich dann bremsen!

00:07:54: Na das Interessante ist natürlich dieser intersektionelle Ansatz, den ihr da

00:07:58: habt.

00:07:59: Wir hatten aber gedacht wir fokussieren uns in diesem Gespräch auf das Thema Behinderung.

00:08:04: Das ist ja nicht automatisch sozusagen gleich in einer Reihe mit den anderen Themen.

00:08:08: Deshalb würde ich nur mal fragen wie kommt es dazu dass auch dieses Thema Leben mit Behinderungen auf eurem Festival so eine Rolle spielt?

00:08:17: Ja einerseits ist das glaube ich schon auch meine Handschrift.

00:08:20: Ich bin natürlich Seit zwölf Jahren bin ich Mutter von einer Tochter mit einer kognitiven Behinderung.

00:08:28: Das heißt, sie hat eine sogenannte Entwicklungsstörung, eine sehr seltene genetische Erkrankung.

00:08:34: Sie ist eines von elf Kindern auf der ganzen Welt mit dieser genetischen Erkannkung.

00:08:39: Eins

00:08:39: von elf?

00:08:40: Eins von elfen also von elf bekannten Kindern oder Familien wenn ich es dann ganz genau nehme.

00:08:49: und Ja, genau und das beschäftigt mich natürlich sehr.

00:08:52: Und auch mein Sohn der einundzwanzig Jahre alt ist lebt mit Neurodivergenzen.

00:08:57: Das wissen wir jetzt auch seit bald dann zehn Jahren.

00:09:02: Ich bin mit chronisch kranken Eltern aufgewachsen selbst, lebe ich auch mit einer chronischen Erkrankung und es hat mich natürlich nicht so bewusst immer beschäftigt aber sehr bewusst insbesondere seit klar ist, dass meine Tochter eine Behinderung hat.

00:09:18: Und ich habe durch sie oder durch diese Care-Rolle, durch diese Mutterschaft sogenannte pflegende Elternschaft und der Co-Behinderung natürlich extrem viel erfahren unter anderem auch gemerkt, dass Räume, Kulturräume oft nicht mit Menschen mit Behinderung zusammengestaltet werden.

00:09:41: Wenn dann ist es das Thema, wie ist der Raum zugänglich?

00:09:44: Aber weniger wer wird hiermit einbezogen?

00:09:49: und ich arbeite jetzt auch seit mehreren Jahren in der Stadt Zürich im Kulturhaus Karl Der Große mit wo wir auch einen Festival gemacht haben jedes Jahr mit Menschen Mitbehinderungen und die Behindertenrechtskonvention unter die Lupe genommen haben.

00:10:06: Was wurde da umgesetzt in der Schweiz?

00:10:09: Das hat mich sehr geprägt, deshalb war das für mich klar, dass ich das in das Kinship Festival reintragen werde.

00:10:15: Ich mache da die Leitung ja ... Und dass auch meine Kontakte damit einbinde, dass sich Möglichkeiten schaffen, Formate entwickelt werden können.

00:10:25: Wir haben jetzt zum Beispiel einen Criptage, das Wort Crip Es war sehr lange ein Fluchwort, eine Beleidigung in der Inklusionsbewegung.

00:10:35: Ist das ein Begriff, der zurückerobert wird?

00:10:38: Was heisst das?

00:10:41: Im Sinne von ... es ist keine Beleidingung, es ist eine Eigenschaft und dieser Begriff gehört uns Und wir bestimmen, was das ist.

00:10:53: und da haben wir zum Beispiel ein Cripschammtisch.

00:10:57: Der wird gestaltet von einer Selbstvertretung.

00:11:00: oder wir haben jetzt ganz viele Talk-Formate die mit Gebärdensprachdolmetschungs sind.

00:11:06: auch Musik wird

00:11:07: z.T.,

00:11:07: oder wir können uns das nicht immer leisten leider, zum Teil in Gebärdensprache gedolmetzt.

00:11:13: Wir achten auf eine einfache inklusive Sprachen oder wir haben auch Rückzugsmöglichkeiten für Menschen, denen die Eindrücke zu viel sind und auch Vereine zum Beispiel dabei für Frauen- und queere Menschen mit Behinderungen.

00:11:30: Die Formate machen in ihren Räumen usw.

00:11:35: Eine Assoziation, die ich dazu habe ist das Du jetzt kein, in dem Sinne Sonderfall ist sondern ganz viele Menschen zu dem Thema Behinderung über eine persönliche Betroffenheit kommen.

00:11:46: Also ich selber als Pastor habe so dann einen beruflichen Zugang dazu wenn ich den nicht gehabt hätte.

00:11:53: Ich selber bin jetzt kein Betroffener und auch unsere Kinder sind nicht betroffen.

00:12:01: Ich erlebe das bei den Menschen die sich politisch kulturell ehrenamtlich engagieren auch viele, die dann zu ihrem Beruf machen.

00:12:09: Da liegt eine eigene Geschichte zugrunde und da hab ich mich manchmal gefahr ist es eigentlich seltsam warm um Bauch.

00:12:16: mal ne eigene Geschichte weil das Thema Behinderung geht ja alle an.

00:12:20: Irgendwann sind wir alle behindert also spätestens im Alter oder ich habe in der ganze Reihe von Freunden die sagen ja auch geschlechst typisch einen Brustkreis, Krebserkrankungen hatten nach diesen Heilungen sie aber einen Grad an Behinderung haben.

00:12:38: Also es ist ja jetzt nicht ein Thema, das nur eine ausgewählte Gruppe von Menschen betrifft sondern eigentlich alle.

00:12:45: aber damit man sich damit beschäftigt braucht es doch wohl ja eine eigene Geschichte dazu.

00:12:51: Ist das auch dein Eindruck oder?

00:12:53: Ja also gut das kann man ja bei allen bei allem fragen.

00:12:59: oder warum sollten sich Männer mit den Frauenrechten auseinandersetzen?

00:13:03: sie haben in dem Sinn keine persönliche Geschichte.

00:13:06: Und dann gibt es diese Politiker, die sagen ja wir müssen unsere Töchter schützen und dann sind die Männer dann in weil sie einen Bezug haben.

00:13:15: aber ich denke halt wieso klar ich glaube die Dringlichkeit oder die Not oder wirklich das was es bedeutet als betroffener Mensch Das zu erleben ist natürlich größer, wenn man diese Betroffenheit hat.

00:13:31: Ich werde nie wissen wie es ist, wenn ein Mensch einen Rollstuhl fährt außer ich werde irgendwann einen Roll-Stuhl fahren.

00:13:38: Ich werden nie wissen, wie es in einem Körper zu sein der Trans ist.

00:13:42: Also ich bin trans und bin nicht.

00:13:44: Aber umso weiter kann man ja immer übertragen.

00:13:50: Deshalb trage ich den Menschen nicht so nah, dass sie nicht genau oder von Anfang an sensibilisiert sind.

