Julia Voss: Natur zwischen Glaube und Macht
Von «der Natur» ist oft die Rede, ohne dass dabei immer klar wäre, was damit genau gemeint sein soll. Wir leben von ihr, lieben sie, erleben uns selbst in ihr, machen uns Sorgen um sie, sind weit von ihr entfernt. «Natur» hat zudem häufiger, als man gemeinhin denkt, eine religiöse Seite. Wir staunen über die Schöpfung, empfinden Ehrfurcht vor ihrer Größe, sind dankbar für ihre Gaben, fühlen uns verpflichtet, Verantwortung für sie zu übernehmen.
Die Kunsthistorikerin Julia Voss hat nun im Deutschen Historischen Museum zu Berlin die sehr sehenswerte Ausstellung «Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht» eingerichtet. Mit ihr spreche ich darüber, wie unser heutiges Verständnis von Natur entstanden ist und sich über die Jahrhunderte entwickelt hat. Wir schauen auf die wechselnden politischen Funktionen «der Natur» und ihre religiösen Bedeutungen. Das ist nicht nur geschichtlich interessant, sondern auch für die Gegenwart bedeutsam, denn wir nur das schützen und bewahren, was wir verstehen.
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