00:13:58: Deshalb mache ich ja diese Sensibilisierungsarbeit.

00:14:01: gleichzeitig.

00:14:03: Denke ich aber was wir machen können und Mir von der Gesellschaft und von der Politik wünschen, ist Empathie.

00:14:12: Und es ist ein Interesse an unterschiedlichen Lebenswelten und unterschiedliche Perspektiven.

00:14:18: Wir können zuhören und wir können erfahren.

00:14:21: Kunst oder Kunst- und Kultur ist da natürlich ... Der Zugang sehr oft, oder?

00:14:29: Also ich habe ja ursprünglich Buchhändlerin gelernt.

00:14:32: Ich habe eine dreijährige Ausbildung gemacht nach meiner Schulzeit als Buchhänderin und seit ich lesen kann, habe ich Romane gelesen und Biografien und Sachbücher.

00:14:45: Und ich mag mich erinnern, da habe ich Betroffenheitsgeschichten gelesen von Frauen zum Beispiel die Gewalt erfahren haben.

00:14:51: Von Schwarzen Menschen die Rassismus erfahren haben Fluchtgeschichten.

00:14:56: und Ich hab über diese Bücher, über die Literatur glaube ich Empathie gewonnen.

00:15:03: und ich habe was erfahren und ich hab es gelernt.

00:15:06: und das ist das was ich glaub Möchte ich auch mit diesem Festival, ich möchte das wir einander zuhören.

00:15:13: Dass wir uns einladen in Räume die warm sind, die wertschätzend sind und die einladent sind, dass wir unsere Geschichten erzählen.

00:15:20: Ich kann nicht alles wissen aber... ...ich kann mir ein Bild anschauen!

00:15:26: Ich kann einen Werktext lesen, ich kann einen Song hören, ich kan ein Gefühl spüren in diesem Raum usw.

00:15:35: Und ich glaube Andere bei Behinderungen.

00:15:39: jetzt explizit ist natürlich, dass wir einerseits eine Gesellschaft haben in unseren Ländern – mit Deutschland habe ich auch sehr viel zu tun im Inklusionsbereich.

00:15:51: Dass Behinderung sehr unsichtbar macht in die Separation und Trennung der Schulen.

00:16:00: Menschen mit Behinderungen sind in Heimen.

00:16:03: Wir haben sehr wenig Berührungspunkte und wir haben gelernt, dass Behinderung Krankheit etwas Schlechtes ist?

00:16:11: Dass wir Schuldige suchen dafür und dass wir das nicht möchten oder was wir nicht hier möchten.

00:16:18: damit Möchten wir nicht nah sein Und ich glaube das macht es macht das oft mit den menschen aber es ist unangenehm euch muss das jetzt aushalten.

00:16:27: ja wie gehe ich mit dem menschen um wie meine Tochter die eine kognitive Behinderung hat.

00:16:32: Ja, was?

00:16:33: Wenn ich jetzt etwas falsch mache, dann spreche ich lieber gar nichts mit den Menschen und so

00:16:38: weiter.".

00:16:38: Ich glaube es ist schon auch sehr in Kulturen, die nicht von, also ich sage jetzt, eine Historie haben, von Nicht inklusiv oder von Nicht zusammenlebend – ist das schwieriger!

00:16:53: Gewissensverständlich habe ich dafür, aber ich glaube schlussendlich eben du sagst es sind wir alle irgendwann spätestens im Alter betroffen.

00:17:01: Also haben wir grundsätzlich ja auch alle etwas davon wenn diese Gesellschaft inklusiver wird.

00:17:08: Ich hab gerade während du erzählt kurz in meinem Kopf versucht nachzuvollziehen welche Bücher ich über die Behinderungsgeschichte der Behinderung gelesen habe.

00:17:20: gar nicht so viel ist mir eingefallen.

00:17:22: Mir ist aber eingefallen, ein ganz toller Autor.

00:17:26: Fast schon vergessen Peter Härtling der in meiner Jugend im neunzehnten siebziger Jahren sehr schöne Kinderbücher geschrieben hat und er hat eines der damals glaube ich ersten Bücher mit der Geschichte wo richtig ein Kind mit Behinderung vorgestellt wurde Der Hirbel hieß das.

00:17:42: Das habe ich noch als Ferne sozusagen Kinderelektieren Erfahrung im Kopf.

00:17:47: Hat mich da mal sehr beeindruckt.

00:17:50: Ich finde, wir werden dieses Thema Kultur nochmal gleich ein bisschen ruhig uns angucken weil da so viel drin steckt.

00:17:57: Aber ich bin nur mal kurz zu vergegenwärtigen was heißt es eigentlich mit einem Menschen beim Kind oder einem pflegebedürftigen Alter älteren Vater Mutter Partner-Partnerin.

00:18:10: Da hat man natürlich erst einmal diese ganz eminenten Anstrengungen des Alltags einfach diese viele Arbeit die das kommt ist.

00:18:19: Dann gibt es natürlich immer auch Gefühle von, das kenne ich aus der Seelsorge nicht genügend oder Schuld.

00:18:25: Was ist passiert?

00:18:26: Warum habe ich geraucht in der Schwangerschaft?

00:18:29: Was weiß ich was da so alles kommen kann?

00:18:32: und dann natürlich dieses Riesenthema der Nicht-Akzeptanz.

00:18:35: und da spielt natürlich Kultur eine große Rolle die Nicht Akzeptanz durch andere.

00:18:40: Das weg tun das weg drängen.

00:18:43: Eine kleine Erinnerung von mir, wir hatten vorgespricht darüber gesprochen.

00:18:49: Ich wollte das noch mal ein bisschen schärfen.

00:18:51: Ich bin selber nicht behindert gewesen, aber ich hatte als Kind eine im Vergleich zu deiner Tochter leichte Entwicklungsstörung und habe sehr stark gestottert.

00:19:00: Das war dann in Phasen nicht schlimm und dann war es in Phaden sehr schlimm.

00:19:04: Und da gab es halt einen Moment... Da war ich so in der zweiten dritten Klasse und da ging es darum, dass sehr viel Druck auf meine Eltern ausgeübt wurde, dass sie sich auf die Sonderschule kümmern.

00:19:15: Und Sonderschule hieß damals in den neunzehn-siebziger Jahren in Deutschland, du machst nicht mal Hauptschulabschloss.

00:19:22: Das ist so.

00:19:23: dann die Reste Schule für die, die... und das weiß ich noch, sonst hab' ich ja vieles vergessen was in meiner Kindheit war.

00:19:31: dieses Erlebnis weiß ich nog.

00:19:33: Meine Eltern haben sich nicht drauf eingelassen und hatten Vertrauen.

00:19:37: dass das mit Therapie und Größerwerden sich auch legt hat es ja inzwischen auch ist aber so bei mir tief abgespeichert als die Erfahrung, da wirst du ausgesondert.

00:19:50: Dann wirst Du zu einem Behinderten gemacht, der ich ja gar nicht war im Vergleich.

00:19:56: Mir fiedern auch auf, dass ich deshalb nie geärgert worden bin.

00:20:01: Das ist auch nur mein Interessant der Erfahrung.

00:20:03: Also kann man ja sehr dankbar sein.

00:20:05: also dieser große Unterschied zwischen eine Behinderung haben und das will ich jetzt auch gar nicht kleinreden was das für Belastungen sind und dann dem behindert werden, weil es eben man stört.

00:20:22: Das Bild von denen wie Kinder sein sollen, wie zusammengehen soll das ist massiv und ich wahrscheinlich kann da Kunst- und Kultur am meisten leisten.

00:20:36: Sie löst sich das medizinische Thema nicht auf, auch nicht das politische aber kann noch mal ein ganz anderes Verständnis füreinander entwickeln und damit auch jetzt nicht nur Verständnissen für Menschen mit Behinderung sondern das Bild des menschlichen Erweitern.

00:20:53: Das glaube ich auch einerseits Kunst und bei unserem Festival ist dieser Zusammenhang auch von Kunst- und Aktivismus und Kunst- und Aufklärungsarbeit.

00:21:03: Es gibt ja unterschiedliche Kunst, oder?

00:21:06: Aber bei uns ist natürlich schon auch der Fokus auf Kehr-, auf Körper-, auf Beziehungen.

00:21:12: oder Kin-Kinjib heißt es ja auch Verwandter, das ist ein Begriff, der vor allem auch so in den ... Queerenliteratur immer wieder vorkommt, Wahlverwandter Gemeinschaft verbündeter Verbündete und so weiter.

00:21:27: Und genau ich glaube Kunst kann ganz vieles.

00:21:30: aber und ja wir hoffen natürlich dass und es ist auch individuell oder?

00:21:35: Aber wir hofen natürlich das die Kunst die wir ausstellen und die Events sie machen Dass das etwas bewirkt oder auch ins Gespräch bringt und auch Erholungsraum aber sein darf für Menschen die eben viel Ausschluss erfahren oder auch Gespräche entstehen, wo man Fragen stellen darf.

00:21:56: Aber gleichzeitig auch weiß hier wird darauf geachtet dass wir uns gut tun.

00:22:03: Genau das ist so.

00:22:04: das eine und das andere glaube ich.

00:22:06: was du jetzt erzählt hast da könnte ich ganz viel dazu sagen.

00:22:09: vielleicht einfach zwei Sachen Ich glaube es geht auch sehr viel in diesen Erfahrungen natürlich einerseits um diese Separation die du jetzt beschrieben hast, eben plötzlich konfrontiert zu sein mit ich bin anders wie die anderen und weil ich anders bin muss sich wohin wo ich meine Freunde nicht habe oder ich muss zu denen die auch anders sind.

00:22:35: Und ich hab kürzlich ein Text geschrieben wo ich mich mit Körper nochmals beschäftigt habe und eben, dass halt Körper aussortiert werden wurden auch historisch.

00:22:47: Und das finde ich halt eigentlich so ein krasses ... wie soll ich es sagen?

00:22:55: nochmals Erkenntnis, oder?

00:22:57: Dass Körper in dem Sinne von Kindern in Schulen eingeteilt werden.

00:23:02: Dein Körper gehört in dieser Schule.

00:23:05: Dieser Körper gehört an einer anderen Schule dabei.

00:23:08: Wer es möglich ist gibt Länder mit inklusiven Schulen.

00:23:11: und ja ich verstehe die Lehrpersonen und ich versteh' die Fachpersonen, die belastet sind.

00:23:17: aber das ist ein politisches Problem dass die Gelder nicht gesprochen werden der Kinder mit Behinderungen.

00:23:25: Also ich glaube so das eine und das sind diese Körper und dieses vielleicht auch dahinter, so eine Geschichte von deine Behinderung, deiner Krankheit oder damals dein Stottern könnte ja andere anstecken.

00:23:39: wo kämen wir denn da hin?

00:23:40: Oder es ist eben auch unangenehm.

00:23:43: Es wird dann vielleicht eine Stunde länger also eine Schulstunde braucht dann mehr Zeit in einem System, das auf Leistung aufgebaut ist.

00:23:55: Ist es dann hinterlich?

00:23:58: Das andere was ich glaube sind Vorurteile.

00:24:00: Es gibt so viele Vorurteilungen also beim Stottern gibt es ja dieses Vorurtail dass nur ein thematisches Erlebnis dahinterstecken muss.

00:24:09: Mutismus ist auch etwas wenn Kinder nicht mehr sprechen.

00:24:13: Es gibts ganz einzelne Fälle wo das so ist.

00:24:19: Absprechen, aber in den neunzig Prozent der Fälle ist es nicht so.

00:24:24: Sondern gerade beim Stottern ist das eine neurologische Erkrankung.

00:24:30: Ich weiß nicht ob man sagt, Erkankungen ist es glaube ich nicht.

00:24:32: Es ist eine neurologisch negativ gesagte Störung.

00:24:37: Eins bis drei Prozent der Kinder stöttern.

00:24:42: Und da auch viele Vorteile gegenüber den Eltern.

00:24:46: Das erlebe ich ja auch, oder du hast jetzt vorher gesagt diese Schuldgefühle.

00:24:49: und dass sich dann Frauen fragen warum habe ich geraucht in der Schwangerschaft umgekehrt?

00:24:54: Das ist schon Vorurteil!

00:24:56: Kinder mit Behinderungen kommen zur Welt wie Kinder ohne Behinderung und nicht immer ist ein Grund... Und ich wurde zum Beispiel sehr oft gefragt, hast du denn geraucht in der Schwangerschaft?

00:25:08: Fremde Menschen auf dem Spielplatz haben mich gefragt.

00:25:11: Hast Du gerauchten in der Schwangerschaft?

00:25:13: Nein habe ich nicht!

00:25:14: Müsste ich hier nicht mal sagen... Aber diese Schulzuche, die Mutter hat etwas falsch gemacht oder es ist eine Strafe auch gerade im kirchlichen Kontext.

00:25:28: Man kann auch andere sagen Karma oder Gottesstrafe, dass ein Kind mit Behinderung zur Welt kommt etc.

00:25:34: Das habe ich schon oft erlebt und das höre ich natürlich auch von anderen.

00:25:40: Also es ist nicht eben in dem Sinn als Individuum gesehen wird also... Du hast gleich lange Beine, ich habe ein kürzeres Bein.

00:25:53: Ich hab blunde Haare.

00:25:55: dieser Mensch hat einen Kommunikationsgerät und ja sondern eben dass es das der Grund danach gesucht wird warum bist du nicht normal?

00:26:05: Warum ist das Kind nicht

00:26:06: normal?".

00:26:07: Ja, darüber habe ich mich viel beschäftigt mit diesem Mechanismus ankert sein muss.

00:26:19: Eine Möglichkeit ihnen zu deuten ist, dass eben so etwas wie eine Behinderung ein zufälliges Ereignis das sich unserer Kontrolle entzieht, eben dieses Gefühl von Kontrollverlust auslöst auch schon bei Menschen die zuschauen also die gar nicht selber betroffen sind sondern die dem begegnen, die begegne den Faktum, dass etwas passiert?

00:26:44: Wie ein Kind hat eine Behindepunkt oder einen menschen hat eine Kribserkrankung, unabhängig davon dass es manchmal auch Gründe dafür geben kann.

00:26:53: Wollen wir gleich leugnen ist aber ganz oft ein Impuls einen Grund zu suchen

00:27:00: weil es

00:27:00: besser ist einen schlechten Grund zu haben als einfach dieser Kontrolllosigkeit.

00:27:07: Und da kann ich vielleicht ganz kurz noch dazu sagen, jetzt zum Beispiel bei Kindern mit Behinderungen.

00:27:14: Es spielt ja schlussendlich keine Rolle.

00:27:16: Also sagen wir mal das die Mutter hat wirklich getrunken und das Kind Deshalb eine Behinderung oder sie hat das falsche Medikament genommen, was auch immer ist ja schlussendlich egal.

00:27:28: Das Kind braucht trotzdem die Unterstützung und das Kind ist trotzdem ein vollwertiger Mensch in unserer Gesellschaft oder nicht?

00:27:35: mal trotzdem sondern damit mit seiner Geschichte und vielleicht müsste er ja oder ganz bestimmt Auch wenn diese Gründe so sind, was sie wirklich sehr oft nicht sind.

00:27:55: Aber auch dann könnte die Fragestellung ja ganz anders sein!

00:27:58: Und genau, du warst aber bei der Kontrolle.

00:28:01: Sorry das war mir noch wichtig!

00:28:03: Das finde ich total interessant weil es geht ja jetzt eben neben dem sozusagen medizinisch-therapeutischen Thema immer auch um das seelische Wegicht damit eigentlich um.

00:28:12: und ein ganz wesentlicher gefährlicher Mechanismus den muss man bei sich selber einfach mal verstehen um etwas kontrolliert damit umzugehen ist der Versuch Gründe zu finden um eben dieser diesen ausgesetzt sein den Zufälligkeiten des Lebens gegenüber gegenzusetzen.

00:28:31: Und ich finde interessant, also zwei kleine theologische Assoziationen diejenigen in Deutschland im Jahrhundert angefangen haben sich um Menschen mit Behinderung zu kümmern das waren Formaktivisten sozusagen und die hatten natürlich alles fürsorglich und paternalistisch und so Alles uns heute vielleicht nicht so sympathisch aber Die hatten ganz häufig regelrechte Offenbarungs- oder so persönliche Offenbahrungserlebnisse in der Begegnung mit Menschen mit Behinderungen.

00:29:05: Da hat die unmittelbare Begegnung mit einem Kind, das eine Behinderung hatte, eine Lebensländer ausgelöst.

00:29:14: Es ist ganz interessant... In der Art wie Sie es dann beschreiben, ist das jetzt für uns weit weg?

00:29:18: Aber ich fand's erst mal interessant auch weil ich nicht aus dem pietistischen Hintergrund komme.

00:29:25: Sensibilität dafür war, alles Schuld ist völlig egal.

00:29:28: Da ist ein Mensch und der ist anders als ich jetzt kenne und das löst bei mir was aus.

00:29:34: Das zweite theologische Assoziation sind diese sogenannten Wundergeschichten im neuen Testament wo eigentlich mehrere Dinge interessant sind.

00:29:44: eine Sache ist interessant dass ganz oft von außen dann die Frage gestellt wird Wie ist es denn mit der Schuld?

00:29:52: Also hat er gesündigt und deshalb ist er blind geworden oder so.

00:29:58: Und dass Jesus diese Frage immer zurückweist.

00:30:00: in allen diesen Wundergeschichten wird diese Frage nach der Schuld immer zurückgewiesen, die spielt keiner Rolle.

00:30:08: Ich finde das sehr interessant weil das eben jetzt nicht nur etwas ist was man in vor modernen Zeiten gedacht hat als man noch irgendwie abergläubig war sondern dass es sitzt ganz tief in einem drin.

00:30:20: so modern man auch sonst sich fühlen will.

00:30:24: Man kann eben vermeintlich dadurch die Kontrolle zurückgewinnen und auch das Thema von sich veranhalten.

00:30:31: Und beides sollten wir vermeiden, vielleicht nochmal ein Aspekt ich habe mich viel mit der Geschichte der Aufarbeitung und der Geschichte von Arbeit mit und gegen Menschen mit Behinderung in Deutschland auseinander gesetzt, viel auch.

00:30:50: nicht nur dem Thema Anstaltsarbeit, also dass eben eintel Anstalten gegründet wurden wo die Menschen untergebracht worden sind sondern natürlich mit dem gezielten Töten verhungern lassen im Ersten Weltkrieg dann den oigenischen Debatten in den zwanziger dreißiger Jahren und dann dem NS Terror gegen Menschen mit Behinderungen und gegen ihre Familien.

00:31:12: Das gibt der Debatte um Behinderung in Deutschland nochmal eine ganz eigene Schärfe.

00:31:19: Ich könnte mir vorstellen, dass es das in der Schweiz so nicht gibt.

00:31:23: Auch wenn diese eugenischen Themen bei euch ja doch auch eine große Rolle gespielt haben.

00:31:31: Also wir sind ja doch ähnliche Länder aber haben sehr unterschiedliche Geschichten Aber wir haben ein ähnliches Wohlstand Niveau und so Hattest du den Eindruck gerade jetzt so Wenn du mit deutschen Gesprächspartnern und Partnern darüber sprichst Dass das bei uns nochmal ne andere Schärfe oder so hat?

00:31:49: Oder würdest du sagen, die Geschichte ist gar nicht so entscheidend.

00:31:53: Entscheidender ist eigentlich wie wir jetzt miteinander umgehen?

00:32:00: Schwierige Frage!

00:32:02: Also einerseits, ich sehe mir wichtig zu sagen dass sich nicht die Expertin bin in also überhaupt für Behinderungen und Historie von Behinderung und Eugenik Spreche einfach aus meiner Perspektive, also mit meinem Wissen.

00:32:21: Und da gibt es Menschen die viel mehr wissen als ich.

00:32:25: Also ist das einfach sehr wichtig!

00:32:28: Was ich sagen kann?

00:32:29: Also deine Frage ob da ein anderes Bewusstsein ist oder... In Kontakten mit Menschen aus Deutschland zu Inklusion oder zum Thema Behinderungen, also ich hatte da insbesondere mit Raul Krauthausen zu tun.

00:32:47: Inklusionsaktivist aus Berlin auch seine Texte und seine Arbeit sehr empfehlen.

00:32:54: Oder auch mit der Politwissenschaftlerin und Expertin für Intersektionalität Emilo Rack.

00:33:04: Und was ich glaube, es einerseits ist Deutschland in gewissen Themen weiter als die Schweiz.

00:33:13: Also gerade was Zugänglichkeit anbelangt.

00:33:15: also ist die Situation in Deutschland wenn auch schlecht immer noch besser.

00:33:20: Ein Beispiel Merz hat jetzt ja gesagt dass ob jeder Mensch eine eins zu eins Betreuung braucht ein Mensch mit Behinderungen Superproblematische Aussage natürlich, absolut dagegen zu halten.

00:33:34: Gleichzeitig hat mir das auch nochmals bewusst gemacht dass wir in der Schweiz gar nicht da hingekommen sind.

00:33:40: also bei uns ist immer die das Sparen... Das leisen und das sparen glaub ich noch krasser wie in Deutschland.

00:33:52: was ich glaube dass Deutschland sensibilisierter ist in Bezug auf Hygienik wobei vermeintliche Sicherheit schaffen kann manchmal, denke ich.

00:34:02: Weil Geschichte sich wiederholt und wiederholen kann.

00:34:07: Und ich glaube gerade jetzt extrem wichtig ist es sich da ganz, ganz achtern zu sein.

00:34:14: was für Sätze kommen zuerst?

00:34:17: welche Menschen werden zuerst gespart und diskriminiert oder an welchen Menschen wird zuerst gesprochen?

00:34:23: Und Menschen mit Behinderungen waren Auch immer sehr stark betroffen, wenn es solche Entwicklungen gab.

00:34:35: Und ich meine in Amerika sehen wir das jetzt auch sehr stark dass Menschen mit Autismus von Trump öffentlich beschämt werden.

00:34:43: Das heißt die Mütter hätten Medikamente genommen und deshalb haben die Kinderartismus, es kommen Sätze wie wir werden keine Menschen mit Autismus mehr haben.

00:34:54: Es kommen Sachen wie sie sollten eigentlich in sogenannte Arbeitsstätten.

00:35:01: das sind ganz gefährliche Aussagen finde ich und da braucht es unbedingt dass wir über die Geschichte sprechen und ich meine in der Schweiz ist es so Das wissen wir ja, dass es die Zwangsmaßnahmen gab und sehr viele, vor allem Frauen wurden in Psychiatrien verwahrt.

00:35:25: Sie wurden in Heimen verwahrт.

00:35:27: Es wurden Medikamenten-Experimente gemacht.

00:35:33: Viele jenische Frauen und jenischen Menschen überhaupt wurden zwangssterilisiert.

00:35:39: Die sogenannten Verdink-Kinder oder in unseren Dörfern wurden bis in die Achtzigerjahre Kinder auf Dorfplätzen, also muss ich das mal vorstellen, bis in den Achtzigern Jahre.

00:35:49: Also, ich wurde Einundachtzig geboren.

00:35:53: Kinder als Arbeitskräfte verkauft – es gibt ja da einen sehr guten Film der Verdingbub!

00:36:00: Und das war so.

00:36:01: Das ist jetzt noch spürbar in diesen Dörfern und die Kinder von verdinkten Mädchen wurden in Weisenheimen verwahrt, es gab Sterilisationen, es gibt dann diese Wiedergutmachungsinitiative Es gab Auszahlungen natürlich viel zu wenig für den großen Schaden der Menschen.

00:36:22: Was ich finde, was nicht besprochen oder sehr wenig besprochen wird ist dass sehr viele Frauen jetzt eben mit konischen Erkrankungen oder psychischen Erkrankungen, kognitiven Behinderung, körperlichen Behinderungen also nicht nur Frauen auch Männer von diesen Maßnahmen auch massiv betroffen waren und es immer noch sind.

00:36:48: Die Zwangssterilisation ist mittlerweile verboten, es gibt aber eine Ausnahme und das heißt die Sterilisation ohne Einwilligung der betroffenen Person bei vollumfänglicher Beistandschaft.

00:37:03: Und wenn diese Person nicht in der Lage sein wird also die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde zusammen mit den Ärztinnen zum Schluss kommt dass der Mensch nicht in dann ist es erlaubt, die Person ohne Einwilligung zu sterilisieren.

00:37:21: Es gibt keine Forschung oder keine Statistik, das ist jetzt im Tun.

00:37:27: Nicht zwar Kawanti – das ist der Verein für Frauen und queere Menschen mit Behinderungen.

00:37:35: Das ist etwas, was in der Schweiz noch passiert, dass ein Mensch meinte eine Blinddarm-Operation hat sterilisiert wurde.

00:37:47: Und natürlich ist das ein Missstand, massiver Missstand gegen Menschenrechte und es hat historische Gründe auch wie die separierten Schulen historischen Gründe haben, wie die Heime, Wie die Werkstätten historische gründen haben und sich damit auseinanderzusetzen ist höchst unangenehm.

00:38:15: Es ist mir noch wichtig zu sagen, es ist für mich nie ein Ringen um Aufmerksamkeit.

00:38:25: Ich finde alle betroffenen Personen brauchen Aufmerksamkeit.

00:38:29: Es ist nie ein ihr habt Leiderlebt und bekommt so viel Beachtung wie nicht.

00:38:37: Das ist mir ganz wichtig, sondern es geht einfach darum wir auch die betroffen sind, sollen Entschädigungen erhalten und vor allem nie wieder passieren.

00:38:50: Und ich meine es gibt dann ganz heikle Themen, da möchte ich auch nicht weiter vertiefen aber die Prenataldiagnostik natürlich und da wird halt auch vermischt oder ich bekomme dann Zuschriften oder auch Abtreibungsgesetze dass ich mich aktiv gegen Abtreibung aussprechen müsste, weil ich ein Kind mit Behinderungen habe.

00:39:11: So ist dem nicht!

00:39:13: Ich kann gleichzeitig für... für Abtreibungsmöglichkeiten, für die Frauensein und sagen ich finde es problematisch mit der Prenataldiagnostik oder ich find das gleichzeitig problematische dass so viele Menschen zum Beispiel mit Trisomie einundzwanzig abgetrieben werden.

00:39:35: Diese Gleichzeitigkeit auch auszuhalten ist für viel schwierig.

00:39:41: Gut, dass so was anspricht.

00:39:42: Das werden wir jetzt nicht weiter vertieben, weil das ist wirklich ein eigener...

00:39:45: Nein, es ist wirklich sehr genau und auch da gibt's Menschen die noch viel mehr wissen haben als ich.

00:39:52: Aber dann würde ich diesen Bereich auch... Ich finde es nur Interesse wichtig wahrzunehmen gerade durch dieses Thema Zwangssterilisierung.

00:40:02: Das ist in Deutschland ganz wesentlich verbunden damit, Eingriff in die körperliche Rundferesiertheit von Frauen mit Behinderung gewesen war.

00:40:15: Das spielt eine Rolle oder war ein wichtiger Meilenstein, wenn man das herzlichen sagen darf auch zur Ermordung von Menschen.

00:40:26: Ich kenne dass es nicht einfach ist für Eltern, wenn die Tochter psychisch erkrankter seine Bindung hat und eine Schwangerschaft möglich wäre dass das nicht einfach ist, aber diese Zwangstilisierung ohne Einverständnis.

00:40:46: Das ist ein solcher Eingriff in die körperliche und seelische Unversehrtheit.

00:40:52: Und deshalb muss man da so aufpassen...und ich fand...und!

00:40:57: Das ist ganz interessant.

00:40:58: Ich habe vorhin mit einer Stiftung besonders viel zu tun den früheren Alsterdorfer-Anscheiden in Hamburg, also evangelische Stiftungen als darauf heute.

00:41:07: Und da gibt es eben, kann man wahrnehmen oder die Kolleginnen und Kollegen sagen mir das.

00:41:12: Dass dass die Menschen, die dort wohnen oder damit oder von denen begleitet und betreut werden, das erinnern.

00:41:17: Es ist ja nicht so als ob Menschen mit Behinderung diese Geschichten nicht kennen würden.

00:41:22: Sie haben jetzt die Bücher nicht gelesen vielleicht und kennen den Koch schon stattlich aber Das Unheildrot Alleine schon durch die Eingopierung.

00:41:34: also Der Sohn eines Freundes, der ist vor kurzem richtig hundert Prozent Eingubi geworden.

00:41:39: Das war dann hier... Oh jetzt hört es gefährlich!

00:41:42: Also das Wissen-Mensch...

00:41:44: Ja und ich glaube... Ich glaube was ja da auch vergessen geht oft ist ja Wenn die Rechte von Menschen mit Behinderungen oder Frauenrechten angegriffen werden können, oder wenn das gemacht werden kann – Mitmenschen mit Behindrungen.

00:42:00: Dann kann es auch mit anderen Menschen gemacht werden.

00:42:03: Also Rechte für Menschen mit behinderten Rechten sind Menschenrechte.

00:42:11: Und jedem kann drohen dass er in die Situation kommt wo er genauso vulnerabel wird!

00:42:19: Also ich mein, vermeintlich ist man dann gesund.

00:42:22: Vermeintlich sind wir psychisch stabil.

00:42:24: Man weiß, vermeinlich ist ein erfolgreicher Mann aber... Es kann jedem Menschen drohen und diese Klassifizierung, das betrifft dann auch schlussendlich wieder alle.

00:42:39: Das ist wie mit Sozialsystemen.

00:42:40: Warum haben wir eine arbeitslosen Versicherung?

00:42:43: Es schützt ja dann schlossendlich alle Menschen, weil da ist es wie klar, wenn's um Geld geht, wenns um Versicherung geht... Wenn's um Arbeitslosigkeit geht, dann sind wir... Dann ist es uns klar dass wir in dieser Situation kommen können.

00:42:58: Ein möglichst gutes, man kann hinterfragen ob diese Systeme dann jetzt wirklich gut sind.

00:43:03: Aber ein möglichst gutes System da sein muss Rente und so weiter.

00:43:07: Und bei behinderten Rechten, bei Frauenrechten wird das ja immer hinterfragt.

00:43:12: Und ich meine schlussendlich geht es da auch um Macht.

00:43:17: und es geht um Macht in einem System durch Körper die möglichst viel Erwirtschaften, die möglichst den Kapitalismus nähren und die anderen gehören quasi aussortiert.

00:43:39: Ich finde es unglaublich wichtig, dass auch Menschen, die nicht betroffen sind sich für diese Rechte so einsetzen und dass sich diese Gesetze nochmal so verändern, dass das nicht mehr passiert.

00:43:52: Und was du sagst, finde ich auch interessant.

00:43:54: oder die Menschen erinnern sich natürlich.

00:43:56: Ich glaube wir haben so ein falsches Bild häufig von Menschen mit Behinderungen.

00:44:03: Ja es ist nicht einfach!

00:44:05: Ich mein' ich bin Angehörige vom Menschen mit psychischen Erkrankungen... ...ich bin Mutter eines Kindes mit kognitiven Behinderung und so weiter.

00:44:13: Also ich glaub', ich bin die Person, die sagen kann.

00:44:16: Ich weiß'.

00:44:17: Es ist nicht

00:44:17: Einfach!'.

00:44:19: Aber das heißt trotzdem nicht, dass ich mich über diese Menschen stellen kann und ihnen Rechte verweigern darf.

00:44:28: Und dass sie nicht ein Bewusstsein haben, dass in sehr großen Teilen wie meines ist wenn nicht auch sogar noch feinfühliger.

00:44:39: also meine Tochter spürt alles.

00:44:41: Sie spürts wenn eine Assistenzperson.

00:44:43: wir haben mittlerweile seit einem Jahr jetzt nach vielen Jahren Kampfassistenz.

00:44:49: Und wenn jetzt eine Assistenzperson zu uns kommt und sie hat Liebeskummer, sag ich mal, dann spürt meine Tochter das sofort und fragt, bist du wütend?

00:44:59: Bist du traurig?

00:45:01: Ich merke es erst gar nicht!

00:45:04: Sie geht in einen... Also ich glaube oder...?

00:45:08: Wir unterschätzen Menschen mit Behinderungen so fest.

00:45:10: Und ich habe jetzt auch mit vielen Jugendlichen zu tun, die nonverbal sind also keine Lautsprache haben und dank KI es gibt auch Vorteile von KI oder Digitalisierung gibt es mittlerweile sehr gute Kommunikationsgeräte, die bedient werden können mit der Augeniris oder auch von Hand- und Hochkomplexe.

00:45:35: sehr intelligente Menschen in jungen Jahren, die viel mehr wissen und viel mehr verstehen als manche fünfzigjährige Personen ich kenne.

00:45:47: Also ich moderiere jetzt dann ein Podium mit Jugendlichen mit Behinderungen Und ich glaube gerade auch früher, und da finde ich das viel gegangen oder?

00:45:56: Ich glaube früher hätte man jetzt einen Menschen nonverbal zum Beispiel noch mit Zerebralparese also mit Versteifungen von Gliedmaßen oder im Rollstuhl fahrend eingeschätzt aus könne diese Person nicht.

00:46:10: Hätte diese Person versteckt sie nicht gefördert und da geht ja heute wirklich sehr viel und da bin ich aber immer noch extrem erstaunt wie wir Menschen dann einschätzen und was die Menschen alles wissen.

00:46:26: Und auch zum Teil, oder ich finde das auch spannend sind die resilientesten Menschen, die ich kenne.

00:46:34: Sie müssen seit Geburt so viel bewältigen und haben eine Widerstandskraft und eine Ressource.

00:46:42: da können viele Menschen ohne Behinderungen weit hinten anstehen.

00:46:47: Ich gucke gerade ein bisschen auf die Uhr und würde gerne im

00:46:50: Schluss

00:46:50: kommen.

00:46:51: Das eine ist nur noch verstärken, dass ich wahrnehme das in Deutschland das Thema Behinderung noch nicht besonders stark von den Rechtsextremen aufgebracht wird.

00:47:04: Das kann aber immer passieren.

00:47:05: Da gibt es erste Planie.

00:47:08: Ich achte darauf, dass über Inklusion, gerade Inklusion in der Schule gleich gesprungen ist, aber auch nicht das große Kampagnenthema.

00:47:16: Man muss aber aufpassen, dass es nicht dazu kommt.

00:47:19: Vor allen Dingen mit dem Faktor Geld kann viel Druck und viel Schaden angerechnet werden.

00:47:27: was mich jetzt positiv um das Stärke zu sehen und das großartige was bei Kunst und Kultur hier möglich ist gibt gerade so in den siebziger Jahren als man in Deutschland invest Ostdeutschland interessanterweise parallel anfing neu über Menschen mit Behinderung nachzudenken und sich sehr neu.

00:47:51: Das war immer auch mit Kunstaktionen verbunden, also in der Idee da habe ich ein bisschen zugearbeitet weil es da gibt's... Da sind eben auch viele Künstlerinnen und Künstlern halt in kirchliche Einrichtungen gekommen, weil sie da irgendwie eine kleine Handstellung war, die sonst ins System nicht basten.

00:48:11: Irrsinnige Fotos gemacht, ganz toll.

00:48:13: Also Dietmar Reimann und da gab es noch ein Schriftsteller Franz Schümer in der das wunderbare Text geschrieben hat Und ich kenne es parallel auch in Westdeutschland dass dann die vorherigen Anstalten angefangen haben wie im richtig Ateliers einzurichten Alton Halzerdorf die Schlumper und das gibt's ganz viel wo also einerseits nicht behinderte Künstlerinnen versucht haben neuen Blick zu gewinnen zum Beispiel durch Fotos und das aber ganz wesentlich auch versucht wurde, Mensch mit Bildung als Künstler selbst, als Kunstschaffende selbst in Raumunmöglichkeiten zu geben.

00:48:54: Das war eigentlich eine irrsinnige Erfolgsgeschichte.

00:48:58: Gibt es da so etwas wo du sagen würdest?

00:49:00: Es muss jetzt gar nicht historisch sein sondern aus deiner jetzigen Erfahrung wo du sagst, da habe ich was erlebt.

00:49:06: Das ist richtig tolle Kunst!

00:49:08: Mit einem tollen Aktivismus ein Thema.

00:49:11: Ja, da könnte ich viel erzählen.

00:49:12: also was mir noch wichtig ist ja die Rechten haben das in der Schweiz schon entdeckt mit dem Thema Behinderungen.

00:49:18: Da wird es einfach unter den Deckmantel verkauft von Förderung von intelligenten Kindern in der Schule quasi also vermeintlich ich nutze jetzt das Hörding oder Schutz von den leistungsfähigen Kindern vor denen mit Verhaltensauffälligkeiten.

00:49:34: Also das Thema ist entdeck Das Achtung, also es kommt auch sehr einladend verpackt.

00:49:42: Unbedingt achtsam sein.

00:49:46: Dann wollte ich sagen Menschen mit Behinderungen sind auch divers.

00:49:51: Also die Gruppe.

00:49:54: nicht alle haben die gleiche politische Einstellung Nicht alle interessieren sich für die gleichen.

00:49:59: Es gibt sympathische und weniger sympathische Begegnungen.

00:50:03: Es gibt auch sexistische Menschen mit Behinderung, es gibt rassistische mit Behindern auch sehr wichtig.

00:50:09: also wir sind nicht eine homogene Gruppe Und auch nicht die Menschen mit denen ich arbeite und das müssen wir auch aufpassen dass wir es nicht so einer Romantisierung und alle, die brauchen Hilfe.

00:50:25: Alle werden diskriminiert.

00:50:26: Es ist eine vielfältige Gruppe.

00:50:29: Das ist mir noch wichtig!

00:50:32: Und auch das hat mit Augenhöhe zu tun und mit Vielfältigkeit.

00:50:37: Es gibt POC-Menschen, die selbst sehr rassistisch sind.

00:50:41: Frauen, die sexistisch, Menschen mit Behinderungen, die auch ablässig sind.

00:50:46: Also das dazu.

00:50:48: Und ich nehme mich selbst auch nicht aus, weil wir alle haben ja unseren eigenen Ableismus oder einfach... Wir machen auch alle Fehler und sind nicht perfekt.

00:51:01: gut wegen der Kunst.

00:51:03: was sich sehr dankbar bin ist dass ich mehrere Artikel für das Kulturhaus Gessnerallee in Zürich machen durfte.

00:51:15: Und dort auch grundschaffende Personen noch mehr kennenlernte unter anderem Edwin Ramirez und Nina Mühlemann, die haben das Projekt Crypton Night lanciert und da geht es sehr stark um Ästhetik S-Axis heißt das.

00:51:35: Vielleicht ist es in den Shownots, danach kann man das noch benennen?

00:51:40: Das heisst Kunst oder Kultur oder jetzt hier Theater Performance wird von Anfang an ganz anders gedacht.

00:51:48: Es ist nicht so, wie können wir Menschen ohne Behinderungen auf der Bühne Menschen mit Behinderung einladen im Publikum zu sein?

00:51:57: Oder wie gestalten wird das Stück dass ein Mensch mit Behinterung eine Rolle auf dieser Bühnen spielen kann?

00:52:03: sondern Nina und Edwin denken oder haben mir das so beschrieben.

00:52:12: Oder wie wollen wir Menschen mit Behinderung, wir kunstschaffende Personen mit Behnderungen diesen Raum geschalten?

00:52:18: Mit unseren Hilfsmitteln.

00:52:21: Wie können wir zum Beispiel Schriftolmetschung als Teil des Stücks und nicht als Hilfsmittel etablieren?

00:52:31: Ein Rollstuhl auf die Bühne fahren oder zu Griechen auf der Bühnen gehört genauso zum Stück dass ein Text länger dauert, bis er gesprochen ist oder die Sprache nicht so flüssig ist wie wir das quasi normiert gewöhnt sind.

00:52:52: Das Gebärdensprachdollmetschung integriert es in Stück und nicht einfach nebenbei separiert.

00:52:59: Also und das fand ich eigentlich dieses Zitat am spannendsten so, wenn du keine Behinderung hast bist du herzlich eingeladen auch zu kommen.

00:53:09: Und diese Umkehrungen finde ich auch.

00:53:12: mit Raul Krauthausen eben aus Berlin macht er es ja auch immer.

00:53:17: Es lohnt sich sehr seinem Insta-Kanal zur Folgen Instagram Kanal wo auch sagt Ja Also er kehrt diese Sätze mal um.

00:53:32: Es ist schön, wenn der Mensch mit Behinderung auch in den Bus kommt oder so.

00:53:38: Und das hilft natürlich auch noch, diese Absurdität zu verstehen und was das heisst?

00:53:44: Das ist ja wie wenn ich als Frau das Umkehre mit Männern, das kennen wir ja auch dieser Sätze so.

00:53:52: Dass du einen Job hast und noch so viel Arbeit ist neben den Kindern.

00:53:57: Wenn wir das zu Männern sagen, ist das völlig anders wenn wir es zu Frauen sagen oder auch Menschen mit Behinderungen.

00:54:04: Das ist ja jetzt aber mega stark von dir dass du jetzt noch einen Tag Arbeit und so weiter.

00:54:11: Also das finde ich sehr spannend, diese Umkehrungen.

00:54:15: Und ich kann wirklich die Gäste alle in Zürich, wenn ihr Züricher mal besucht, die von Berlin, die zuhören, sehr empfehlen.

00:54:24: Es gibt auch andere Kulturinstitutionen.

00:54:27: Das Tanzhaus in Züri zum Beispiel macht Accessibility Dance.

00:54:31: Das ist ein Tanzworkshops für Menschen mit- und ohne Behinderung, jegliche Körper sind willkommen... Das Programm wird absolut angepasst, ohne dass das große Aufmerksamkeit gewinnt.

00:54:44: Hier einfach mal Menschen kommen und tanzen mit einer anderen Lernung, sich kennen mit den Körpern die sie haben.

00:54:51: Und ja, das sind so... Schön!

00:54:54: Ja?

00:54:55: Kann ich so empfehlen?

00:54:57: Wenn im Juni in Zürich dann natürlich ans Kindshipfest überkommen.

00:55:02: Da komme ich gleich noch.

00:55:03: Ich habe eine kleine Assoziation, weil ich eben mit einer besonderen Einrichtung regelmäßig tun hatte und da haben sie das für ihre Gottesdienste im Kleinen sich dieselben Fragen gestellt.

00:55:13: Das ist ganz interessant also für die Gottesdienstkultur ähnliche Fragen.

00:55:17: Jetzt gebe ich zum Schluss immer meinen Gesprächspartnern-Partnern die Gelegenheit ein bisschen Werbung zu machen.

00:55:23: a für andere und dann für sich selbst.

00:55:25: Für andere hast du gerade ganz toll.

00:55:26: Da

00:55:28: hab ich schon gemacht, gell?

00:55:30: Nein.

00:55:31: Aber das hast du sehr schön erzählt!

00:55:34: Jetzt aber für alle diejenigen in der Nähe von Zürich oder nach Zürch kommen.

00:55:39: Wo würdest du sagen beim Kindfestival?

00:55:45: Was würdest Du besonders empfehlen?

00:55:47: Natürlich alles, aber wenn du

00:55:49: gesagt hast,

00:55:51: die sich mit dem Thema noch nicht so beschäftigt haben.

00:55:53: Ist vielleicht neu ist, die da erstmal reinkommen müssen was wäre eine gute...

00:55:59: In erster Linie kommt doch zwischen Mittwoch und Sonntag unbedingt die Kunstausstellung im dritten Stock in der Fotopastei, weil sie ist da.

00:56:06: Und sie ist zugänglich!

00:56:08: Die zwanzig Perspektiven der Flinterperson sind sowieso wirklich sehr erweiternnd, laden dazu... Also es ist auch ein Raum, der nicht diese Got hat was sonst zum Beispiel in einem Museum ist wenn man's nicht besonders leise sein.

00:56:23: Kinder können mitkommen Ihr könnt auch euren Hund mitbringen.

00:56:29: Es soll Begegnung stattfinden, es gibt vieles was man anfassen darf wo man interaktiv mitgestalten darf debutiert werden, also kommt mal diese Ausstellung auf jeden Fall schauen und lernt unsere Künstlerinnen kennen.

00:56:45: Und dann natürlich die Vernissage ist ein Highlight am elften Juni.

00:56:50: da werden verschiedene Menschen sprechen.

00:56:54: es wird auch eine Performance geben von Kim DeLorisson.

00:56:58: Kim deLorison hat den deutschen und den Schweizer Buchpreis gewonnen mit dem Buch Blutbuch.

00:57:05: Ich bin großer Fan von Kims Arbeit, es wird Musik geben und Barbetrieb.

00:57:13: Also ich kann auch sehr empfehlen den eben dieses Dance-Ability was ich jetzt erwähnt habe die inklusive Tanzpraxis für alle Körper am vierzehnten Juni im Tanzhaus Zürich.

00:57:28: dann noch kann ich einen Tipp.

00:57:33: darf ich noch geben okay?

00:57:34: Schau schnell, ich muss hier durch unser Programm.

00:57:37: Ja natürlich am neunzehnten Juni haben wir das Podium Verbundenheit in Gesellschaft Kulturen Glaubensräumen im Departierhaus Karl der Große und da ist die Autorin Ivna Sitzch dabei, Giniva Moser, die Korrektionsleiterin der Zeit schrift Neue Wege war.

00:57:56: sie hat Theologie studiert und Hanan Salamat, die sie arbeitet beim Institut für Interreligiösität in Zürich und wird auch noch verschiedene interreligiöse Perspektiven bringen.

00:58:10: Und es geht auch sehr stark um Brückenbau zwischen den unterschiedlichen Kulturen, zwischen unterschiedlicher Kunst- und Glaubensräumen.

00:58:21: Und

00:58:22: sonst ja kinshipfestival.ch.

00:58:25: Wir haben fast hundert Menschen und über vierzig Veranstaltungen jetzt dabei!

00:58:30: Liebe Mara, ich danke dir sehr herzlich für dieses sehr intensive Gespräch.

00:58:34: Danke Johan!

00:58:35: Und

00:58:35: wünsche dir alles Gute, dir und all denen die kommen mitmachen, mit tun... ...für euer Guten Applaus Festival.

00:58:43: Alles Gute!

00:58:44: Danke Johant dir auch!

Über diesen Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion – ob es einem gefällt oder nicht. Das Gute daran: Es schafft Anlässe, mit ganz unterschiedlichen Menschen Gespräche zu führen. Über überraschende kulturelle Entwicklungen, tolle neue Kunstwerke oder aktuelle Konflikte. Nicht als journalistisches Frage-Antwort-Spiel, sondern als gemeinsames, ernsthaft-unterhaltsames Nachdenken. Alle zwei Wochen mit Johann Hinrich Claussen und immer einem anderen Gast.

von und mit Johann Hinrich Claussen

Abonnieren

Follow us